Ummi übers Tote Gebirge: #längsüberschreitung

Vor 2 Jahren nahm ich diese Tour bereits schon mal in Angriff, hab mich aber dann im Dunkeln am Weg rauf zum Prielschutzhaus verlaufen (ja, das geht). Dieses Mal sollte die Aktion erfolgreicher verlaufen.

Den gesamten Touren-Track gibts hier: Totesgebirge-Längsüberschreitung

Insgesamt waren’s: 81km – 6333hm rauf – 6471hm runter

13.8.2017: Tag 1/Anreise

Von Spital am Pyhrn (658m)/ Parkplatz der Wurzeralmstandseilbahn gehts am späten NM los. Hier hat man die Möglichkeit entweder mit der Bahn hochzufahren, den Wanderweg über die Piste zu nehmen, oder etwas einsamer, dafür umso schöner und abenteuerlicher, wenn auch bissi gatschiger über die “Hölle” zu gehen. Letzers war unsere Wahl. Auch wenn die Brennessel-Stiche noch Tage danach juckten, ist es dieser Ausflug in eine schaurig-schöne Steinlandschaft mit unterirdischen Bacherl und alten Steinzeichnungen allemal wert.

Und plötzlich steht man am Teichl-Boden. Traumhaft. Der Stubwieswipfel türmt sich zur rechten Seite auf. Immer wieder ein Muss – ein Abstecher da rauf!

Wieder herunten auf der Forststrasse gehts im Laufschritt sie letzten “Meter” zur Dümlerhütte (1495m). Nettes Team. Gutes Essen. Super Lager. Läuft.

Talstation – 2h – Teichlboden – 45min – Stubwieswipfl – 45min -Dümlerhütte


14.8 2017: Tag 2/ Ganz a schöna Gewalthatscher

Noch im Dunkeln breche ich auf. Es gilt am heutigen Tag keine Zeit zu verlieren. Einige Kilometer mit nicht wenigen Höhenmetern stehn am Program. Der sternenklare Nachthimmel verspricht Gutes! Kurz nach Sonnenaufgang steh ich allein am Warscheneck (2389m). In solchen Momenten weiß man warum man sich die “Quälerei” immer wieder antut. Von hier sehe ich den langen Bergrücken den ich heute zunächst entlang muss, im Hintergrund das Tagesziel am Fuße der markanten Spitzmauer. Bissi mulmig wird mir bei dem Anblick schon. Die Zeitangaben auf den Wegweisern ignoriere ich. Hilft ja eh net. Also nix wie los… In der angenehmen Morgensonne geht’s durch malerisches Gebiet zuerst bissi geröllig runter, dann wieder hinauf zur Elmscharte und von nun an quasi im Laufschritt über Schrocken (2380m), Kreuzspitze, Hochmölbling (2341m), Mittermölbling bis zum Kleinmölbling (2160m). Ein Paradies für Trailläufer. Die Aussicht ein Traum übers Stodertal hinüber zu den kalkigen Spitzen. Hier könnt ich immer und immer wieder laufen. Aber heute muss ich weiter – hinunter zur Hochmölblinghütte (hier könnte man auch übernachten), wieder bissi rauf, runter zum Grimmingboden (Wasser!) und vorbei an der idyllischen Graßeckalm (hier gibt’s immer frisch gekühlte Getränke zu kaufen!), rauf zur Türkenkarscharte. Wer noch Zeit und Energie hat (Fehlanzeige bei mir!) könnte noch die 300HM aufs Hirscheck raufhupfn. Ich schnappe mir stattdessen einen Stock und kämpfe mich durch die Kuhherden. Der Ausblick von der Bärenalm ist wie immer ein Traum (und wie jedes Mal schwöre ich mir irgendwann so ne Hütte zu besitzen… wenn ich mal reich bin). Der Weg hinunter zum Talboden zieht sich dann doch noch ein bisschen, v.a. bei der Hitze, aber die Aussicht auf ein kühles Bad in der Steyr motiviert mich. Unten angekommen folge ich ca. 1km dem ausgeschilderten Laufweg auf der Hauptstrasse talauswärts und begebe mich dann wieder auf Nabenstrassen rg Polsterlucke (FKK Badestopp inklusive!).
Einmal noch die Trinkblase mit kaltem, klaren Wasser aufgefüllt, nehme ich die letzten Höhenmeter für heute in Angriff. Viel im Wald (super bei dem Wetter), vorbei am Wasserfall führt der schön angelegte Steig stetig bergauf. Ich bin aber bereits am Ende meiner Kräfte heute. Laaangsam quäle ich mich bergauf bis ich endlich das Prielschutzhaus (1420m) sehe. Hunger. Durst. Schlafen. Aussicht. Tourenplanung. Auf alles gibts dort oben eine Antwort. Sehr fein. Ich bin nur noch ünerglücklich und lasse den restlichen NM (es ist dann doch erst 16Uhr) mit einem breiten Grinser meine Seele und beanspruchten Gebeine in der Sonnenliege auf der Terasse baumeln.

Dümlerhütte – 2h – Warscheneck – 2h – Schrocken – 45min – Hochmölbling – 1h – Hochmölblinghütte – 1h20min – Türkenkarscharte – 1,5h – Hinterstoder Tal – 45min – Polsterlucke – 2h – Prielschutzhaus


15.8.2017: Tag 3/ Deswegen heißt es also “TOTES Gebirge”

Wieder läutet der Wecker früh. Zum einen kann ich von Sonnenaufgängen in den Bergen einfach nit genug bekommen. Zum anderen möchte ich vor allen Anderen zum Stodertaler Klettersteig auf die Spitzmauer (2442m) kommen (Steinschlag und so). Ich will hier keinenfalls Werbung für das Klettersteiggehen ohne passende Ausrüstung machen(!), aber manchmal ist man halt ein bissi unvernünftig und im Fall des Stodertaler-Klettersteigs wirklich nicht soooo wild (nur A/B; seeehr kurz; und eben Versuch der Vermeidung v. Steinschlag durch frühes Gehen – wobei man sich auf die Gamsn heutzutage auch nimmer 100%ig verlassen kann…). Noch vor Sonnenaufgang gelange ich durch die Klinserschlucht links hinauf zum Klettersteig.

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Stodertaler Klettersteig TOPO

Der Klettersteig is super angelegt, super für Anfänger und kurz (schnell: 20min). Vom Ausstieg geht’s dann nocheinmal gut 20min zum Gipfel. Die Spitzen ringsherum sind schon ins zarte morgendliche Rosa getaucht. Ein Traum. Die Gipfelfrühstückspause habe ich nötig, bevor ich mich über den etwas längeren Normalweg um den Weitgrubenkopf herum auf den Weiterweg mache. Die kürzere Variante ist sicherlich der Abstieg wieder über den Klettersteig (was vom Hüttenwirt auch empfohlen wird). Wieder am Hauptweg gehts relativ zügif hinaud zim Temlbergsattel und so nah am Temlberg (2331m) kann ich natürlich nicht widerstehen da noch eine Sprung raufzumachen.

Und dann versteh ich wie das Tote Gebirge zu seinem Namen kommt. Der Weiterweg verlauft quasi durchs Herz dea Toten Gebirges. Eine kalkige Steinwüste. Die Sonne brennt. Dolinen. Kein Wasser. Vereinzelt die ersten Weitwanderer. Wenig Pflanzen. Trotzdem imposant. Der Weg zum Rotkogelsattel zieht sich zum Schluss ein wenig. Von dort gehzs aber nur mehr runter zur Pühringerhütte (1638m). Wer hier übernachtet sollte sich unbedingt das Rotgschirr und den “Öm” (=Elm) von oben ansehen, bzw. eine ausgibige Badesession am See bei der Hütte einlegen. Ich nehme mir für all das heute doch keine Zeit und beschließe noch zur nächsten Hütte weiterzugehen.

Die Sonne heizt ordentlich runter um die Mittagszeit. V.a. die Höhenmeter nach der Elmagrube ziiiehen sich. Am Sattel spaltet sich der Weg, ich nehme den linken. Hätte auch rechts um das Wildgössl (2062m) herum gehen können merke ich später. Oh well. Zu spät. Wieder eim Gipfel mehr. Yeehaaa. Auf der Gipfelwiese genieße ich den Ausblick auf den Dachstein, der immer näher kommt, und die hügeligen, schon wieder bewachseneren Ausläufer des Toten Gebirges. Schon schön, auch wenn die Bergerl nimmer ganz so hoch hervorragen. Beim Hinuntergehen versteige ich mich wieder mal (auf Markierungen verlassen anstelle von Steigspuren ist doch immer noch gscheiter), finde aber wieder zurück auf den eigentlichen Weg und befinde mich bald schon im Landeanflug auf das Appelhaus (1638m). Den Redenden Stein lasse ich heute Redenden Stein sein und folge den Klängen der Volksmusik (und des im 10min-Takt-aufkreuzenden-Hubschraubers). Auf der Hütte ist diese WE 90Jahr- Feier oder so. G’steckt voi. Und Heli-Taxi ausn Tal. Na servas. Meine Beine haben genug für heute. Mein Kopf auch (bissi viel Sonne vl). Mein Budget reicht gerade noch für 1x Übernachtung, 1x Hollersaft und 1x Nudeln. Genug.

Prielschutzhaus – 2h – Spitzmauer – 1,5h -Temlbergsattel – 30min – Temlberg – 2h – Pühringerhütte -1,5h – Wildgössl – 1,5h – Albert-Appel-Haus.


16.8.2017: Tag 4/ Owi ins Tal

Manchmal lohnt sich das frühe Aufstehen, manchmal nicht. Letzters war wohl an diesem Tag der Fall. Zwar noch im Trockenen, aber nicht mehr wolkenlos mache ich mich auf rg Wildensee. Muss es da an einem warmen Sommertag schön sein. Die Morgendämmerung lässt nur kurzzeitig einen Blick auf die Landschaft zu. Dann verschwindet aller ringsherum im Nebel. Es beginnt zu tröpfeln. Kurzum ändere ich meinen eigentlichen Plan (Übergang zur Ischler Hütte und von dort runter ins Tal) und beschließe diese Etappe sein zu lassen und bereits jetzt ins Tal abzusteigen. Vorbei an der Rinnerhütte (1473m) sieht man schon bald den Offensee. Der steile Weg dort hinunter geht aber noch ganz schön in die Knie. Umso happier bin ich das Ende des linken Seeufers zu erreichen. Ein letzter Blick zurück und ab auf sie Hauptstrasse rg. Ebensee (ca. 13km). Irgendjemand wird mich schon mitnehmen… ( gar nit so einfach so früh am Morgen…). Und dann beginnt es zu schütten. Tutschnass kämpfe ich gegen die Regentropfen an. Nach einer halben Stunde das erste Auto. Ignoriert mich. Na super! Nach einer Zeit das Zweite. Ein Kraftwerksmitarbeiter. Erbarmt sich und fahrt mich bis zum Bahnhof. Es gibt ja doch noch nette Leute. 🙂

Schnell noch ins halbwegs trockene Gewand gehüpft, dann geht’s mitn Zug rg Wels.

So schnell kanns manchmal gehen, und man ist ganz unerwartet wieder back in der Zivilisation. Eins is aber sicher – diese letzte Etappe der Totengebirgslängsüberschreitung (Was für 1 Wort. Vong der Länge her) hole ich bald mal nach – soll nämli noch ziemlich schön sein.

Appelhaus – 2,5h – Offensee – 30min – Parkplatz/Hauptstrasse

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Unterwegs im Toten Gebirge: #nevertoooldforfirsttimes

2.-3.Juni 2017

Am Freitag ging’s für mich gleich richtung OÖ wo mich Mama am Hbf Wels abholte. Weiter gings mit dem Auto richtung Almtal, mit einem kurzen Zwischenstopp zwecks Jausen-Einkauf.

Um ca. 16.30Uhr machten wir uns dann vom Parkplatz beim Almtalerhaus (714m) auf den Weg richtung Welserhütte (1726m), unserem Schlafplatz für heute. Ca. 2,5-3h muss man für die Strecke ungefähr rechnen. Obwohl man die Hütte bei den Grundmauern bereits sehen kann, ziehen sich die restlichen ca.800hm noch ordentlich, v.a. wenn man ab dem Geröll-Feld bereits Leo (den Hüttenwirt) mit dem Ferngucker erkennen kann, der somit ganz genau über die körperliche Verfassung seiner zukünftigen Gäste Bescheid weiß… *schnauf* Der Empfang auf der Hütte ist dennoch nicht weniger herzlich. Da es noch Anfang der Saison ist sind erst wenige Übernachtungsgäste da, um genau zu sein an diesem Abend ausser uns nur eine Gruppe aus Tschechien, die aber sogar noch später als wir ankommen. Silvia und Leo nehmen sich Zeit für ein kurzes Plauscherl und tischen netterweise auch so spät noch feinstes Gemüsegröstl, Kotlette und Kaiserschmarrn auf. Und das alles bei Sicht auf einen wunderschönen Sonnenuntergang übern Almtal. Traumhaft. Nach ein paar hilfreichen Tipps für unser morgiges Vorhaben gehts für uns ins Bett – draussen graupelt es unerwartet, aber solangs morgen wieder besser wird….

Frühstüstück gäbs ab 6.30Uhr. Wir machen uns aber bereits kurz nach 6 Uhr auf zum Einstieg zum Tassiloklettersteig – gut markiert! Anspannung liegt in der Luft. Mama wagt sich als Neo-60erin an ihren ersten Klettersteig. Der Tassiloklettersteig ist zwar nie schwerer als C, doch v.a. die Einstiegspassage ist nicht die Einfachste und um diese Jahreszeit noch ganz schön nass und rutschig. Mama plagt sich. V.a. ihre ganz normalen Wanderschuhe bieten auf diesem Untergrund kaum Halt. Zurückgehen? Aufgeben? Nach den ersten Metern bestehe ich auf einen Schuhtausch – und siehe da, es läuft gleich viel besser! An manchen Stellen ist noch ein bisschen Mut gefragt, aber die Kraft kann man bei Gehstücken (A/B) immer wieder gut sammeln. Ohne große Probleme erreichen wir nach ca. 2h das Almtalerköpfl und von dort in ca. 1h unschwer den Schermberg Gipfel (2396m). Dort oben treffen wir noch auf die letzten Tourengeher der Saison und sehen ihnen neidisch bei ihrer Firnabfahrt zu. 

Nach einer ausgiebigen Frühstückspause gehts auch für uns hinunter – dank der aufgefirnten Schneedecke aber kein Problem und richtig spaßig! Zur Not nehmen wir uns auch noch zwei Haselnuss-Steckern (Überbleibsel vom Schermberglauf mit). Da es noch nicht so spät ist und das Wetter noch hält umrunden wir den Sauzahn auf der linken Seite und stoßen dann zum Normalweg rg. Fleischbanksattel, wo wir unsre Rucksäcke deponieren und dann die letzte Stunde zum Großen Priel (2515m) in Angriff nehmen. Ganz schön viele Leute tummeln sich hier heroben, die meisten steigen aber vom Prielschutzhaus auf, da die Südseite schon bedeutend schneefreier ist. Immer wieder imposant hier heroben, am Dach des Toten Gebirges. A special place.

Hinunter geht’s über zahlreiche Schneefelder recht rasant und z.T. ganz schön steil. Mit unsren Haselstöcken aber null problemo. Bald schon sind wir wieder auf der Welserhütte, wo wir aber nur kurz Pause machen und bald zum restlichen Abstieg aufbrechen. Kurz vorm Erreichen des Talbodens fängt es ordentlich zu regnen und gewittern an. Während wir völlig durchnässt im Regen am endloserscheinenden Weg zum Almtalerhaus unterwegs sind (zaach!), scheint oben schon wieder die Sonne. Pünktlich zur Ankunft beim Auto setzt sich aber auch im Tal wieder die Sonne durch – das obligatorische Bad in der eiskalten Alm lasse ich mir nicht nehmen! Müde, glücklich, zufrieden und auch ein bisschen stolz (1. Klettersteig mit 60 is ja schon gar nit so schlecht!) starten wir in das noch junge verlängerte Pfingstwochenende. Können schon auch was, die Berge in der Heimat! 🙂 

Eins is klar: I’ll be back! (v.a. der Welser Weg und das Schlossgespenst auf den Schermberg habens mir angetan…. #newprojects)

Kremsmauer: #sleepingunderthestars

20. – 21.5.2016

Das letzte Mal noch auf der vergebenen Suche nach der Sonne auf der Kremsmauer, kamen wir dieses Mal auf volle Kosten – was die Suche nach Sonne betrifft, das Streben nach Herausforderung, die Lust auf Abenteuer, und überhaupt…

Am Freitag Nachmittag schwang ich mich mit viel zu schwerem Rucksack auf mein Rennradl und los ging’s – ins schöne Kremstal, genauer, Richtung Kremsursprung. Mit jedem Meter wurden die Wolken am Himmel weniger und 55km bzw. 2h20min später kam ich bei strahlendem Sonnenschein an. Das Rad noch schnell hinter einem Busch “geparkt”, ging’s um viertel nach Fünf richtig los. Nächsten Ziel: Kremsmauer!

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Die letzten Meter auf dem Rad.

Der Weg war nur zum Teil noch ein bisschen durchnässt und gatschig, die versicherten Stellen im oberen Teil aber überhaupt kein Problem was die Nässe betrifft. Generell also super Bedingungen – ideal um dem Westgrat mal einen Besuch abzustatten. Nach nicht ganz 2h Gehzeit, kurz nach dem Törl, zweigte ich also vom Normalweg nach links ab, und orientierte mich fortan an blassen roten Punkten, Steinmanderl und dem gut erkennbaren Pfad. Ca. 10 Minuten quert man den Hang noch unterhalb des Grats, bevor es dann immer auf dem Grat (bzw. ab und zu etwas links davon) schön, immer wieder auf- und ab, mit der einen oder anderen I-IIer Stelle und luftigen Tiefblicken, dahingeht. Absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind Voraussetzung für diesen Steig, der sich aber wirklich lohnt! Nach ca. einer dreiviertel Stunde erreicht man zunächst das alte Kremsmauer-Gipfelkreuz, und wenig später dann die “Pyramide”.

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Abzweigung links zum Westgrat-Pfad.

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Am Westgrat.

An meiner Schlafstätte für diese Nacht angekommen, genoss ich dann die untergehende Abendsonne und den beeindruckenden Blick zum noch verschneiten Toten Gebirge vom “alten Gipfel” aus, v.a. weil man von dort aus auch den besten Blick auf den Grat hat. 1h nach mir waren nämlich auch Doug, Elias und Jojo vom Kremsursprung-Parkplatz gestartet und sollten demnach auch bald ankommen. Sobald die Sonne untergegangen war wurde es kalt, und so war ich froh, als ich die drei Schatten bald am Grat erblicken konnte und wir dann die letzten Meter bis zum neuen Gipfelkreuz schon etwas im Dunkeln, aber dank des Vollmonds noch ohne Stirnlampen in Angriff nehmen konnten.

Nach einer kurzen Jause schauten wir dann aber auf schnellstem Weg in unsere Schlafsäcke/Biwaksäcke, mit allen mitgebrachten Kleidungsschichten – sagen wir so, warm war es nicht gerade… Ich hatte zu allem Überfluss auch noch meinen Biwaksack zuhause vergessen, weswegen ich mich nach kurzer Zeit in eine Alu-Rettungsdecke hüllte, um die Nacht so halbwegs zu überleben 😉 Damit ging’s aber dann ganz gut.
Auf allzuviele Stunden Schlaf kommt man bei so einer Nacht im Freien aber ohnehin nicht – somit waren wir alle froh als kurz nach 5Uhr dann endlich die Sonne wieder aufging und wir uns beim Frühstück am Gipfel wieder etwas aufwärmen konnten. Der Anblick der aufgehenden Sonne, der untergehende Vollmond, die in der Morgensonne leuchtenden Berggipfel entschädigen aber dann allemal für die nicht ganz so komfortable Nacht. 🙂

Da der Westgrat bereits in der Sonne war, beschlossen wir dann auch den Rückweg zum Törl über den Grat zu gehen – im Tageslicht sind so manche Blicke in die Tiefe dann noch ein bisschen beeindruckender!

Etwas übermüdet, k.0., aber glücklich kamen wir dann am  Vormittag beim Parkplatz an – das ganze Wochenende noch vor uns, und schon soooo viel erlebt!
Ein super Abenteuer! Gerne wieder mal! 🙂

 

Johannesweg: #pilgernfüranfä…ähm …fortgeschrittene

84km – 2 Tage – wunderschönes Mühlviertel – saftige Wiesen – sanfte Hügel – mystische Wälder – imposante Granitriesen – meandrige Flussläufe – freundliche Leute – herrliches Panorama – marode Fiass.

Verwende die oben genannten Reizwörter um eine spannende Erlebniserzählung zu gestalten, ODER ABER, du begibst dich, wie wir, einfach für ein paar Tage auf den Johannesweg im Mühlviertel – dort findest du Inspiration en masse!

5.-6.Mai 2016

Da in den höheren Gebirgsgegenden noch ein bisschen zu viel Schnee liegt, hat es uns dieses Mal in den nördlichen Teil Oberösterreichs verschlagen, ins wunderschöne Mühlviertel. Dort besteht seit einigen Jahren der Johannesweg, der sich auf 84km Länge, von Pierbach (494m) ausgehend, in Form einer Lilie durch die hügelige Landschaft zieht. Der höchste Punkt, der Kammererberg befindet sich zwar nur auf 980m, doch insgesamt kommt man durch das ewige Auf- und Ab auf ca. 3200 Höhenmeter hinauf.

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Karten gibt’s bei jedem Wirt der Region um 2,-Euro käuflich zu erwerben.

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Ein ständiges Auf- und Ab.

Empfohlen wird, die Tour auf 3-4 Tagesetappen aufzuteilen (hier geht’s zu den offiziellen Tourenvorschlägen). Da ich aber bekanntlich Herausforderungen liebe, hat sich auch meine Mama, mit der ich unterwegs war, zu dem Vorschlag hinreissen lassen, den Johannesweg in 2 Tagen zu gehen. Im Nachhinein zwar ein durchaus machbares, wenn auch anstrengendes Unterfangen. Wer jedoch ein bisschen mehr Zeit zum Verweilen und Genießen haben möchte, sollte sich wirklich die empfohlenen 3-4 Tage Zeit nehmen.

Tag 1: Gestartet sind wir um 6 Uhr in Pierbach bei leichtem Nieselregen, angekommen um kurz nach 16 Uhr in Silberberg bei abendlichem Sonnenschein (kurz nach dem Kammererberg). Dazwischen ca. 45km mit ruhigen Flusstälern, der Ruine Prandegg, zahlreichen beeindruckenden Aussichtsfelsen mit historischen Hintergründen, verschlafenen Ortschaften, netten Begegnungen, etc. Insgesamt eine recht kurzweilige Strecke, dank des ewigen Auf- und Abs, den vielen Attraktionen und der sich ständig verändernden landschaftlichen Umgebung. Nach etwas mehr als 10h waren wir dann doch froh unser Zimmer im Biohof Reithmayr beziehen zu können, eine wunderschön gelegene und recht unkomplizierte Unterkunft. Zum Essen gibt’s die nächsten Möglichkeiten in Kaltenberg (5km bzw. 1h), und mit ein bisschen Glück kann man mit Alois (dem Biobauern) eine Strecke mitfahren. Das Zurückwandern nach dem Essen hat uns beiden dann ganz gut getan 🙂

Tag 2: Pünktlich zum Sonnenaufgang brachen wir wieder um ca. 6 Uhr bei wolkenlosem Himmel von Silberberg auf, nicht mehr ganz so frisch wie am Vortag (v.a. meine Füße und mein li Knie zwicken schon ein bisschen), aber doch vorfreudig und gespannt auf die noch verbleibenden 39km. Die morgentliche Ruhe und angenehme Sonneneinstrahlung sind vor allem im ersten Streckenabschnitt einfach wunderbar. Frühstück gab’s dann nach ca. 2h in Unterweißenbach beim Spar. Trotz der nicht mehr allzuvielen Höhenmeter zieht sich der Weg vor allem um die Mittagszeit abschnittsweise schon ein bisschen. Ab der letzten “Attraktion”, dem Gipfelkreuz, geht es viel bergab, zunächst nach Königswiesen, dann weiter zum kleinen Ort Mötlas. Die nächsten 5km sind wohl die “zachsten” des gesamten Weges – auf der Straße geht es stetig bergab (zu diesem Zeitpunkt ist mir jeder Meter bergauf bereits um einiges lieber als hinunter!) bis zum Steig hinauf zur Ruine Ruttenstein. Von dort hat man noch eine letzte Möglichkeit den Blick zurückschweifen zu lassen, über die ganzen Hügel, die man schon hinter sich gebracht hat. In ca. 1h15min gelangt man dann zurück zum Ausgangspunkt, nach Pierbach, wo wir um ca. 17Uhr ankommen. Glücklich, aber schon seeeehr k.o.!

P.S.: Wer eine kleine Motivation braucht, bei jeder der zwölf “Attraktionen” am Weg kann man einen Stempel ergattern, bzw. sich ganz einfach auf der Johannesweg-App (die übrigens insgesamt ganz praktisch ist!) einloggen. Nach 8 Stempeln gibt’s bei einem der Wirte der Region die Johannesweg-Wandernadel für 2,-Euro! 😉

Brunnkogel: #spurenimaprilschnee

30.4.2016

Tagwache – 2.45Uhr. Dann geht’s per Auto Richtung Parkplatz Taferlklause (765m) wo ich um kurz nach 4 Uhr, mit Stirnlampe ausgerüstet, aufbreche. Heutiges Ziel – Brunnkogel (1708m).

Zunächst geht’s gemütlich entlang der Forststraße bergauf. Den Weg könnte man auch am Rand der Skipiste ein bisschen abkürzen, was ich im Dunkeln aber nicht erkennen kann. Bald schon erreiche ich dann aber das Brünndl (900m), wo der Normalweg nach rechts abzweigt.

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Abzweigung zum Normalweg.

Wer es aber ein bisschen anspruchsvoller bevorzugt, kann, wie ich, den unmarkierten Weg über den Franz-Scheckenberger-Steig, der über die Bischofmütze (nicht zu verwechseln mit der am Gosaukamm) führt, wählen, für den man geradeaus auf der Forststraße bleibt, die jedoch bald in einen gut erkennbaren Wanderweg mündet. Bald schon wird klar, dass doch noch einiges an Schnee vorhanden ist, doch zum Glück gibt es schon eine Spur durch den Schnee, durch die ich mich sehr gut orientieren kann. Ohne diese wär ich wohl wieder umgekehrt. Der Weg schlängelt sich kontinuierlich steigend bis zur Einstiegstafel des Steigs, den ich um kurz nach 5Uhr erreiche.

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Noch ganz schön dunkel am Anfang.

Ab dann geht es etwas steiler, jedoch nicht sonderlich ausgesetzt hinauf durch die Latschen (I-er Stellen). Ganz unerwartet taucht dann bald schon auf der linken Seite das Gipfelkreuz der Bischofsmütze (1446m) auf und auf die Sekunde pünktlich erreiche ich dann um ca. dreiviertel 6 Uhr den Bergrücken, gerade rechtzeitig um dem großen Feuerball am Horizont beim Aufgehen zuzusehen. Immer wieder imposant so ein Sonnenaufgang in den Bergen.

Nach einer kurzen Fotosession geht’s zunächst ein paar Meter wieder hinunter und dann durch eine Latschengasse hinauf. An Tagen wie diesem ganz schön mühsam, denn genau dort hat sich noch besonders viel Schnee angesammelt, wodurch ich immer wieder bis zur Hüfte im Schnee einbreche. Ein Kraftakt, sich so durch den Schnee zu kämpfen. Doch schon bald wird das Gelände wieder etwas felsiger, was das Vorankommen wieder deutlich erleichtert. Die Felsplatten sind außerdem aber sehr schroff und griffig, was auch die eine oder andere etwas “anspruchsvollere” II- Stelle recht easy überwindbar macht. Wichtig ist, dass man sich in der Rinne rechts vom Nordwestgrat (Kletterroute) nach oben fortbewegt (roter Punkt zur Orientierung). Sehr flott erreicht man dann den grasigen Ausläufer der Rinne und bald schon wird das Brunnkogel-Gipfelkreuz sichtbar, wo es fortan nur noch wenige Meter flach zum höchsten Punkt geht.

Um dreiviertel 7 Uhr stehe ich dann am Gipfel des Brunnkogels (1708m). Die Sonne heizt schon ordentlich herunter, das imposante Gipfelkreuz, die weite grasige Gipfelumgebung und die fulminante Aussicht laden zum Verweilen ein. Keine Menschenseele weit und breit. Du, allein mit der Natur. Das tut gut!

Den Abstieg wähle ich dann auf direktem (Normal)weg zurück zur Taferlklause, nicht aber ohne einen Abstecher über den Mathiaskogel zu machen, der quasi direkt am Weg liegt. Der führt mich über den Hochleckenkogel hinunter ins Kar. Spuren sind einige vorhanden, die ich aber bald schon verlasse, da sie vor allem im unteren Bereich schon etwas rutschig werden. Außerdem ist man flotter und macht es viel mehr Spaß wenn man über die Schneefelder hinunter hüpft/läuft/kugelt. Meine Schienbeine sind zwar nun dank des recht robusten Harschdeckels übersät mit blauen Flecken, aber das war es allemal wert! 🙂 Wenn ich mich aus meiner Kindheit richtig erinnere, befindet sich auch im Sommer anstatt der Schneefelder eine riesige Schotterriese, was den Abstieg um einiges erleichtert.

Zurück geht es dann entlang der Skipiste hinunter bis zum Skilift, der mir irgendwie bekannt vorkommt – habe ich doch hier vor gut 24 Jahren das Skifahren gelernt. Wie die Zeit verfliegt! 🙂
Entlang vom Taferlklausen-Weiher wandere ich gemütlich zurück zum Parkplatz, einen letzten, beeindruckenden Blick hinaufwerfend, wo ich um kurz vor 9Uhr wieder glücklich das Auto erreiche. Schön war’s und immer wieder wert für eine Sonnenaufgangstour ein bisserl früher aufzustehen! 🙂

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Ein letzter Blick zurück.

#GEWALTHATSCHER: Sengsengebirgsüberschreitung – Variante Runde

29.Mai 2015

Die Sengsengebirgsüberschreitung zählt bei uns in Oberösterreich sicherlich zu den “Klassikern” für Bergsteiger. Es wurde also höchste Zeit, dass auch ich mir diese Tour mal von der Nähe anschaue. Es gibt verschiedene Möglichkeiten diese Überschreitung anzugehen: entweder vom Pertlgraben in Klaus aus, oder so wie ich vom Spering-Parkplatz, oder von der anderen Seite in Windischgarsten beginnend; man kann den Höhenweg in 2 Tagen begehen und im Uwe-Anderle-Biwak übernachten, oder als 1-Tages-Überschreitung planen; und dann besteht die Möglichkeit auch noch zurück zum Ausgangspunkt zu wandern.
Ich entschied mich für die “Runden Variante bzw. die Sensengebirgsüberschreitung Deluxe” an einem Tag. Eine doch nicht zu unterschätzende Herausforderung, wie sich herausstellen sollte…

Start: 5.15 Uhr beim Parkplatz “Speringbauer/Schillereck” (530m) (Abfahrt St. Pankraz, rg. Bhf. Hintersoder/Flötzersteig, ca. 3km rg. Parkmöglichkeit im Wald)

Wegweiser beim Parkplatz.

Wegweiser beim Parkplatz.

…zunächst geht es noch ein paar Minuten einer Forststraße entlang, bevor dann die ersten gut 1000HM großteils im Wald recht flott ansteigend überwunden werden. Die Aussicht auf d. Kleinen Priel usw. wird besser und besser. Achtung: Beim Geigerbrunnen (820m) kann man das letzte Mal die Wasservorräte auffüllen!

7.05 Uhr: Kamm “Auf der Hutn”/ Sender (1485m)

Beim Sender.

Beim Sender.

…angekommen beim Sender besteht die Möglichkeit noch einen Abstecher auf den Spering zu wagen. Unbedingt aber mit den Zeit- und Kräfte-Ressourcen haushalten, denn der Weg wird noch lange!!! Meinen Rucksack lasse ich beim Wegweiser liegen, denn auf den ersten möglichen Gipfel des Tages kann ich unmöglich verzichten. Zunächst geht es kurz die Forststraße hinunter, und dann noch ca. 200HM zum Ostgipfel, bevor es dann dem Grat entlang zum Gipfelkreuz geht. Auch so früh am Morgen treffe ich hier bereits auf zwei gleichgesinnte Damen aus dem Mühlviertel- eine angenehme Überraschung! 🙂

7.40 Uhr: Gipfel Spering (1605m)

Der Spering vom Kamm aus.

Der Spering vom Kamm aus.

Gipfel Nr. 1 für heute

Gipfel Nr. 1 für heute

Blick auf die bevorstehende Wegstrecke (Schillereck, Hochsengs)

Blick auf die bevorstehende Wegstrecke (Schillereck, Hochsengs)

Auf der Forststraße zurück zum Sender.

Auf der Forststraße zurück zum Sender.

8.10 Uhr: Kamm “Auf der Hut”/Sender (1485m)

Die Morgensonne wärmt bereits :)

Immer der Morgensonne entgegen 🙂

…recht gemütlich gehts über knapp 300HM weiter zum zweiten Gipfel.

9.00 Uhr: Gipfel Schillereck (1748m)

Gipfel Nr. 2

Gipfel Nr. 2 “Schillereck”

Und schon geht's weiter den Grat entlang

Und schon geht’s weiter den Grat entlang

Ein Wegweiser zur groben Orientierung.

Ein Wegweiser zur groben Orientierung.

…und wieder werden zunächst einige Höhenmeter hinunter und danach gleich wieder hinauf zum nächsten Gipfel, immer durch Latschenwälder überwunden.

10.00 Uhr: Gipfel Hochsengs (1838m)
…Pause bis 10.15 Uhr

Gipfel Nr. 3

Gipfel Nr. 3 “Hochsengs”

…Am Gipfel treffe ich einen einheimischen Bergsteiger, der gerade über die Gipfel-Felsplatte heraufklettert. Nach einer kurzen Pause geht es über ein paar Seilversicherungen wieder sehr steil hinunter zum bereits in der Sonne glänzenden Biwak. Trittsicherheit ist unbedingt erforderlich. Nach 20Minuten ist das Biwak bereits erreicht.

10.35 Uhr: Uwe-Anderle-Biwak (1583m)

Uwe-Anderle-Biwak

Uwe-Anderle-Biwak

Blick zurück zum Hochsengs.

Blick zurück zum Hochsengs.

…wie soll ich sagen, ein Blick in das Biwak lädt leider nicht gerade zu einer Übernachtung ein (etwas “schmuddelig”), da würde ich wahrscheinlich eher eine Übernachtung unter freiem Himmel vorziehen. Die Bänke vor dem Biwak eignen sich bestens für eine Rast.
Nach ein paar Metern zweigt ein unmarkierter Weg hinunter rg. St. Pankraz ab. Der Höhenweg geht weiter in üblicher Manier 200HM hinauf (vorbei an der “Luckerten Mauer”, die ich leider komplett übersehen habe?!? – Fotomotiv!).

10.55 Uhr: Gipfel Gamskogel (1710m)

Am Gamskogel.

Am Gamskogel.

...immer den Grat entlang.

…immer den Grat entlang.

...imposant geht's links hinunter.

…imposant geht’s links hinunter.

Der bereits passierte Hochsengs wird immer kleiner.

Der bereits passierte Hochsengs wird immer kleiner.

…Den Gamskogel lassen wir gleich wieder hinter uns, denn der nächste Gipfel und eine Mittagsrast warten bereits. Etwas beschwerlich wird das ewige Auf- und Ab schon. Die Mittagssonne brennt herunter, von unten schallen Schieß-Übungen des Bundesheers, ein Hunger-Gefühl stellt sich bereits ein.

12.05 Uhr: Rohrauer Größtenberg (1810m)
…Jausenpause bis 12.35 Uhr

Gipfel Nr. 5 - Wohlverdiente Mittagspause.

Gipfel Nr. 5 – Wohlverdiente Mittagspause.

…endlich eine kleine Stärkung und Pause. Doch allzuviel Zeit lasse ich mir nicht, ein langer Weg liegt noch vor mir!
Dieser Abschnitt zieht sich in die Länge. Hinauf-hinunter. Die Höhenmeter summieren sich. Auch einige Altschneefelder sind zu bezwingen, was bergab zwar lustig ist, bergauf aber doch sehr mühsam sein kann!

14.00 Uhr: Weggabelung Bärenriedlau

Noch einige Altschnee-Felder zum Überqueren.

Noch einige Altschnee-Felder zum Überqueren.

Ein stolzer Blick zurück, und Glücksgefühle, da der letzte Gipfel nicht mehr weit ist.

Ein stolzer Blick zurück, und Glücksgefühle, da der letzte Gipfel nicht mehr weit ist.

…sobald man das Platteau erreicht hat, ist es nur noch ein Katzensprung auf den Gipfel des Hohen Nocks. Wer noch Zeit, Lust und Kraft hat, kann natürlich auch noch gerne den Seehagelkopf am Weg “mitnehmen”. Irgendwo am Weg überquert man auch noch unbemerkt den Schneeberg.


14.25 Uhr: Hoher Nock (1963m)

…Pause bis 14.45 Uhr

Gipfel Nr. 7 - Hoher Nock

Gipfel Nr. 7 – Hoher Nock

Wie gerne hätte auch ich jetzt meine

Wie gerne hätte auch ich jetzt meine “Flügel” dabei, noch dazu bei einer solch guten Thermik!

Wahnsinns Aussicht.

Wahnsinns Aussicht – das Tote Gebirge.

Endlich am vorläufigen

Endlich am vorläufigen “Ziel” – jetzt “nur noch” zurück zum Start.

Noch ein letzter Blick zurück.

Noch ein letzter Blick zurück.

…Am Gipfel wird natürlich das atemberaubende Panorama genossen, Fotos (und Gipfel-Selfies) geschossen, und einfach mal kurz innegehalten, denn der Blick auf den bereits zurückgelegten Weg den Grat entlang ist schon beachtlich. Im Hinterkopf ist aber natürlich der Gedanke an den Rückweg, der zwar mit weniger Höhenmetern auskommt, doch von der Länge her trotzdem noch einiges von einem abverlangt. Nach einer kurzen Pause geht es also gleich wieder weiter.

15.35 Uhr: Weggabelung unmarkierter Weg (ca. 1438m)

Beginn des unmarkierten Verbindungs-Weges.

Beginn des unmarkierten Verbindungs-Weges.

Ein bisschen wie im Märchen.

Ein bisschen wie im Märchenwald.

Ein Blick zurück zum Hohen Nöck

Ein Blick zurück zum Hohen Nock

…nach ca. 50min, kurz nachdem man den Wald erreicht, kommt man an einem Wegweiser vorbei, an dem ein schmaler Pfad abzweigt. Dieser führt meist unmarkiert, aber trotzdem gut erkennbar nördlich des Haglers vorbei, zunächst wieder einige Höhenmeter hinauf, und dann recht wildromantisch, ein bisschen wie im Märchenwald immer weiter nach Westen. Vereinzelt findet man auch Stoamandln, auf die man sich auch verlassen kann, wenn der Weg mal nicht eindeutig verlaufen sollte!!!
Wiederum nach ca. 50min erreicht man dann den markierten Weg, der rg. Bärenriedlau/St. Pankraz hinunter führt, doch auch hier bleibt der Weg ein einsamer Pfad in fast unberührter Natur. Traumhaft!

Und hier wird man auf die Forststraße

Und hier wird man auf die Forststraße “ausgespuckt”.

17.15 Uhr: Forststraße

…immer hinunter geht’s im Laufschritt, zu sehr sehne ich mich nach dem rettenden Auto, doch der Weg zieht sich noch. Die Füße brennen und nur zu gern würde ich mich in einem der natürlichen Tümpel des immer größer werdenden Baches abkühlen. Der Körper will nicht mehr so recht, doch der Kopf weiß, so weit kann es nicht mehr sein! Das Naturdenkmal “Teufelskirche” (ca. 15min vorm Parkplatz) ignoriere ich heute und werde ich ein anderes Mal einen Besuch abstatten. Nach der gefühlt 1001. Kurve ist dann endlich, endlich, endlich das Auto in Sicht! 

18.25 Uhr: Parkplatz “Speringbauer/Schillereck” (530m) 

Ein lang ersehnter Augenblick - das rettende Auto ist erreich! :)

Ein lang ersehnter Augenblick – das rettende Auto ist erreich! 🙂

Fazit: Ca. 13 Stunden nach meinem Aufbruch heute morgen kehre ich sehr erschöpft, aber dennoch glücklich und mit wunderschönen Eindrücken von diesem “Gewalthatscher” zurück. Wie soll ich sagen, diese “Deluxe-Variante” der Sengsengebirgsüberschreitung würde ich nur jenen empfehlen, die außerordentlich gut ausdauertrainiert sind, allen anderen würde ich raten die Tour als 2-Tages-Wanderung zu planen (wenn es die Runden-Variante sein soll). Die reine Überschreitung des Sengsengebirges ist aber in einem Tag auf jeden Fall schaffbar und natürlich ideal, wenn man zwei Autos zur Verfügung hat.
Eine wunderschöne Tour, die ich trotz der enormen Anstrengung in sehr guter Erinnerung behalten werde und jedem wärmstens empfehlen kann!

Insgesamt: ca. 35km, je ca. 2700HM hinauf/hinunter; ca. 12 Stunden reine Gehzeit

Touren-Beschreibung: http://www.alpenvereinaktiv.com/de/tour/sengsengebirge-ueberschreitung-variante-rundweg/12825652/#dm=0