Unterwegs in den Hohen Tauern 2015: #tauernhöhenwegcontinued!

Nachdem wir ja im vergangenen Jahr unsere Tauernhöhenweg-Wanderung wegen Wetterumschwungs bei der Franz-Fischer-Hütte abbrechen mussten (Tauernhöhenweg 2014), ging’s fast exakt ein Jahr später wieder ein Stückchen weiter. Die (wahrscheinlich) letzten Sommertage dieses Jahres mussten ausgenutzt werden. Gemeinsam mit meiner Mum ging’s also mit vollbepackten Rucksäcken wieder für ein paar Tage in die Berge. Zu den Zeitangaben ist zu sagen, dass wir diesesmal wirklich sehr, sehr gemütlich unterwegs waren. “Slowly but surely” war das Motto – und so erreichten wir auch alle Ziele zwar nicht in Rekordzeit, aber ohne größere Hindernisse.

TAG 1 – 27.8.2015: Kleinarl – Tappenkarsee – Weißgrubenkopf – Riedingtal
Gestartet wurde diesesmal beim Jägersee (1099m) in Kleinarl, weil dieser einfach mit den Öffis ganz gut zu erreichen ist (das Auto ließen wir nämlich in St. Johann stehen). Der Weg rauf zum wirklich schön gelegenen Tappenkarsee (1820m) ist ein sehr beliebtes Tagesausflugs-Ziel – dementsprechend viele Leute sind auf dem gut begehbaren Weg unterwegs. Um kurz nach 10 Uhr ging’s los – nach ca. 3h gönnten wir uns ein kühles Getränk auf der Tappenkarseehütte und danach wurde mal unsre Jause ausgepackt (yummi – guacamole in se mountains is pretty naiss!).
Da unser heutiges Ziel eigentlich die Franz-Fischer-Hütte gewesen wäre machten wir uns zunächst auf richtng Weißgrubenscharte (2257m), die wir in ein bisschen über einer Stunde erreichten. Von dort ist es wirklich nur noch ein Katzenhupfer auf den Weißgrubenkopf (2369m) – 15Minuten, nicht mehr – schwindelfrei und trittsicher sollte man aber schon sein. Dort oben hatten wir dann auch endlich genügend Empfang um die Franz-Fischer-Hütte zu erreichen, die uns aber leider nur noch ein Platzerl im Gastraum (Notlager) anbieten konnten. Bummer! Zum Glück trafen wir dann kurz darauf am Weiterweg zwei einheimische Damen, die gerade am Weg zurück ins Tal waren und uns kurzerhand anboten in ihrer Hütte im Riedingtal (neben der Königalm, 1667m) zu übernachten. Außerdem wussten sie einen “Geheimsteig” durchs Jagdgebiet runter ins Tal, den nur wenige Leute kennen und ich deshalb auch nicht näher beschreiben werde. Flott ging’s also runter ins geliebte Riedingtal, sodass wir bereits kurz vor 18 Uhr beim Abendessen auf der Königalm saßen. 🙂 Trotz Planänderung, ein gelungener Auftakt zu unserer Tour und ein guter Ausgangspunkt für die nächste Tagesetappe.

TAG 2 – 28.8.2015: Riedingtal – Weißeck – Nebelkareck – Sticklerhütte – Rotgüldenseehütte
Obwohl wir eh schon recht früh mit der Morgendämmerung aufstanden, sollte dieser Tag ein laaanger Tag werden. Dem Weißeck wollten wir wieder mal einen Besuch abstatten, also ging’s zunächst auf dem Normalweg in ca. 2h zur Riedingscharte (2274m), wo wir in der Morgensonne frühstückten und dann unsre schweren Rücksäcke (“Seids ihr leicht mit euren Gleitschirmen unterwegs?”) auf der Scharte zurückließen um die letzten Höhenmeter aufs Weißeck (2711m) ein bisschen flotter zurücklegen zu können. Von der Scharte braucht man im normalen Tempo ca. 1h, es geht aber auch schneller 😉
Nachdem meine Mum unseren Weiterweg mit so gut wie jedem einheimischen Bergsteiger am Weißeck diskutierte und sie nach ihrer Meinung fragte (ohja, das kann dauern…), entschieden wir uns schlussendlich doch dazu, trotz fortgeschrittener Zeit noch nicht zur Sticklerhütte abzusteigen, sondern zunächst zur Nebelkarscharte auf nicht-markierten Wegen hinüberzuwandern, was sich als wirklich gute Idee herausstellte: Auf großteils grasigen Hängen gehts hinauf auf den zum Teil schrofigen Grat (Schwindelfreiheit von Vorteil!) und dann wunderschön über die Reicheschkogeln zum Sommerleitenkogel (2457m), von dem man noch weiter am Grat zur Jägerspitze gehen könnte, oder einfach (so wie wir) etwas runter ins Kar absteigen, wo ein Steig bis rüber zur Nebelkarscharte (2453m) führt, wo man wieder auf den markierten Weg gelangt. Von dort ist es wieder nur ein kurzer aber lohnender Hupfer auf das Nebelkareck (2535m).
Nach einer kurzen Pause ging’s dann runter zum Murtörl (2260m), wo wir dann zwei Möglichkeiten hatten: Ursprünglich wäre mein Plan gewesen weiter auf die Schmalzscharte (2444m) zum Albert-Biwak zu wandern, und dann über die Schwarzseen runter zum Karwassersee und zur Muritzenalm abzusteigen – und dann noch über die Schrovinscharte zur Rotgüldenseehütte. Angesichts unserer Verfassung (schon relativ müde) und der fortgeschrittenen Tageszeit beschlossen wir dann aber doch zur Sticklerhütte (1752m) abzusteigen, wo wir uns kurz stärkten und dann den weiteren Fußmarsch mit einer kurzen Tälerbus-Fahrt zur Muritzenalm abkürzten, bevor noch einmal einige Höhenmeter zum Schrovinschartl (2039m) überwunden werden mussten. Das Gebiet ist echt wunderschön, aber vor allem ab der Scharte ist noch einmal höchste Aufmerksamkeit gefragt!!! Eine sehr steile und grasige Flanke muss auf einem sehr ausgesetzten Pfad gequert werden – was wirklich nur bei absoluter Trittsicherheit und bei trockenen Bedinungen empfehlenswert ist! Diese Etappe kann umgangen werden, indem man den Tälerbus nimmt und dann vom Parkplatz Arsenhütte ca. 1h zur Rotgüldenseehütte aufsteigt. Der Weg über das Schwrovinschartl dauert ca. 3h von der Muritzenalm bis zur Rotgüldenseehütte (1735m), wo man auch zur späteren Stunde (ca. 20 Uhr) noch sehr freundlich empfangen und bewirtet wird! Danke!

Der “normale” Tauernhöhenweg führt an dieser Stelle eigentlich gleich rüber zur Osnabrücker Hütte (über die Muritznscharte und den Weinschnabel zum Kölnbreinspeicher) – wir wollten uns aber den Hafner nicht entgehen lassen. 🙂

Die ersten Sonnenstrahlen.

Die ersten Sonnenstrahlen.

Blick zurück - Faulkogel und co.

Blick zurück – Faulkogel und co.

Am rechten Grasrücken ging's für uns weiter.

Am rechten Grasrücken ging’s für uns weiter zur Nebelkarscharte.

…leider gibt es an diesem Tag nicht mehr Fotos, da alle Akkus leer waren. 😦

TAG 3 – 29.8.2015: Rotgüldenseehütte – Hafner – Kattowitzerhütte
Am nächsten Morgen ging’s wieder recht früh mit der Morgendämmerung los. Netterweise gab’s aber zuerst aber noch einen guten Kaffee, da der Hüttenwirt extra für uns die Kaffeemaschiene aufgeschalten hat lassen, da wir vorm Frühstück aufbrechen wollten.
Recht gemütlich geht’s zuerste entlang des unteren Rotgüldensees (der leider fast ganz ausgelassen war), und dann rauf zum oberen Rotgüldensee (1996m), wo sich die Berge in der Morgensonne schon an der Wasseroberfläche spiegeln. Bis zur Wastelkarscharte (2720m) sind aber doch noch ein paar Höhenmeter zu bezwingen, was am Anfang noch ganz leicht geht, zum Schluss aber recht steinschlaggefährlich wird (Helm ist evtl. von Vorteil und auf jeden Fall gut aufpassen wenn mehrere Gruppen unterwegs sind!!!). Die kurze versicherte Stelle zur Scharte rauf ist nach einem Felssturz vor ein paar Jahren noch relativ neu und wirklich unproblematisch (wenn schwindelfrei). Von der Wastlkarscharte sieht man bereits am Grat zum Hafner Menschenmassen rauf und runter wandern (kein Scherz! – von der Kärntner-Seite ist der Gr. Hafner ein relativ einfacher 3000er, das nutzen viele aus, v.a. am Wochenende). Bevor wir auf den Südwestgrad gelangen, muss noch das Wastlkarkees (von dem eh fast nix mehr übrig ist) und eine riesige Blocklandschaft gequert werden. Hier gilt es die Markierungen nicht aus den Augen zu verlieren und tendenziell sich eher weiter unten zu halten! Wir (und einige andere vor uns) landeten leider irgendwo zu weit oben und mussten dann unmarkiert relativ steile Schneefelder queren. Der Aufschwung zum Grat ist dann wieder gut mit blauen Seilen versichert. Nachdem wir die dicken-fetten Rucksäcke wieder in einer Felsnische vertaut haben, geht’s die “letzte Stunde” zum Gipfel hoch, wenn man den Turbo ein bissi zündet ist das aber auch in einer halben Stunde machbar. Und die ganzen Steinmandln machen den Streckenabschnitt sehr abwechslungsreich – schaut einfach lustig aus und ist ein beliebtes Fotomotiv 😉 Insgesamt muss man wohl ca. 6-6,5h von der Rotgüldenseehütte bis zum Gipfel rechnen. Der Ausblick vom Großen Hafner (3076m)  ist an diesem Tag einfach unbeschreiblich – eine solche Fernsicht habe ich schon lange nicht mehr erlebt und man sieht einfach alles – schon imposant zu sehen welche Strecke wir am Tauernhöhenweg (letztes und dieses Jahr) bereits zurückgelegt haben und was uns noch erwartet.
In ca. 1,5-2h geht’s dann runter zur Kattowitzer Hütte (2319m), die man die ganze Zeit bereits im Blick hat. Von dort könnte man dann zwar noch weiter zur Osnabrücker Hütte wandern, aber wir wollen den restlichen Tag einfach mal ein bisschen chillen und v.a. müssen wir froh sein an einem Samstag überhaupt noch irgendwo einen Schlafplatz zu bekommen.

TAG 4 – 30.8.2015: Kattowitzerhütte – Osnabrücker Hütte
Mit angeschreibenen 5h ist diese Tagesetappe eine recht kurze und einfache. Zunächst geht’s in wirklich schöner Höhenweg-Manier hinüber/hinunter zur Kölnbreinsperre, was in ca. 2,5h schaffbar ist. Danach wird’s ein bisschen zach – denn obwohl der Anblick des Stausees schon  beeindruckend ist, kann sich der Weg entlang diesen ganz schön ziehen, v.a. wenn die Sonne so herbrennt wie an diesem Tag und kein Windlüfterl zu spüren ist – man muss nämlich wirklich bis ans Ende, von dort geht es aber dann  entlang des Fallbachs relativ flott zur Osnabrücker Hütte (2022m).
Schon vor Mittag kommen wir heute an unserem Tagesziel an – bei der wunderschönen Aussicht (Hochalmspitze), guter Bewirtung, netten Bekanntschaften aus Bayern und einem Gebirgsbach vor der Nase, der zum “Baden” einlädt, wird einem so schnell nicht langweilig. Am Abend wird dann noch noch ein bisschen ge”Kniffel”t (ein Spiel dass ich mir merken muss!) und wer noch nicht genug hat nach dem lecker Essen – “Peking Ente” ist immer ein heißer Geheimtipp auf der Osnabrücker Hütte. Oder auch ein oder zwei Schnapserl – geht auch.

TAG 5 – 31.8.2015: Osnabrücke Hütte – Ankogel – Hannoverhaus – Mindener Hütte
Noch im Finsteren mit Taschenlampe rückten wir an diesem Morgen aus – ein ziemlich großes Programm mit einigen Höhenmetern stand heute auf der Tagesordnung. Zunächst geht es den Fallbach entlang bis zum Wasserfall, dann weiter hinauf richtung Schwarzhornsee. In der Nähe des Schwarzhornsees zweigt der Weg rg. Ankogel nach links oben ab. Der Weg ist eigentlich gut markiert, nur irgendwann sind wir uns nicht mehr ganz sicher wo der eigentliche Weg verläuft – die nächste sichtbare Markierung befindet sich relativ weit weg – der einzige erkennbare Weg geht über zwei vereiste Schneefelder, den wir dann auch nehmen. Aufpassen sollte man jedoch schon, vor allem so früh am Morgen, wenn noch alles recht hart und eisig ist. Nach ca. 3h steigen wir mit Gletscherausrüstung auf das Kleinelendkees. Die Spalten sind gut sichtbar, der Weg auch – alles bestens für die erste Gletscherbegehung meiner Mutter. Nach ca. 1h am Gletscher erreichen wir den Felsgrat (großes Steinmanderl!), wo wir unsere Sachen verstauen und uns ein bisschen stärken. Der Grat ist anfangs etwas brüchig, und durchwegs sehr ausgesetzt. Sicherungshaken sind vorhanden, benutzen wir aber nicht, sind aber gut zur Orientierung des Routenverlaufs. Keine Stellen über einem geschätzten Schwierigkeitsgrad von II – gut aufpassen muss man, klar, trittsicher und schwindelfrei sollte man auch sein, aber ansonsten ist der Gipfelaufschwung entlang des Grats gut machbar! Nicht lang und man erreicht das Gipfelkreuz, von wo aus bereits das Hannoverhaus sichtbar ist und die Massen an Menschen, die von dieser Seite den Ankogel (3250m) erklimmen wollen (was relativ einfach geht bzw. verlockend erscheint durch die Ankogelbahn…).
In ca. 2h erreichen wir dann das Hannoverhaus (2722m), das schon wie ein Berghotel erscheint und viele Gondel-Touristen anlockt. Nach einer ausgiebigen Stärkung (karamelisierter Kaiserschmarrn ist empfehlenswert!), beschließen wir heute noch ein Stückchen weiterzugehen. Am Weg zur Hagener Hütte liegt die Mindener Hütte, eine Selbstversorgerhütte, von der uns erzählt worden ist, dass sie sehr idyllisch liegt und urig sein soll – das wollen wir uns natürlich anschauen.

Vom Hannoverhaus geht es unter der Ankogelbahn durch hinüber zum Luggetörl (2384m) und dann auf einem wirklich schönen Höhenweg über ein paar Bergrücken und z.T. gut begehbares Blockgelände weiter zur klitzekleinen Mindener Hütte (2428m). Diese Etappe zählt zu einem meiner Lieblingabschnitte – eine soo liebliche Landschaft, vorbei an türkisen Bergseen, mit einer solchen Aussicht. Wunderbar. Nach etwas über 3h erreichen wir dann die Hütte, die wir uns an diesem Tag mit 3 anderen Personen teilen. Leider hinterlassen diese Hütte nicht alle Wanderer so sauber wie sie sie vorfinden, was das Übernachtungs-Vergnügen etwas mind(en)ert (achtung – Wortspiel 😉 ) In unserem Fall war es jetzt nicht so schlimm, da wir wirklich nur zum Schlafen hierher kamen. Insgesamt liegt die Mindener Hütte aber doch wirklich schön – während hinter uns in der Glocknergegend die Sonne untergeht, taucht vor uns hinter der Hochalmspitze der Vollmond auf. Echt ein Plätzchen zum Auftanken.

TAG 6 – 1.9.2015: Mindener Hütte – Hagener Hütte – Sportgastein
Da das Wetter am nächsten Tag leider wieder umschlagen sollte, war klar, dass wir heute ins Tal absteigen müssten. Nachdem der heutige Tag aber noch recht schön war, beschlossen wir noch weiter bis zur Hagener Hütte zu wandern, und dann nach Sportgastein zu wandern, von wo aus wir dann mit Öffis zurück zum Auto gelangen konnten.
Ebenso schön wie das letzte Stückchen gestern, geht es auch heute in sehr angenehmer Höhenweg-Manier weiter zu Hagener Hütte (2446m). Nur wenige höhenmeter müssen überwunden werden. Vorssicht ist jedoch geboten unterhalb der Rameter-Spitze, wo eine recht steile Flanke gequert werden muss. Hier ist wieder einmal Trittsicherheit geboten und vor allem sollte der Steig nicht nass oder eisig sein! Erst kurz vor der Hütte wird diese sichtbar. Nach ca. 3,5h erreichen wir diese – der Wind bläst schon ganz schön und Nebelfelder ziehen herum. Bei den besten Kaspressknödel auf unserer Tour (so far) stärken wir uns (warum nicht auch mal zum Frühstück), bevors dann in ca. 2h hinunter nach Sportgastein zur Autobusstation bei der Gondel geht. Auch mal interessant dieses Gebiet im Sommer zu sehen. Im Winter schaut alles dann doch ein bisschen anders aus. Das Schareck schaut verlockend herunter – bevor es nächstes Jahr aber dort hinauf im Rahmen des Tauernhöhenwegs geht, wird wohl zuerst mal im Winter die Freeride-Abfahrt vom Schareck hinunter nach Sportgastein ausgetestet – schaut nämlich wirklich sehr naiss aus 🙂

Überglücklich, mit wieder einmal unglaublich schönen Eindrücken treten wir die Heimreise an – nach 6 Tagen mit ca. 71km, ca. 6500HM hinauf und ca. 5500HM hinunter in unseren Füßen.
Meine geliebten Hohen Tauern – ich komme wieder! 🙂

#happythankyoumoreplease!

Advertisements

2 thoughts on “Unterwegs in den Hohen Tauern 2015: #tauernhöhenwegcontinued!

  1. hanibani says:

    super, schöne Tour, toller Bericht und die Photos sind auch sehr gut, wurden sicher mit Sony gemacht – oder 😉 wünsche dir weiterhin “Bergheil”

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s