The early bird catches the worm: GOSAUKAMM-UMRUNDUNG

27.Juli 2013

“Nur der frühe Vogel fängt den Wurm.” höre ich zur Zeit fast täglich von meinen Kollegen bei der Post (Ferialjob). Und was für die Arbeit eines Briefträgers stimmt, gilt umso mehr für den ambitionierten Bergsteiger! Bereits um 3 Uhr klingelte der Wecker am Samstag, um ja rechtzeitig zu unserer heutigen Tour aufbrechen zu können und der Hitze (vorhergesagte 39°C) zumindest anfänglich etwas zu entgehen.

Unser heutiges Ziel: Die Umrundung des Gosaukamms. Schon lange reizt mich dieser imposante Kamm im Salzkammergut, doch habe ich ihn bis jetzt immer gemieden. Warum? Der bereits verstorbene Pater Alexander aus Sipbachzell hat einstmals in seinem Tourenführer vor den vielen Kreuzottern rund um den Gosaukamm gewarnt – mir als absolute Schlangenphobistin natürlich ein Gräuel!!! Nach der heutigen Tour kann ich aber getrost Entwarnung geben: Nicht eine einzige Schlange ist uns über den Weg geschlängelt (vorausgesetzt Blindschleichen zählen nicht!).

Gr. Donnerkogel

Gr. Donnerkogel

Kurz nach 5.30 Uhr ging’s für Mama und mich vom Vorderen Gosausee (931m) los richtung Gablonzer Hütte (1550m), die wir nach ein bisschen mehr als einer Stunde erreichten. Unser erstes richtiges Ziel lautete jeodch “Großer Donnerkogel” (2054m), der zwar nicht direkt Teil der Gosaukamm-Umrundung wäre, aber der einfach zu verlockend neben dem Weg thront. Vor allem aber wollte ich den Intersport-Kettersteig auf den Donnerkogel (Schlüsselstellen: C/D) begehen, weswegen ich mir dann mit Mama (die den Normalweg wählte) am Gipfel “Zamverlass” machte.
Um ca. 7Uhr konnte ich bei der Einstiegsstelle (etwas oberhalb der 20130727_082231Gablonzer Hütte) losstarten. Das erste Teilstück (z.T. C/D) war gleich einmal ein bisschen anstrengend, da die Sonne bereits ganz schön herunterbrannte, aber schön. Die zweite Etappe war leider dann etwas langwierig und öde, da es statt über den Kl. Donnerkogel links herum über ein erdiges Band durch die Latschen ging… Noch eine kurze Kletterstelle, bevor es dann eher flach die letzten Meter zum Gipfel geht. Mama wartete bereits auf mich als ich kurz nach 8.30 Uhr ankam.

Die kurze Gipfelpause nutzen wir natürlich auch für den einen oder anderen Gipfelschnappschuss. Bereits 33 Jahre zuvor ist meine Mutter mit ihren Eltern rund um den Gosaukamm gewandert – dabei ist ein ähnliches Gipfelfoto entstanden:

Mutter & Tochter 2013

Mutter & Tochter 2013

Mutter & Tochter 1988

Mutter & Tochter 1980

Um ca. 9 Uhr machten wir uns wieder auf den Weg, jeoch nicht über den Normalweg, sondern den etwas ausgesetzten, aber wunderschönen Steig richtung Strichkogel und dann runter zur Stuhlalm. Trittsicher und schwindelfrei sollte man hier auf jeden Fall sein, aber es lohnt sich!
Nach 2 Stunden erreichten wir dann die Stuhlalm, die wir aber sogleich, nach einer kurzen Trinkpause, “links” (ähm, rechts) liegen ließen.

2,5 Stunden später erreichten wir dann endlich die Hofpürgelhütte (1705m), wo wir der brütenden Hitze bei einer ordentlichen Rast/Jause im Schatten entfliehen konnten. Das atemberaubende Bergpanorama (von Bischofsmütze, über Steiglpass bis zum Dachstein) entschädigte für alle Strapazen!

20130727_144824

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Um kurz nach 14.30 Uhr mussten wir aber schon wieder aufbrechen, da noch ein ganz schönes Stückchen Weg vor uns lag. Die Hofpürglhütte lädt jedoch auf jeden Fall zum längeren Verweilen ein.
Nicht nur lacht die Bischofsmütze ganz verlockend herunter, auch bietet die Umgebung der Hütte eine Menge Kletterrouten!

Der Steiglpass (2018m) war dann trotz völliger Sonnen-Ausgesetztheit innerhalb kürzester Zeit (ca. 45min bzw. 1h) erklommen.
Der endgültige Abstieg wieder ins Tal war zwar landschaftlich wunderschön (mit den “Dolomiten des Salzkammerguts” ständig an unserer Seite), doch zugegeben, für mich war diese letzte Etappe eine Qual. Nach meinem Snoboardsturz im Februar 2013 musste ich jetzt leider feststellen, dass mein rechtes Knie nicht mehr ganz so gut herhält wie ich das möchte. Vor allem beim Bergabgehen wird es schon ziemlich schmerzhaft, besonders wenn man vergessen hat das Knie im Vorfeld zu tapen. Ich befürchte fast ich komm wohl oder übel um Wanderstöcke nicht mehr herum… Bzw. bin ich jetzt in meiner Entscheidung Paragleiten zu lernen noch einmal bestärkt worden – was gibt es Schöneres einen Berg raufzugehen und dann runterzufliegen!20130727_180209 I can’t wait! 🙂

Um ca. 18 Uhr erreichten wir wieder unseren Ausgangspunkt, den Vorderen Gosausee. Ein letzter Blick zurück zum Dachsteingletscher, dann gings wieder heimwärts, nicht jedoch, ohne noch einen kühlen Abstecher in den Hallstättersee zu wagen! So eine Erfrischung tut am Ende eines doch sehr anstrengenden Tages wirklich gut!

FAZIT: Was für eine wunderschöne Tour! Obwohl wir uns wirklich nicht großartig beeilt haben ist die Gosaukammumrundung (auch mit “verschärfter” Variante über den Donnerkogel) durchaus in einem Tag machbar. Ausdauer ist aber dafür auf jeden Fall notwendig! Das Bergpanorama dort oben ist aber unbeschreiblich schön! Hinter jedem Hügel tut sich wieder eine komplett neue Bergwelt auf, die einem oft kaum aus dem Stauenen kommen lässt! Eine Bergtour, die ich sicher nicht so schnell vergessen werde! Was für ein traumhafter Tag das war!

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