Dachstein Superferrata: #dreiaufeinenstreich

16.09.2015

Anfang Juli hätten wir ja dieses Jahr schon einmal einen Versuch gestartet – für die Superferrata auf den Hohen Dachstein (2995m), bestehend aus Anna-Klettersteig, Johann-Klettersteig und Schulteranstieg. Leider mussten wir damals wetterbedingt nach dem ersten Teil abbrechen (Link zum Bericht gibt’s hier: Anna-Klettersteig).

Vergangenen Mittwoch war es dann aber endlich soweit – die “Mission Dachstein” konnte erfolgreich absolviert werden, ein lang ersehnter Punkt auf meiner Bucketlist konnte abgehakt werden!

Kurz vor 7 Uhr ging es vom Parkplatz an der Talstation der Dachsteinbahn los. 20 Minuten später erreichten wir die Südwandhütte, um 7.40 Uhr konnten wir dann bereits in den Anna-Klettersteig einsteigen. Ca. 50 Minuten später waren wir dann auf den “Gipfel” des Mitterstein (2097m), hier machen wir mal eine ca. 20minütige Pause, zweites Frühstück sozusagen.

Bildschirmfoto 2015-09-18 um 10.36.59

Beim ca. 20minütigen Zustieg zum Johann-Klettersteig können wir 2 Gruppen überholen, wodurch wir dann alleine am Einstieg stehen und nach einer Verschaufpause zum Kraft-Sammeln um ca. 9.15Uhr die überhängende Schlüsselstelle (E) in Angriff nehmen können. Sagen wir so, gaaanz einfach ist sie nicht (v.a. auch weil ein bisschen nass), größere Personen haben sicherlich einen leichten Vorteil, aber insgesamt kommt man dann doch recht problemlos über das erste Stück. Gut ist es aber schon, dass die Stelle nur ganz kurz überhängend ist, weil sie schon “gonz sche eini geht”. Der restliche Johann ist ein einziges Vergnügen – luftig, super Aussicht, tolle Routenführung (z.B. “Adlerhorst”), immer wieder Stellen zum rasten (wenn man will),… einfach ein Klettersteig der Spaß macht. Wir haben das Glück, dass wir den gesamten Klettersteig keine anderen Kletterer treffen, und können deshalb mit ein paar Foto-Pausen zügig in etwas mehr als 2h durchsteigen und erreichen die Dachsteinwarte somit bereits um kurz vor halb 12 Uhr.

Bildschirmfoto 2015-09-18 um 10.21.58

Da wir sehen, dass am Schulteranstieg (zur Zeit der einzig begehbare Anstieg von dieser Seite, da der Randkluftsteig gesperrt ist) bereits einige Leute unterwegs sind, beschließen wir die Mittagspause auf später zu verschieben und relativ schnell den dritten Teil der Superferrata anzugehen. Ab und zu ist es notwendig entgegenkommenden oder langsameren Gruppen auszuweichen, die Wartezeiten halten sich aber an diesem Tag zum Glück in Grenzen, weswegen wir in nur ca. 1h den Gipfel erreichen. Der Schulteranstieg ist sehr gut versichert und nie schwieriger als B, wodurch wir teils auf unser Klettersteigset verzichten. Einzig die ersten Meter sind etwas “knackig”, weil sehr abgetreten und rutschig. Um ca. halb 1 Uhr stehen wir – etwas weniger als 6h nachdem wir aufgebrochen sind. Ein schönes Gefühl! Am Gipfel weht ein ganz schöner Wind – nach ein paar Fotos geht’s relativ bald wieder zurück. Auch der Abstieg gelingt flott (3/4h), v.a. wahrscheinlich, weil wir schon ziemlich hungrig sind und die Pause in der warmen Dachsteinwarte lockt! 🙂

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Nach einer ausgiebigen Mittagspause geht’s dann in ca. 20 Minuten über den viel-frequentierten und oft gatschigen “Spazierweg” am Gletscher recht unbeeindruckend zur Bergstation der Dachsteinbahn, die wir um kurz nach 15 Uhr erreichen. Die Talfahrt (21,50Euro) leisten wir uns nicht, und steigen deshalb über den Klettersteig (B-C; rot-weiß-rot markiert, aber keine Wegweiser!) von der Hunerkogel-Bergstation zur Hunerscharte ab, und von dort auf dem Hunerschartensteig (A-B) richtung Südwandhütte ab.

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Das Klettersteigset lassen wir aber sein, mit genügend Aufmerksamkeit ist der gut versicherte Steig auch ohne Set gut zu meistern. Vorbei am Skywalk-Einstieg (der muss ein anderes Mal dran glauben) geht es hinunter, die Dachstein-Gondel fährt unzählige Male über unseren Köpfen auf und ab, doch obwohl wir schon müde sind, bereuen wir unsere Entscheidung zu Fuß hinunter zu gehen nicht, hätten wir sonst z.B. die Gams-Herde (!) nicht aus unmittelbarer Nähe beobachten können und auch auf die Trailrunning-Sequenz die letzten Meter von der Südwandhütte hinunter hätten wir verzichten müssen.

Um ca. 17 Uhr erreichen wir müde aber zurfrieden wieder das Auto. What a day! 🙂

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Dachstein Superferrata – Teil 1 (von 3): #youcantalwaysgetwhatyouwant

5. – 6. Juli 2015

Ganz spontan entschied ich mich am Sonntag Doug (dem Mann meiner Cousine) und seinem Kumpel Berni in die schöne Steiermark zu begleiten und einen lang-ersehnten Punkt auf meiner To-Do-Liste abzuhaken.

Der ursprüngliche Plan wäre es gewesen am Abend des 5.7. zur Südwandhütte aufzusteigen, um dann am nächsten Tag ganz früh den Dachstein via Superferrata zu erklimmen (Anna-Klettersteig, Johann-Klettersteig, Schulteranstieg).

Das Auto parkten wir bei den Talstation der Dachsteinbahn in Ramsau (Achtung Mautstraße: 14 Euro pro Auto). In ca. 20 Minuten geht’s über wenige Höhenmeter, vorbei an einem beeindruckenden Wasserfall zur Südwandhütte, wo wir bei leckerem Essen und amüsanter Gesellschaft den Sonnenuntergang genießen.

Nach einer kurzen Nacht wollten wir um 5 Uhr aufbrechen (Frühstück um 7Euro muss nicht sein – lieber selbst etwas mitnehmen!). Genau zu der Zeit beginnt es zu Regnen, und die schwarzen Wolken, die über dem Dachstein herübersahen, lassen nichts Gutes erahnen 😦
Kurz nach 5 Uhr wird der Regen weniger und wir machen uns dann doch auf runter zum Einstieg des Anna-Klettersteigs, den wir in ca. 20 Minuten erreichen. Von dort sind es dann ca. 300 relativ einfache Höhenmeter (nie mehr als Schwierigkeit D) zum Mitterstein (2097m) – insgesamt etwas über 50 Minuten für uns.

Bildschirmfoto 2015-07-07 um 18.23.46

Kraxln im Anna.

Kraxln im Anna.

Genau zur richtigen Zeit schaffen wir es aus der Wand, denn schon wieder beginnt es zu regnen und sogar zu donnern. Schön langsam wird uns klar, dass wir den Dachstein-Gipfel wohl heute nicht zu Gesicht bekommen werden. Dennoch beschließen wir, uns zumindest den überhängenden Einstieg (E) des Johann-Klettersteigs noch anzusehen, um für s’nächste Mal Bescheid zu wissen.

Patschnass kommen wir dann nach weiteren ca. 15 Minuten beim “Johann” an, etwas wehmütig heute nicht raufzukönnen (so wild schaut der Überhang nämlich nicht aus), aber gleichzeitig auch froh, bei diesen Verhältnissen nicht schon irgendwo in der Wand zu hängen.

Zurück zur Hütte geht’s zunächst über steile Schneefelder und dann über den Johann-Zustieg mit ein paar versicherten Stellen. Nur kurz wärmen wir uns bei einem heißen Getränk auf, bevor es dann im Laufschritt in 10 Minuten zum Auto geht.

Tja, diesen Tag hätten wir uns etwas anders vorgestellt, aber was soll’s. Jammern hilft nix! Wir können froh sein, dass alles gut ausgegangen ist und die Superferrata muss halt dann demnächst noch einmal attackiert werden.
Schön war’s trotzdem! 🙂