Kremsmauer: #sleepingunderthestars

20. – 21.5.2016

Das letzte Mal noch auf der vergebenen Suche nach der Sonne auf der Kremsmauer, kamen wir dieses Mal auf volle Kosten – was die Suche nach Sonne betrifft, das Streben nach Herausforderung, die Lust auf Abenteuer, und überhaupt…

Am Freitag Nachmittag schwang ich mich mit viel zu schwerem Rucksack auf mein Rennradl und los ging’s – ins schöne Kremstal, genauer, Richtung Kremsursprung. Mit jedem Meter wurden die Wolken am Himmel weniger und 55km bzw. 2h20min später kam ich bei strahlendem Sonnenschein an. Das Rad noch schnell hinter einem Busch “geparkt”, ging’s um viertel nach Fünf richtig los. Nächsten Ziel: Kremsmauer!

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Die letzten Meter auf dem Rad.

Der Weg war nur zum Teil noch ein bisschen durchnässt und gatschig, die versicherten Stellen im oberen Teil aber überhaupt kein Problem was die Nässe betrifft. Generell also super Bedingungen – ideal um dem Westgrat mal einen Besuch abzustatten. Nach nicht ganz 2h Gehzeit, kurz nach dem Törl, zweigte ich also vom Normalweg nach links ab, und orientierte mich fortan an blassen roten Punkten, Steinmanderl und dem gut erkennbaren Pfad. Ca. 10 Minuten quert man den Hang noch unterhalb des Grats, bevor es dann immer auf dem Grat (bzw. ab und zu etwas links davon) schön, immer wieder auf- und ab, mit der einen oder anderen I-IIer Stelle und luftigen Tiefblicken, dahingeht. Absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind Voraussetzung für diesen Steig, der sich aber wirklich lohnt! Nach ca. einer dreiviertel Stunde erreicht man zunächst das alte Kremsmauer-Gipfelkreuz, und wenig später dann die “Pyramide”.

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Abzweigung links zum Westgrat-Pfad.

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Am Westgrat.

An meiner Schlafstätte für diese Nacht angekommen, genoss ich dann die untergehende Abendsonne und den beeindruckenden Blick zum noch verschneiten Toten Gebirge vom “alten Gipfel” aus, v.a. weil man von dort aus auch den besten Blick auf den Grat hat. 1h nach mir waren nämlich auch Doug, Elias und Jojo vom Kremsursprung-Parkplatz gestartet und sollten demnach auch bald ankommen. Sobald die Sonne untergegangen war wurde es kalt, und so war ich froh, als ich die drei Schatten bald am Grat erblicken konnte und wir dann die letzten Meter bis zum neuen Gipfelkreuz schon etwas im Dunkeln, aber dank des Vollmonds noch ohne Stirnlampen in Angriff nehmen konnten.

Nach einer kurzen Jause schauten wir dann aber auf schnellstem Weg in unsere Schlafsäcke/Biwaksäcke, mit allen mitgebrachten Kleidungsschichten – sagen wir so, warm war es nicht gerade… Ich hatte zu allem Überfluss auch noch meinen Biwaksack zuhause vergessen, weswegen ich mich nach kurzer Zeit in eine Alu-Rettungsdecke hüllte, um die Nacht so halbwegs zu überleben 😉 Damit ging’s aber dann ganz gut.
Auf allzuviele Stunden Schlaf kommt man bei so einer Nacht im Freien aber ohnehin nicht – somit waren wir alle froh als kurz nach 5Uhr dann endlich die Sonne wieder aufging und wir uns beim Frühstück am Gipfel wieder etwas aufwärmen konnten. Der Anblick der aufgehenden Sonne, der untergehende Vollmond, die in der Morgensonne leuchtenden Berggipfel entschädigen aber dann allemal für die nicht ganz so komfortable Nacht. 🙂

Da der Westgrat bereits in der Sonne war, beschlossen wir dann auch den Rückweg zum Törl über den Grat zu gehen – im Tageslicht sind so manche Blicke in die Tiefe dann noch ein bisschen beeindruckender!

Etwas übermüdet, k.0., aber glücklich kamen wir dann am  Vormittag beim Parkplatz an – das ganze Wochenende noch vor uns, und schon soooo viel erlebt!
Ein super Abenteuer! Gerne wieder mal! 🙂

 

Brunnkogel: #spurenimaprilschnee

30.4.2016

Tagwache – 2.45Uhr. Dann geht’s per Auto Richtung Parkplatz Taferlklause (765m) wo ich um kurz nach 4 Uhr, mit Stirnlampe ausgerüstet, aufbreche. Heutiges Ziel – Brunnkogel (1708m).

Zunächst geht’s gemütlich entlang der Forststraße bergauf. Den Weg könnte man auch am Rand der Skipiste ein bisschen abkürzen, was ich im Dunkeln aber nicht erkennen kann. Bald schon erreiche ich dann aber das Brünndl (900m), wo der Normalweg nach rechts abzweigt.

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Abzweigung zum Normalweg.

Wer es aber ein bisschen anspruchsvoller bevorzugt, kann, wie ich, den unmarkierten Weg über den Franz-Scheckenberger-Steig, der über die Bischofmütze (nicht zu verwechseln mit der am Gosaukamm) führt, wählen, für den man geradeaus auf der Forststraße bleibt, die jedoch bald in einen gut erkennbaren Wanderweg mündet. Bald schon wird klar, dass doch noch einiges an Schnee vorhanden ist, doch zum Glück gibt es schon eine Spur durch den Schnee, durch die ich mich sehr gut orientieren kann. Ohne diese wär ich wohl wieder umgekehrt. Der Weg schlängelt sich kontinuierlich steigend bis zur Einstiegstafel des Steigs, den ich um kurz nach 5Uhr erreiche.

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Noch ganz schön dunkel am Anfang.

Ab dann geht es etwas steiler, jedoch nicht sonderlich ausgesetzt hinauf durch die Latschen (I-er Stellen). Ganz unerwartet taucht dann bald schon auf der linken Seite das Gipfelkreuz der Bischofsmütze (1446m) auf und auf die Sekunde pünktlich erreiche ich dann um ca. dreiviertel 6 Uhr den Bergrücken, gerade rechtzeitig um dem großen Feuerball am Horizont beim Aufgehen zuzusehen. Immer wieder imposant so ein Sonnenaufgang in den Bergen.

Nach einer kurzen Fotosession geht’s zunächst ein paar Meter wieder hinunter und dann durch eine Latschengasse hinauf. An Tagen wie diesem ganz schön mühsam, denn genau dort hat sich noch besonders viel Schnee angesammelt, wodurch ich immer wieder bis zur Hüfte im Schnee einbreche. Ein Kraftakt, sich so durch den Schnee zu kämpfen. Doch schon bald wird das Gelände wieder etwas felsiger, was das Vorankommen wieder deutlich erleichtert. Die Felsplatten sind außerdem aber sehr schroff und griffig, was auch die eine oder andere etwas “anspruchsvollere” II- Stelle recht easy überwindbar macht. Wichtig ist, dass man sich in der Rinne rechts vom Nordwestgrat (Kletterroute) nach oben fortbewegt (roter Punkt zur Orientierung). Sehr flott erreicht man dann den grasigen Ausläufer der Rinne und bald schon wird das Brunnkogel-Gipfelkreuz sichtbar, wo es fortan nur noch wenige Meter flach zum höchsten Punkt geht.

Um dreiviertel 7 Uhr stehe ich dann am Gipfel des Brunnkogels (1708m). Die Sonne heizt schon ordentlich herunter, das imposante Gipfelkreuz, die weite grasige Gipfelumgebung und die fulminante Aussicht laden zum Verweilen ein. Keine Menschenseele weit und breit. Du, allein mit der Natur. Das tut gut!

Den Abstieg wähle ich dann auf direktem (Normal)weg zurück zur Taferlklause, nicht aber ohne einen Abstecher über den Mathiaskogel zu machen, der quasi direkt am Weg liegt. Der führt mich über den Hochleckenkogel hinunter ins Kar. Spuren sind einige vorhanden, die ich aber bald schon verlasse, da sie vor allem im unteren Bereich schon etwas rutschig werden. Außerdem ist man flotter und macht es viel mehr Spaß wenn man über die Schneefelder hinunter hüpft/läuft/kugelt. Meine Schienbeine sind zwar nun dank des recht robusten Harschdeckels übersät mit blauen Flecken, aber das war es allemal wert! 🙂 Wenn ich mich aus meiner Kindheit richtig erinnere, befindet sich auch im Sommer anstatt der Schneefelder eine riesige Schotterriese, was den Abstieg um einiges erleichtert.

Zurück geht es dann entlang der Skipiste hinunter bis zum Skilift, der mir irgendwie bekannt vorkommt – habe ich doch hier vor gut 24 Jahren das Skifahren gelernt. Wie die Zeit verfliegt! 🙂
Entlang vom Taferlklausen-Weiher wandere ich gemütlich zurück zum Parkplatz, einen letzten, beeindruckenden Blick hinaufwerfend, wo ich um kurz vor 9Uhr wieder glücklich das Auto erreiche. Schön war’s und immer wieder wert für eine Sonnenaufgangstour ein bisserl früher aufzustehen! 🙂

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Ein letzter Blick zurück.