#GEWALTHATSCHER: Sengsengebirgsüberschreitung – Variante Runde

29.Mai 2015

Die Sengsengebirgsüberschreitung zählt bei uns in Oberösterreich sicherlich zu den “Klassikern” für Bergsteiger. Es wurde also höchste Zeit, dass auch ich mir diese Tour mal von der Nähe anschaue. Es gibt verschiedene Möglichkeiten diese Überschreitung anzugehen: entweder vom Pertlgraben in Klaus aus, oder so wie ich vom Spering-Parkplatz, oder von der anderen Seite in Windischgarsten beginnend; man kann den Höhenweg in 2 Tagen begehen und im Uwe-Anderle-Biwak übernachten, oder als 1-Tages-Überschreitung planen; und dann besteht die Möglichkeit auch noch zurück zum Ausgangspunkt zu wandern.
Ich entschied mich für die “Runden Variante bzw. die Sensengebirgsüberschreitung Deluxe” an einem Tag. Eine doch nicht zu unterschätzende Herausforderung, wie sich herausstellen sollte…

Start: 5.15 Uhr beim Parkplatz “Speringbauer/Schillereck” (530m) (Abfahrt St. Pankraz, rg. Bhf. Hintersoder/Flötzersteig, ca. 3km rg. Parkmöglichkeit im Wald)

Wegweiser beim Parkplatz.

Wegweiser beim Parkplatz.

…zunächst geht es noch ein paar Minuten einer Forststraße entlang, bevor dann die ersten gut 1000HM großteils im Wald recht flott ansteigend überwunden werden. Die Aussicht auf d. Kleinen Priel usw. wird besser und besser. Achtung: Beim Geigerbrunnen (820m) kann man das letzte Mal die Wasservorräte auffüllen!

7.05 Uhr: Kamm “Auf der Hutn”/ Sender (1485m)

Beim Sender.

Beim Sender.

…angekommen beim Sender besteht die Möglichkeit noch einen Abstecher auf den Spering zu wagen. Unbedingt aber mit den Zeit- und Kräfte-Ressourcen haushalten, denn der Weg wird noch lange!!! Meinen Rucksack lasse ich beim Wegweiser liegen, denn auf den ersten möglichen Gipfel des Tages kann ich unmöglich verzichten. Zunächst geht es kurz die Forststraße hinunter, und dann noch ca. 200HM zum Ostgipfel, bevor es dann dem Grat entlang zum Gipfelkreuz geht. Auch so früh am Morgen treffe ich hier bereits auf zwei gleichgesinnte Damen aus dem Mühlviertel- eine angenehme Überraschung! 🙂

7.40 Uhr: Gipfel Spering (1605m)

Der Spering vom Kamm aus.

Der Spering vom Kamm aus.

Gipfel Nr. 1 für heute

Gipfel Nr. 1 für heute

Blick auf die bevorstehende Wegstrecke (Schillereck, Hochsengs)

Blick auf die bevorstehende Wegstrecke (Schillereck, Hochsengs)

Auf der Forststraße zurück zum Sender.

Auf der Forststraße zurück zum Sender.

8.10 Uhr: Kamm “Auf der Hut”/Sender (1485m)

Die Morgensonne wärmt bereits :)

Immer der Morgensonne entgegen 🙂

…recht gemütlich gehts über knapp 300HM weiter zum zweiten Gipfel.

9.00 Uhr: Gipfel Schillereck (1748m)

Gipfel Nr. 2

Gipfel Nr. 2 “Schillereck”

Und schon geht's weiter den Grat entlang

Und schon geht’s weiter den Grat entlang

Ein Wegweiser zur groben Orientierung.

Ein Wegweiser zur groben Orientierung.

…und wieder werden zunächst einige Höhenmeter hinunter und danach gleich wieder hinauf zum nächsten Gipfel, immer durch Latschenwälder überwunden.

10.00 Uhr: Gipfel Hochsengs (1838m)
…Pause bis 10.15 Uhr

Gipfel Nr. 3

Gipfel Nr. 3 “Hochsengs”

…Am Gipfel treffe ich einen einheimischen Bergsteiger, der gerade über die Gipfel-Felsplatte heraufklettert. Nach einer kurzen Pause geht es über ein paar Seilversicherungen wieder sehr steil hinunter zum bereits in der Sonne glänzenden Biwak. Trittsicherheit ist unbedingt erforderlich. Nach 20Minuten ist das Biwak bereits erreicht.

10.35 Uhr: Uwe-Anderle-Biwak (1583m)

Uwe-Anderle-Biwak

Uwe-Anderle-Biwak

Blick zurück zum Hochsengs.

Blick zurück zum Hochsengs.

…wie soll ich sagen, ein Blick in das Biwak lädt leider nicht gerade zu einer Übernachtung ein (etwas “schmuddelig”), da würde ich wahrscheinlich eher eine Übernachtung unter freiem Himmel vorziehen. Die Bänke vor dem Biwak eignen sich bestens für eine Rast.
Nach ein paar Metern zweigt ein unmarkierter Weg hinunter rg. St. Pankraz ab. Der Höhenweg geht weiter in üblicher Manier 200HM hinauf (vorbei an der “Luckerten Mauer”, die ich leider komplett übersehen habe?!? – Fotomotiv!).

10.55 Uhr: Gipfel Gamskogel (1710m)

Am Gamskogel.

Am Gamskogel.

...immer den Grat entlang.

…immer den Grat entlang.

...imposant geht's links hinunter.

…imposant geht’s links hinunter.

Der bereits passierte Hochsengs wird immer kleiner.

Der bereits passierte Hochsengs wird immer kleiner.

…Den Gamskogel lassen wir gleich wieder hinter uns, denn der nächste Gipfel und eine Mittagsrast warten bereits. Etwas beschwerlich wird das ewige Auf- und Ab schon. Die Mittagssonne brennt herunter, von unten schallen Schieß-Übungen des Bundesheers, ein Hunger-Gefühl stellt sich bereits ein.

12.05 Uhr: Rohrauer Größtenberg (1810m)
…Jausenpause bis 12.35 Uhr

Gipfel Nr. 5 - Wohlverdiente Mittagspause.

Gipfel Nr. 5 – Wohlverdiente Mittagspause.

…endlich eine kleine Stärkung und Pause. Doch allzuviel Zeit lasse ich mir nicht, ein langer Weg liegt noch vor mir!
Dieser Abschnitt zieht sich in die Länge. Hinauf-hinunter. Die Höhenmeter summieren sich. Auch einige Altschneefelder sind zu bezwingen, was bergab zwar lustig ist, bergauf aber doch sehr mühsam sein kann!

14.00 Uhr: Weggabelung Bärenriedlau

Noch einige Altschnee-Felder zum Überqueren.

Noch einige Altschnee-Felder zum Überqueren.

Ein stolzer Blick zurück, und Glücksgefühle, da der letzte Gipfel nicht mehr weit ist.

Ein stolzer Blick zurück, und Glücksgefühle, da der letzte Gipfel nicht mehr weit ist.

…sobald man das Platteau erreicht hat, ist es nur noch ein Katzensprung auf den Gipfel des Hohen Nocks. Wer noch Zeit, Lust und Kraft hat, kann natürlich auch noch gerne den Seehagelkopf am Weg “mitnehmen”. Irgendwo am Weg überquert man auch noch unbemerkt den Schneeberg.


14.25 Uhr: Hoher Nock (1963m)

…Pause bis 14.45 Uhr

Gipfel Nr. 7 - Hoher Nock

Gipfel Nr. 7 – Hoher Nock

Wie gerne hätte auch ich jetzt meine

Wie gerne hätte auch ich jetzt meine “Flügel” dabei, noch dazu bei einer solch guten Thermik!

Wahnsinns Aussicht.

Wahnsinns Aussicht – das Tote Gebirge.

Endlich am vorläufigen

Endlich am vorläufigen “Ziel” – jetzt “nur noch” zurück zum Start.

Noch ein letzter Blick zurück.

Noch ein letzter Blick zurück.

…Am Gipfel wird natürlich das atemberaubende Panorama genossen, Fotos (und Gipfel-Selfies) geschossen, und einfach mal kurz innegehalten, denn der Blick auf den bereits zurückgelegten Weg den Grat entlang ist schon beachtlich. Im Hinterkopf ist aber natürlich der Gedanke an den Rückweg, der zwar mit weniger Höhenmetern auskommt, doch von der Länge her trotzdem noch einiges von einem abverlangt. Nach einer kurzen Pause geht es also gleich wieder weiter.

15.35 Uhr: Weggabelung unmarkierter Weg (ca. 1438m)

Beginn des unmarkierten Verbindungs-Weges.

Beginn des unmarkierten Verbindungs-Weges.

Ein bisschen wie im Märchen.

Ein bisschen wie im Märchenwald.

Ein Blick zurück zum Hohen Nöck

Ein Blick zurück zum Hohen Nock

…nach ca. 50min, kurz nachdem man den Wald erreicht, kommt man an einem Wegweiser vorbei, an dem ein schmaler Pfad abzweigt. Dieser führt meist unmarkiert, aber trotzdem gut erkennbar nördlich des Haglers vorbei, zunächst wieder einige Höhenmeter hinauf, und dann recht wildromantisch, ein bisschen wie im Märchenwald immer weiter nach Westen. Vereinzelt findet man auch Stoamandln, auf die man sich auch verlassen kann, wenn der Weg mal nicht eindeutig verlaufen sollte!!!
Wiederum nach ca. 50min erreicht man dann den markierten Weg, der rg. Bärenriedlau/St. Pankraz hinunter führt, doch auch hier bleibt der Weg ein einsamer Pfad in fast unberührter Natur. Traumhaft!

Und hier wird man auf die Forststraße

Und hier wird man auf die Forststraße “ausgespuckt”.

17.15 Uhr: Forststraße

…immer hinunter geht’s im Laufschritt, zu sehr sehne ich mich nach dem rettenden Auto, doch der Weg zieht sich noch. Die Füße brennen und nur zu gern würde ich mich in einem der natürlichen Tümpel des immer größer werdenden Baches abkühlen. Der Körper will nicht mehr so recht, doch der Kopf weiß, so weit kann es nicht mehr sein! Das Naturdenkmal “Teufelskirche” (ca. 15min vorm Parkplatz) ignoriere ich heute und werde ich ein anderes Mal einen Besuch abstatten. Nach der gefühlt 1001. Kurve ist dann endlich, endlich, endlich das Auto in Sicht! 

18.25 Uhr: Parkplatz “Speringbauer/Schillereck” (530m) 

Ein lang ersehnter Augenblick - das rettende Auto ist erreich! :)

Ein lang ersehnter Augenblick – das rettende Auto ist erreich! 🙂

Fazit: Ca. 13 Stunden nach meinem Aufbruch heute morgen kehre ich sehr erschöpft, aber dennoch glücklich und mit wunderschönen Eindrücken von diesem “Gewalthatscher” zurück. Wie soll ich sagen, diese “Deluxe-Variante” der Sengsengebirgsüberschreitung würde ich nur jenen empfehlen, die außerordentlich gut ausdauertrainiert sind, allen anderen würde ich raten die Tour als 2-Tages-Wanderung zu planen (wenn es die Runden-Variante sein soll). Die reine Überschreitung des Sengsengebirges ist aber in einem Tag auf jeden Fall schaffbar und natürlich ideal, wenn man zwei Autos zur Verfügung hat.
Eine wunderschöne Tour, die ich trotz der enormen Anstrengung in sehr guter Erinnerung behalten werde und jedem wärmstens empfehlen kann!

Insgesamt: ca. 35km, je ca. 2700HM hinauf/hinunter; ca. 12 Stunden reine Gehzeit

Touren-Beschreibung: http://www.alpenvereinaktiv.com/de/tour/sengsengebirge-ueberschreitung-variante-rundweg/12825652/#dm=0

BERLINER HÖHENWEG: Hiking through Zillertal!

Tag 1 – 27.8.2013

Nach wochenlanger, akribischer Planung ging’s für meinen “kleinen” Cousin Jojo und mich am Di., den 27. August um 4.30Uhr von Buchkirchen Richtung Zillertal. Leider konnten wir unsere Tour, ob so mancher familiärer Kämfe/ Überzeugungsarbeit, die noch ausgefochten werden mussten, erst einen Tag später als ursprünglich geplant starten; dafür aber umso motivierter, wenn auch die Wettervorhersage für die nächsten Tage wenig Gutes vermuten ließ…

Um punkt 8.15Uhr starteten wir dann bei verhangenem Himmel vom Parkplatz in Finkenberg (ca. 2km außerhalb von Mayrhofen) in Richtung Gamshütte (1921m). Trotz so mancher (Warmlauf-) Pause erreichten wir die erste Hütte bereits nach 2h anstatt der angegebenen 3h.

Gamshütte von oben

Gamshütte von oben

Mein Rucksack - gut befüllt :)

Mein Rucksack – gut befüllt 🙂

Um 10.30Uhr ging’s dann auf die Etappe zum Friesenberghaus (2498m), die mit 8h angeschrieben steht. Da wir leider etwas unter Zeitdruck standen (am Do. sollten wir auf der Berliner Hütte sein), mussten wir die Vordere & Mittlere Grinbergspitze rechts liegen lasssen. In typischer Höhenweg-Manier ging’s relativ “eben”, über den einen oder anderen Bergrücken dahin. Nach einer kurzen Mittagspaus in wunderschöner Umgebung (14.20-14.50Uhr) und so manchen leichten Regenschauern, erreichten wir bereits um 17Uhr das Friesenberghaus.

Das Petersköpfle (2679m) (das übrigens ohne weiters bereits über die Wesendlekarschneide bestigen werden könnte) und der Hohe Riffler (3228m) gingen sich ob der Wetterlage & fortgeschritteten Zeit leider nicht mehr aus.

Gehzeit: 8h
Höhenmeter: UP 2400m, DOWN 850m

2. Tag – 28.8.2013

Early-morning session in the rain...

Early-morning session in the rain…

Am nächsten Tag brachen wir bereits um 5.40Uhr (Tagwache 5Uhr) auf Richtung Olperer Hütte (2389m) – in strömendem Regen & die erste 1/2h mit Stirnlampe. Um 7.05Uhr (pünklicht zum Frühstück!) erreichten wir bereits diese wunderschöne, moderne Hütte. Hier muss es bei Schönwetter traumhaft sein – mit direktem Blick zum Schlegeis Speicher; leider kamen wir nicht in dieses Vergnügen.

Aussicht zum Schlegeis Speicher - NOT!

Aussicht zum Schlegeis Speicher – NOT!

Too much snow (in summer at least...).

Too much snow (in summer at least…).

Um 8Uhr starteten wir unsere geplante Gipfeltour zum Olperer (3476m) mit nur einem Rucksack. Schon bald begann es aber zu schneien und nachdem wir uns 2,5h durchs Schneegestöber und auf rutschigem Untergrund bis auf ca 3100m durchgekämpft hatten, mussten wir dann leider umkehren – ein Aufstieg wäre unter diesen widrigen Bedingungen zu riskant gewesen.

Olpi - der Schneemann!

“Olpi” – der Schneemann!

Powder-Engerl am Olperer im August

Powder-Engerl am Olperer im August

Über Schneefelder links vom “Weg” (durch Steinmandal markiert) ging’s schnell wieder nach unten. Um 11.50Uhr waren wir (nach kurzem Fotoshoot bei der Hängebrücke) wieder auf der Olperer Hütte zum Trocknen und Aufwärmen.

Nach 1-stündiger Pause stiegen wir um 13Uhr zum Speicher ab, den wir nach 50min erreichten. Der Weg entlang des Stausees zog sich wie ein Strudelteig und machte die Füße brennend! Wir froh waren wir als wir ach einem ca. 1-stündigen Aufstieg zum Furtschaglhaus (2293m) dieses um 16.15Uhr endlich erreichten!

Foto-Session auf DER Hängebrücke (mit Stausee im Hintergrund).

Foto-Session auf DER Hängebrücke (mit Stausee im Hintergrund).

Blick zum Schlegeis Speicher

Blick zum Schlegeis Speicher

Gehzeit: ca. 9h
Höhenmeter: UP 1350m, DOWN 1550m

Tag 3 – 29.8.2013

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Panorama @ Furtschaglhaus

Unseren eigentlichen Plan für diesen Tag mussten wir bereits am Vorabend “begraben”. Nach einem Gespräch mit dem Hüttenwirt war klar, dass wir die Tour auf den Großen Greiner (3199m) und dann weiter über den Kamm mit den drei Talggenköpfen bis zum Schönbichler Horn (3133m) wegen der Schneelage und dem sehr brüchigen Gestein in der Gegend nicht machen konnten.

Nichtsdestotrotz brachen wir an diesem Morgen bereits um 6.15Uhr auf (Tagwache 5.30Uhr), da wir uns die Option evtl. noch auf die Furtschaglspitze (3188m) zu gehen noch offen halten wollten. Um 8.15Uhr konnten wir dann schon die ersten Sonnenstrahlen des Tages am Schönbichler Horn genießen, wenn auch bei eisiger Kälte (Schnee am Gipfel!). Der Schnee war dann wiederum der Grund warum wir zwangsweise (zum Leidwesen meines von-Energie-sprühenden, gipfelhungrigen Cousins) beschlossen, die Furtschaglspitze bleiben zu lassen – IIer-Klettereien sind bei rutschigem Untergrund halt nicht so spaßig…

@ Schönbichler Horn

@ Schönbichler Horn

Blick zu den Talggenköpfen und Gr. Greiner

Aussicht vom Schönbichler Horn.
Aussicht vom Schönbichler Horn.

Auch der Abstieg richtung Berliner Hütte (2042m) war relativ rutschig und die ersten Meter ganz schön ausgesetzt. Mit ständigem Blick hinunter zur Berliner Hütte erreichten wir diese dann nach 2,5h. Ein ehrfürchtiges “Oh” oder “Ah” wird fast jedem entlockt, der den imposanten Speisesaal oder das Stiegenhaus dieser unter Denkmalschutz stehenden Hütte betritt – meterhohe Räume aus feinstem Holz – auf jeden Fall einen Besuch wert!

Den Rest des noch recht jungen Tages verbrachten wir dann in der Umgebung der Hütte mit Slacklinen, Flusswandern, Fotoshoot mit Schweinen, Baden, Sonnen, usw. Ein bisschen Relaxen schadet niemanden zwischendurch!

Fotoshoot mit Schwein!

Fotoshoot mit Schwein!

Slacklinen ftw!

Slacklinen ftw!

Auch die Schweinderl genießen die sonnige Aussicht!

Auch die Schweinderl genießen die sonnige Aussicht!

Erfrischung im Bach!

Erfrischung im Bach!

…und wir warteten, warteten, warteten! An diesem Tag würden nämlich meine Cousine Anna, ihr Mann Doug, Tante Christa und meine Mum nachkommen. Sie sind mit dem ersten Bus zum Schlegeis Speicher gefahren und wollten über das Furtschaglhaus zur Berliner Hütte kommen. Ab 17Uhr hielten wir die Augen offen, ob wir sie schon irgendwo erblicken konnten. Die Sorge stiegt, als die 4 dann bei Einbruch der Dunkelheit noch immer nicht aufgetaucht waren, doch auch ein Rundruf zu den Nachbarshütten ergab nichts Neues. Endlich, gegen 20.45Uhr flackerten am gegenüberliegend Hang Stirnlampen auf.  Im Laufschritt eilten wir den Anderen entgegen und konnten sie dann die letzte 1/2h bis zur Hütte begleiten. Unter völliger Erschöpfung erreichten wir dann um 21.40Uhr die Hütte, wo die vier Nachgekommenen netterweise noch warme Suppen aufgetischt bekamen. Abgesehen von so manchem physischen und psychischen Erschöpfungszustand ging die Situation aber zum Glück noch einmal glimpflich aus…

Warten auf die Nachkommenden...

Warten auf die Nachkommenden…

Atemberaubende Abendstimmung über dem Gr. Greiner...
Atemberaubende Abendstimmung über dem Gr. Greiner…

Gehzeit: 4,5h
Höhenmeter: UP 900m, DOWN 1060m

4. Tag – 30.8.2013

Nach den aufregenden Ereignissen am Vorabend starteten wir erst relativ spät in diesen Tag. Um 10Uhr brachen wir von der Berliner Hütte auf und verliefen und prompt… Um 10.35Uhr starteten wir dann das zweite Mal von der Hütte, dieses Mal am richtigen Weg richtung Schwarzsee. Jojo, Doug und ich gingen den anderen voraus, da wir eigentlich von der Mörchenscharte auf den Mörchenschartenkopf (2937m) und weiter auf den Kleinen Mörchner gehen wollten. Um ca. 13Uhr erreichten wir die Scharte, doch abermals mussten wir die Gipfelbesteigungen nach den ersten Metern abbrechen, da die Schneereste den Untergrund einfach zu rutschig machten.

Die Enttäuschung ist groß: Mörchenschartenkopf & Kl. Mörchner im Hintergrund!

Die Enttäuschung ist groß: Mörchenschartenkopf & Kl. Mörchner im Hintergrund!

Auf dem Weg zur Greizer Hütte

Auf dem Weg zur Greizer Hütte

Dementsprechend lange konnten wir Pause machen um auf die anderen zu warten. Um jedoch nicht wieder in eine ähnliche Situation wie gestern zu geraten, schickten wir Jojo und Doug voraus um für uns Schlafplätze und Essen auf der Greizer Hütte (2227m) zu reservieren. Ich ging die restliche Strecke mit den Mädls hinten – Anna hatte leider ziemliche Probleme mit ihrem Knie, was den ohnehin langen Abstieg etwas zur Qual werden ließ… Um 14.45Uhr starteten wir von der Scharte, um 18.45Uhr erreichten wir dann die Hütte, wo wir bereits von den Jungs empfangen wurden. Nach einem guten Essen (Ziegenmilch-Kaiserschmarrn unbedingt probieren!!!) und lustiger Gesellschaft ging’s dann relativ bald ins Bett.

Gehzeit: ca. 7h
Höhenmeter: UP 1200m, DOWN 1100m

5. Tag – 31.8.2013

Jojo, Doug und ich starteten bereits um 6Uhr richtung G-G-G-G-Gigaliz, aha – aha (3002m). 2h später standen wir oben!

Who's in tha houuuse - Gigaliiiiz!

Who’s in tha houuuse – Gigaliiiiz!

...beim Abstieg

…Kraxelei beim Abstieg.

Echt ein super Aussichtsberg – etwas ausgesetzt und brüchig ganz oben, aber die Mühen auf jeden Fall wert! Nach einer kurzen Pause und 1-stündigem Abstieg trafen wir um 9.20Uhr bei der Abzweigung vom Höhenweg auf die drei Anderen. Zunächst noch gemeinsam unterwegs, beschlossen Jojo und ich schon mal vorzulaufen, die Hütte und Schlafgelegenheiten auszuchecken. Um 14Uhr erreichten wir dann die Kasseler Hütte (2178m). Doch auch die anderen schlugen sich (trotz gröberer Knieprobleme) wacker und kamen noch vorm Abendessen an! Der Wetterbericht des Hüttenwirts am Abend (ein “Special” der Hütte) ließ bereits nicht so viel Gutes für den morgigen Tag vermuten. Der sehr lange Übergang zur Edelhütte (ca. 10h) würde wohl nur dann Sinn machen wenn es nicht allzusehr regnete…

Gehzeit: ca. 6,5h
Höhenmeter: UP 1400m, DOWN 1350m

6. Tag – 1.9.2013

Der Blick hinaus um 6Uhr in der Früh bestätigte unsere Befürchtung – es regnete. Nach dem Frühstück beschlossen wir dann noch am selben Tag alle gemeinsam ins Tal abzusteigen (zur Grünen Wand Hütte) und auf die letzte Etappe zu verzichten…

Die Berliner-Höhenweg-Gang kurz vorm Aufbruch bei der Kasseler Hütte!

Die Berliner-Höhenweg-Gang kurz vorm Aufbruch bei der Kasseler Hütte!

In ca. 2h (trotz Heidelbeer-Pausen) erreichten wir die Grüne Wand Hütte, von wo aus wir dann mit dem Tälerbus nach Mayrhofen zu unserem Auto transportiert wurden.

Während Anna, Doug und Christa sich gleich auf die Heimreise machten, schauten Jojo, Mama und ich noch kurz in Innsbruck (Goldenes Dachl, Med Uni, bestes Eis E-V-E-R) vorbei und dann über den Arlberg nach Feldkirch (super Jugendherberge!!!). Ich wollte am nächsten Tag nämlich weiter in die Schweiz, was die beiden anderen zum Anlass nahmen sich Lichtenstein mal aus der Nähe anzusehen 🙂

Gehzeit: 2h
Höhenmeter
: DOWN 700m

Resümee:

Wie soll ich sagen – so schön es auch war, aber mit dem Berliner Höhenweg/Zillertal habe ich jetzt in gewisser Weise ein “unfinished business”… Nicht nur die letzte Etappe (Kasseler Hütte – Edel Hütte) muss noch begangen werden, auch so mancher Gipfel am Wegesrand muss auf jeden Fall noch einmal in Angriff genommen werden – idealer Weise beim nächsten Mal mit etwas mehr Zeit, Gletscherausrüstung und weniger Schnee im Gepäck!!! 🙂
Eins ist aber klar – die Tiroler Berge haben es wieder einmal geschafft mich zu begeistern! Ich komme wieder, keine Frage!

HIER gehts zu ein paar weiteren Pics auf der Homepage von Anna und Doug, “stonytrails.com” 🙂