Kremsmauer: #sleepingunderthestars

20. – 21.5.2016

Das letzte Mal noch auf der vergebenen Suche nach der Sonne auf der Kremsmauer, kamen wir dieses Mal auf volle Kosten – was die Suche nach Sonne betrifft, das Streben nach Herausforderung, die Lust auf Abenteuer, und überhaupt…

Am Freitag Nachmittag schwang ich mich mit viel zu schwerem Rucksack auf mein Rennradl und los ging’s – ins schöne Kremstal, genauer, Richtung Kremsursprung. Mit jedem Meter wurden die Wolken am Himmel weniger und 55km bzw. 2h20min später kam ich bei strahlendem Sonnenschein an. Das Rad noch schnell hinter einem Busch “geparkt”, ging’s um viertel nach Fünf richtig los. Nächsten Ziel: Kremsmauer!

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Die letzten Meter auf dem Rad.

Der Weg war nur zum Teil noch ein bisschen durchnässt und gatschig, die versicherten Stellen im oberen Teil aber überhaupt kein Problem was die Nässe betrifft. Generell also super Bedingungen – ideal um dem Westgrat mal einen Besuch abzustatten. Nach nicht ganz 2h Gehzeit, kurz nach dem Törl, zweigte ich also vom Normalweg nach links ab, und orientierte mich fortan an blassen roten Punkten, Steinmanderl und dem gut erkennbaren Pfad. Ca. 10 Minuten quert man den Hang noch unterhalb des Grats, bevor es dann immer auf dem Grat (bzw. ab und zu etwas links davon) schön, immer wieder auf- und ab, mit der einen oder anderen I-IIer Stelle und luftigen Tiefblicken, dahingeht. Absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind Voraussetzung für diesen Steig, der sich aber wirklich lohnt! Nach ca. einer dreiviertel Stunde erreicht man zunächst das alte Kremsmauer-Gipfelkreuz, und wenig später dann die “Pyramide”.

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Abzweigung links zum Westgrat-Pfad.

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Am Westgrat.

An meiner Schlafstätte für diese Nacht angekommen, genoss ich dann die untergehende Abendsonne und den beeindruckenden Blick zum noch verschneiten Toten Gebirge vom “alten Gipfel” aus, v.a. weil man von dort aus auch den besten Blick auf den Grat hat. 1h nach mir waren nämlich auch Doug, Elias und Jojo vom Kremsursprung-Parkplatz gestartet und sollten demnach auch bald ankommen. Sobald die Sonne untergegangen war wurde es kalt, und so war ich froh, als ich die drei Schatten bald am Grat erblicken konnte und wir dann die letzten Meter bis zum neuen Gipfelkreuz schon etwas im Dunkeln, aber dank des Vollmonds noch ohne Stirnlampen in Angriff nehmen konnten.

Nach einer kurzen Jause schauten wir dann aber auf schnellstem Weg in unsere Schlafsäcke/Biwaksäcke, mit allen mitgebrachten Kleidungsschichten – sagen wir so, warm war es nicht gerade… Ich hatte zu allem Überfluss auch noch meinen Biwaksack zuhause vergessen, weswegen ich mich nach kurzer Zeit in eine Alu-Rettungsdecke hüllte, um die Nacht so halbwegs zu überleben 😉 Damit ging’s aber dann ganz gut.
Auf allzuviele Stunden Schlaf kommt man bei so einer Nacht im Freien aber ohnehin nicht – somit waren wir alle froh als kurz nach 5Uhr dann endlich die Sonne wieder aufging und wir uns beim Frühstück am Gipfel wieder etwas aufwärmen konnten. Der Anblick der aufgehenden Sonne, der untergehende Vollmond, die in der Morgensonne leuchtenden Berggipfel entschädigen aber dann allemal für die nicht ganz so komfortable Nacht. 🙂

Da der Westgrat bereits in der Sonne war, beschlossen wir dann auch den Rückweg zum Törl über den Grat zu gehen – im Tageslicht sind so manche Blicke in die Tiefe dann noch ein bisschen beeindruckender!

Etwas übermüdet, k.0., aber glücklich kamen wir dann am  Vormittag beim Parkplatz an – das ganze Wochenende noch vor uns, und schon soooo viel erlebt!
Ein super Abenteuer! Gerne wieder mal! 🙂

 

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Johannesweg: #pilgernfüranfä…ähm …fortgeschrittene

84km – 2 Tage – wunderschönes Mühlviertel – saftige Wiesen – sanfte Hügel – mystische Wälder – imposante Granitriesen – meandrige Flussläufe – freundliche Leute – herrliches Panorama – marode Fiass.

Verwende die oben genannten Reizwörter um eine spannende Erlebniserzählung zu gestalten, ODER ABER, du begibst dich, wie wir, einfach für ein paar Tage auf den Johannesweg im Mühlviertel – dort findest du Inspiration en masse!

5.-6.Mai 2016

Da in den höheren Gebirgsgegenden noch ein bisschen zu viel Schnee liegt, hat es uns dieses Mal in den nördlichen Teil Oberösterreichs verschlagen, ins wunderschöne Mühlviertel. Dort besteht seit einigen Jahren der Johannesweg, der sich auf 84km Länge, von Pierbach (494m) ausgehend, in Form einer Lilie durch die hügelige Landschaft zieht. Der höchste Punkt, der Kammererberg befindet sich zwar nur auf 980m, doch insgesamt kommt man durch das ewige Auf- und Ab auf ca. 3200 Höhenmeter hinauf.

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Karten gibt’s bei jedem Wirt der Region um 2,-Euro käuflich zu erwerben.

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Ein ständiges Auf- und Ab.

Empfohlen wird, die Tour auf 3-4 Tagesetappen aufzuteilen (hier geht’s zu den offiziellen Tourenvorschlägen). Da ich aber bekanntlich Herausforderungen liebe, hat sich auch meine Mama, mit der ich unterwegs war, zu dem Vorschlag hinreissen lassen, den Johannesweg in 2 Tagen zu gehen. Im Nachhinein zwar ein durchaus machbares, wenn auch anstrengendes Unterfangen. Wer jedoch ein bisschen mehr Zeit zum Verweilen und Genießen haben möchte, sollte sich wirklich die empfohlenen 3-4 Tage Zeit nehmen.

Tag 1: Gestartet sind wir um 6 Uhr in Pierbach bei leichtem Nieselregen, angekommen um kurz nach 16 Uhr in Silberberg bei abendlichem Sonnenschein (kurz nach dem Kammererberg). Dazwischen ca. 45km mit ruhigen Flusstälern, der Ruine Prandegg, zahlreichen beeindruckenden Aussichtsfelsen mit historischen Hintergründen, verschlafenen Ortschaften, netten Begegnungen, etc. Insgesamt eine recht kurzweilige Strecke, dank des ewigen Auf- und Abs, den vielen Attraktionen und der sich ständig verändernden landschaftlichen Umgebung. Nach etwas mehr als 10h waren wir dann doch froh unser Zimmer im Biohof Reithmayr beziehen zu können, eine wunderschön gelegene und recht unkomplizierte Unterkunft. Zum Essen gibt’s die nächsten Möglichkeiten in Kaltenberg (5km bzw. 1h), und mit ein bisschen Glück kann man mit Alois (dem Biobauern) eine Strecke mitfahren. Das Zurückwandern nach dem Essen hat uns beiden dann ganz gut getan 🙂

Tag 2: Pünktlich zum Sonnenaufgang brachen wir wieder um ca. 6 Uhr bei wolkenlosem Himmel von Silberberg auf, nicht mehr ganz so frisch wie am Vortag (v.a. meine Füße und mein li Knie zwicken schon ein bisschen), aber doch vorfreudig und gespannt auf die noch verbleibenden 39km. Die morgentliche Ruhe und angenehme Sonneneinstrahlung sind vor allem im ersten Streckenabschnitt einfach wunderbar. Frühstück gab’s dann nach ca. 2h in Unterweißenbach beim Spar. Trotz der nicht mehr allzuvielen Höhenmeter zieht sich der Weg vor allem um die Mittagszeit abschnittsweise schon ein bisschen. Ab der letzten “Attraktion”, dem Gipfelkreuz, geht es viel bergab, zunächst nach Königswiesen, dann weiter zum kleinen Ort Mötlas. Die nächsten 5km sind wohl die “zachsten” des gesamten Weges – auf der Straße geht es stetig bergab (zu diesem Zeitpunkt ist mir jeder Meter bergauf bereits um einiges lieber als hinunter!) bis zum Steig hinauf zur Ruine Ruttenstein. Von dort hat man noch eine letzte Möglichkeit den Blick zurückschweifen zu lassen, über die ganzen Hügel, die man schon hinter sich gebracht hat. In ca. 1h15min gelangt man dann zurück zum Ausgangspunkt, nach Pierbach, wo wir um ca. 17Uhr ankommen. Glücklich, aber schon seeeehr k.o.!

P.S.: Wer eine kleine Motivation braucht, bei jeder der zwölf “Attraktionen” am Weg kann man einen Stempel ergattern, bzw. sich ganz einfach auf der Johannesweg-App (die übrigens insgesamt ganz praktisch ist!) einloggen. Nach 8 Stempeln gibt’s bei einem der Wirte der Region die Johannesweg-Wandernadel für 2,-Euro! 😉

Dachstein Superferrata – Teil 1 (von 3): #youcantalwaysgetwhatyouwant

5. – 6. Juli 2015

Ganz spontan entschied ich mich am Sonntag Doug (dem Mann meiner Cousine) und seinem Kumpel Berni in die schöne Steiermark zu begleiten und einen lang-ersehnten Punkt auf meiner To-Do-Liste abzuhaken.

Der ursprüngliche Plan wäre es gewesen am Abend des 5.7. zur Südwandhütte aufzusteigen, um dann am nächsten Tag ganz früh den Dachstein via Superferrata zu erklimmen (Anna-Klettersteig, Johann-Klettersteig, Schulteranstieg).

Das Auto parkten wir bei den Talstation der Dachsteinbahn in Ramsau (Achtung Mautstraße: 14 Euro pro Auto). In ca. 20 Minuten geht’s über wenige Höhenmeter, vorbei an einem beeindruckenden Wasserfall zur Südwandhütte, wo wir bei leckerem Essen und amüsanter Gesellschaft den Sonnenuntergang genießen.

Nach einer kurzen Nacht wollten wir um 5 Uhr aufbrechen (Frühstück um 7Euro muss nicht sein – lieber selbst etwas mitnehmen!). Genau zu der Zeit beginnt es zu Regnen, und die schwarzen Wolken, die über dem Dachstein herübersahen, lassen nichts Gutes erahnen 😦
Kurz nach 5 Uhr wird der Regen weniger und wir machen uns dann doch auf runter zum Einstieg des Anna-Klettersteigs, den wir in ca. 20 Minuten erreichen. Von dort sind es dann ca. 300 relativ einfache Höhenmeter (nie mehr als Schwierigkeit D) zum Mitterstein (2097m) – insgesamt etwas über 50 Minuten für uns.

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Kraxln im Anna.

Kraxln im Anna.

Genau zur richtigen Zeit schaffen wir es aus der Wand, denn schon wieder beginnt es zu regnen und sogar zu donnern. Schön langsam wird uns klar, dass wir den Dachstein-Gipfel wohl heute nicht zu Gesicht bekommen werden. Dennoch beschließen wir, uns zumindest den überhängenden Einstieg (E) des Johann-Klettersteigs noch anzusehen, um für s’nächste Mal Bescheid zu wissen.

Patschnass kommen wir dann nach weiteren ca. 15 Minuten beim “Johann” an, etwas wehmütig heute nicht raufzukönnen (so wild schaut der Überhang nämlich nicht aus), aber gleichzeitig auch froh, bei diesen Verhältnissen nicht schon irgendwo in der Wand zu hängen.

Zurück zur Hütte geht’s zunächst über steile Schneefelder und dann über den Johann-Zustieg mit ein paar versicherten Stellen. Nur kurz wärmen wir uns bei einem heißen Getränk auf, bevor es dann im Laufschritt in 10 Minuten zum Auto geht.

Tja, diesen Tag hätten wir uns etwas anders vorgestellt, aber was soll’s. Jammern hilft nix! Wir können froh sein, dass alles gut ausgegangen ist und die Superferrata muss halt dann demnächst noch einmal attackiert werden.
Schön war’s trotzdem! 🙂

Unterwegs am Tauernhöhenweg: August 2014

Schon länger habe ich das Buch “Tauernhöhenweg” von Herbert Raffelt bei mir zu Hause herumliegen, immer wieder darin herumgeschmöckert und die wunderschönen Aufnahmen bewundert. Die diversen Abschnitte der Tauern sind mir schon länger bergsteigerisch bekannt, war ich doch seit meiner Kindheit immer wieder in der Gegend unterwegs, sowohl rund um Schladming, wie auch v.a. im Lungau, wo mein Opa herkam. Durch den Tauernhöhenweg, der sich in seinen gesamten 31 Etappen von den Seckauer Tauern bis zur Venediger Gruppe erstreckt, bat sich mir die reizvolle Möglichkeit, mal etwas länger am Alpenhauptkamm unterwegs zu sein, und die Bewanderung von bekanntem und noch unbekanntem Terrain zu verknüpfen. Und somit startete ich Ende August 2014 von Schladming aus, sehr motiviert, aber aufgrund der Wetterprognosen leider nicht ganz so optimistisch, zu meiner “Mission Großglockner”. Ursprüngliches Ziel war es nämlich bis zum höchsten Punkt Österreichs zu wandern. Zunächst begleitete mich meine Mum, nach ein paar Tagen sollte mein Cousin Jojo dazustoßen. Hier ein kurzer Bericht. 24. August 2014

1. Etappe: Gollinghütte!

1. Etappe: Gollinghütte

Los ging’s an diesem Tag am späten Nachmittag. Und zwar ließen wir uns bis zum Parkplatz der Riesachfälle fahren, im Schladminger Untertal. Von dort ging es dann entlang der Forststraße ca. 1h15min gemütlich bis zu einer Steilstufe, von deren Fuß man dann neben dem imposanten Wasserfall in nur ca. 15min zur bereits sichtbaren Gollinghütte (1643m) wandert. Die Gollinghütte ist meist gut besucht, weswegen ein Reservieren der Schlafplätze sicher nicht ungünstig ist. Das Abendessen lässt auch nicht zu wünschen übrig, v.a. die nepalesische (vegetarische!) Spezialität “Momo” sollte man auf jeden Fall einmal probiert haben! 🙂

Die letzten Höhenmeter - die Hütte bereits in Sicht!

Die letzten Höhenmeter – die Hütte bereits in Sicht!

Rückblick zum Start-Point

Rückblick zum Start-Point

Gollinghütte - in nepalesischer Hand ;)

Gollinghütte – in nepalesischer Hand 😉

25. August 2014 Am nächsten Tag brachen wir schon kurz nach der Dämmerung auf Richtung Talschluss “Gollingwinkel”. Schon als Kind liebte ich dieses natürliche Amphitheater, mit seinen grünen Wiesen, frei laufenden Pferden und emporragenden Bergwänden. Ein wirklich atemberaubendes Fleckerl Erde! Rechts vor uns türmt sich bereits majestätisch der Hochgolling (2862m) auf, unser nächstes Ziel. Im Schatten steigen wir stetig der Sonne entgegen, viele Höhenmeter müssen dabei in sehr direkter Manier überwunden werden. Nach gut 2-2,5h erreichen wir die Scharte, von der es dann ca. noch 1h zum Gipfel geht. Meine Mum beschließt vorerst hier zu warten, da der Gipfel völlig neblig erscheint. Ich mach mich hingegen mit drei anderen jungen Bergsteigern schon auf den Weg zum Gipfel. Nach der Hälfte der Wegstrecke, trennen sich wiederum unsere Wege, während die zwei Burschen den Normalweg (rechts) wählen, mache ich mich mit Ariane auf zum etwas schwierigeren Nordwestgrat. Außer ein paar kleinen II-er Stellen ist diese Variante aber auch völlig unbedenklich (wenn schwindelfrei), einzig und allein die eisigen (und tw. rutschigen) Bedingungen machten uns etwas zu schaffen. Am Gipfel trafen wir dann die Jungs wieder und weil leider von einer Aussicht keine Spur war, ging’s auch gleich wieder hinunter. In der Mitte traf ich dann meine Mum, die dann doch auch irgendwie auf den Gipfel wollte, und somit begleitete ich sie noch einmal nach oben. Und siehe da, die Nebelschicht riss auf und wir hatten eine wunderschöne Fernsicht mit einem nicht enden wollenden Wolkenmeer unter uns. Traumhaft! Nach einer kurzen Pause zurück auf der Scharte, ging’s dann auf der anderen Seite einige Meter hinunter, und dann gleich einmal nach rechts in der Mitte des Bergrückens in schöner Höhenweg-Manier entlang. Da wir nämlich beschlossen, die Landawirseehütte (1985m) links liegen zu lassen, war dies wohl die ökonomischere (und schönere?!) Variante. Außerdem konnten wir somit auch gleich noch einen Abstecher auf die Samsspitze (2381m) machen, die wir in nicht ganz 1h erreichten. Zurück am Höhenweg trafen wir dann relativ schnell auf den “Normalweg” von der Landawirseehütte auf die Trockenbrotscharte (2237m), von dort dann stetig abwärts richtung Keinprechthütte (1872m), die wir müde, aber doch glücklich am späten Nachmittag erreichten.

26. August 2014

Am Weg zur Rotmandlscharte.

Am Weg zur Rotmandlscharte.

Bis am Morgen waren wir uns nicht sicher (wiederum aufgrund der unsicheren Wetterprognose), wie wir die nächste Etappe (rg. Giglachseen) gestalten würden. Es gibt nämlich zum einen die Möglichkeit die Zinkwand raufzuwandern und dann durch den Zinkwandstollen auf die andere Seite des Bergs zu gelangen (ca. 4h bis zur Ignaz-Mattis-Hütte). Leider war es uns dann schlussendlich zu nebelig für diese Variante, weswegen wir auf dem Normalweg zur Rotmandlspitze (2453m) aufstiegen (ca. 1h45min) und dann hinunterwanderten zu den Giglachseen, vorbei an der Ignaz-Mattis-Hütte bis zur Giglachseehütte (1955m). Dort genehmigten wir uns eine warme Suppe zur Stärkung, bevor es dann wiederum hinauf ging zur Akarscharte (2315m) auf der die Steirisch-Salzburger-Grenze verläuft und von der es links zur Lungauer Kalkspitze (2471m) und rechts zur Steirischen Kalkspitze (2459m) geht. Beide Gipfel sind sehr flott (ca. halbe bis dreiviertel Stunde) zu erreichen, auf jeden Fall einen Abstecher Wert, v.a. bei der steirischen Kalkspitze ist aber unbedingt Trittsicherheit und Schwindelfreiheit nötig!

Die Giglachseen von der Lungauer-Kalkspitze aus.

Die Giglachseen von der Lungauer-Kalkspitze aus.

Blick von der Lungauer- zur Streichen Kalkspitze

Blick von der Lungauer- zur Streichen Kalkspitze

Auf der Steirischen Kalkspitze.

Auf der Steirischen Kalkspitze.

Hinunter geht’s dann noch ca. 1h zum malerischen Oberhüttensee, an dessen Ende die familiär geführte Oberhütte (1866m) liegt. Auch hier ist es empfehlenswert die Übernachtungsplätze zuvor zu reservieren. Leider wurde das Wetter immer schlechter, sodass wir bald in die Gaststube wechseln mussten. Doch auch dort ist es echt zum Wohlfühlen!

Final destination for today: die Oberhütte.

Final destination for today: die Oberhütte.

27. August 2014 Dieser Tag startete mit Regen. Viel Regen. Doch da der Wetterbericht eine leichte Wetterbesserung versprach, warfen wir alle regenstoppenden Schutz-Maßnahmen über, und los ging’s zur Seekarscharte (2022m). Dort angekommen waren wir zwar durchnässt, doch die Sonne blinzelte bereits durch, sodass wir frohen Muts Richtung dem uns sonst nur als Skigebiet vertrauten Obertauern stapften (insgesamt ca. 2h). Da wir sowieso zum Bankomaten mussten (ja, gibt’s dort!), machten wir gleich noch einen Kaffeehaus-Zwischenstop in der Zivilisation – lecker. Danach trennten sich unsere Wege für kurze Zeit. Nächstes Ziel ist die Südwiener-Hütte, doch die lässt sich über verschiedene Wege erreichen: Entweder man macht es wie meine Mum und erspart sich “unnötige” Höhenmeter indem man dem Weg 702 entlang Richtung Jugendhotel Felsernalm folgt und dann weiter zur Südwiener-Hütte geht. Diese Variante hat den Vorteil, dass man sich den Johannes Wasserfall aus der Nähe anschauen kann, sicherlich sehr imposant und ein super Fotomotiv. Ich hingegen wollte noch den einen oder anderen Gipfel am Weg mitnehmen. Deshalb ging ich zunächst (etwas öde entlang von Pisten-Trassen) bis zur Bergstation der Zehnerkarbahn. Dann geht der Wanderweg weiter zur Zehnerkarspitze (2382m).

Zehnerkarspitze mit Blick rg. Glöcknerin

Zehnerkarspitze mit Blick rg. Glöcknerin

Wer noch genug Zeit mitbringt, kann auch noch das Gamsspitzl bezwingen, ging sich bei mir aber leider nicht mehr aus. Bereits am Gipfel der Zehnerkarspitze merkte ich, dass der Wind immer stärker wurde, umso flotter machte ich mich auf den Weg Richtung Glöcknerin (2433m), der jedoch schon sehr beschwerlich wurde aufgrund des Winds, der mittlerweile fast schon Orkanstärke hatte. Auf allen Vieren bewältigte ich die letzten Meter bis zum Gipfel und beschloss dann sofort zum Wildsee (1925m) abzusteigen und dort etwas weiter unten zur Südwiener-Hütte weiterzugehen.Eigentlicher Plan wäre gewesen, am Bergkamm weiterzugehen und noch den Gr. und Kl. Pleißlingkeil zu bezwingen, was aber leider an diesem Tag unmöglich war. Diese etwas ausgesetzter Variante werde ich mir aber auf jeden Fall noch einmal anschauen.

Vom Winde verweht.

Vom Winde verweht.

Blick hinunter zum Wildsee.

Blick hinunter zum Wildsee.

Beim Wildsee traf ich dann wieder auf meine Mama, zu der mittlerweile auch mein Cousin Jojo gestoßen war und gemeinsam wanderten wir dann gemütlich zur Südwiener-Hütte (1802m – ca. 1,5h).

28. August 2014 Der Tag begann leider mit einer traurigen Nachricht, sodass Jojo wegen eines familiären Todesfalls wieder nach Hause musste. Für meine Mum und mich ging’s aber nun in ein uns sehr vertrautes Gebiet. Die Lungauer Berge. Zunächst hinauf zum Windsfeld mit seinen markanten Starkstromleitungen und dann bis zur Taferlscharte (2236m), von wo wir schon in unsren geliebten “großen Kessel” blicken konnten. Vorbei am Schacht des Tauerntunnels und dem sehr ruhig gelegenen Rothenwändersee (einladend für eine kleine Rast) erreicht man nach ca. weiteren 1,5h die Jakoberalm (1839m).

Nach einer kurzen Trinkpause, beschlossen wir dem Mosermandl (2680m) wieder einmal einen Besuch abzustatten und nicht nur am normalen Höhenweg (ca. 2h) zur Franz-Fischer-Hütte zu wandern. Dieser Gipfelausflug (ca. 1,5-2h von der Jakoberalm) zahlt sich auf jeden Fall aus und ist auch technisch gut zu bewältigen, sofern man schwindelfrei ist. Die “Hinterseite” des Mosermandls ist immer wieder beeindruckend, mit seiner Mondlandschaft – einzigartig. Froh waren wir dann aber schon, als wir endlich die Windischscharte (2304m) erreichten und von dort bald die Franz-Fischer-Hütte (2018m) sehen konnten.

Ein kurzer Sprung in den Zaunersee ging sich aber dieses Mal nicht mehr aus, zu groß war die Neugierde die komplett neu erbaute Hütte von innen zu begutachten – und ich kann nur sagen: man wird nicht enttäuscht; die Hütte spielt “alle Stückerl” und lädt echt zum Wohlfühlen ein. Und die Aussicht – ein Traum (sogar von der Dusche aus!).

Blick auf's Weißeck.

Blick auf’s Weißeck.

Hot s'Mosermandl an Huat, wird's Wetter guad, hots kan... tjaaaa dann...

Hot s’Mosermandl an Huat, wird’s Wetter guad, hots kan… tjaaaa dann…

29. August 2014 Unsere geplante Tour hätte uns an diesem Tag weiter über s’Weißeck zur Sticklerhütte und dann zur Rotgüldenseehütte geführt. Doch wir mussten dem bevorstehenden Wetterumschwung leider einfach ins Auge sehen, und somit beschlossen wir kurzum den Tauernhöhenweg an dieser Stelle abzubrechen und wieder hinunter ins Tal zu gehen. Da der Faulkogel aber doch noch sehr verlockend herunterschaute, wählten wir den Talabstieg Richtung Zauchensee, sodass ich den letzten Gipfel der Tour noch erklimmen konnte. Zunächst ging’s wieder zurück auf die Windischscharte und dann gemütlich hinunter zum kleinen Neukarsee (2060m).

Spiegelung - den Faulkobel bereits im Visier.

Spiegelung – den Faulkobel bereits im Visier.

Relativ schnell gelangt man dann auf die Neukarscharte (2257m) und von dort dann, anfangs sehr ausgesetzt aber gut mit Stahlseilen gesichert, in ca. 1h zum Faulkogel (2654m), der vor allem auch von der Flachauer-Seite aus sehr imposant in die Höhe ragt.

Faulkogel - das

Faulkogel – das “Matterhorn von Österreich”

Die letzten Meter bis zum Gipfel.

Die letzten Meter bis zum Gipfel.

Relativ steil geht es dann hinunter zur Ursprungsalm ins Marbachtal und entlang vom Marbach auf der Forststraße talauswärts. (Tipp: Die frischen Bauernkrapfen auf der Marbachalm sind ein Traum!). Vom Parkplatz in Zauchensee fährt in regelmäßigen Abständen ein Bus aus dem Tal, oder wer wie wir Glück hat, findet gleich einmal nette Leute die einen zum nächsten Bahnhof mitnehmen.

Schön war's! :)

Schön war’s! 🙂

Fazit: 6 Tage – 5 Hütten – 9 Gipfel. Was für eine wunderschöne Tour, die leider viel zu kurz ausgefallen ist. “Mission Großglockner” ist dieses Mal zwar gescheitert (bzw. die Anreise zu Fuß dorthin), doch der Abschnitt zwischen Franz-Fischer-Hütte und Großglockner wird, sobald das Wetter sich im Sommer wieder etwas länger von der guten Seite zeigt, auf jeden Fall nachgeholt! Ich freu mich schon! Nach solchen Erlebnissen wird einem wieder bewusst, wie glücklich wir uns schätzen können, in einem soooo schönen Land leben zu dürfen!

“Where the Enns rises…”: Aussichtsreiche Tour auf’s BENZEGG

8. August 2014

Etwas spät für einen relativ heißen Tag startete ich um 9.15Uhr sehr kurzfristig zu einer (“kurzen”) Bergtour auf’s Benzegg (2076m) vom Parkplatz bei den Bergbahnen in Flachauwinkel.

“Kurz” ist dabei aber relativ, denn (was ich anfangs nicht wusste) ist diese Bergtour mit ihrer Totallänge von 20km doch relativ lang.

Vom Parkplatz geht es entlang der Enns auf einer Forststraße in den Talkessel hinein – rechts baut sich bald die Ennskraxen auf, links wird bald das Benzegg sichtbar. Man passiert zunächst die Aigenhütte, dann die Unterennsam, bevor es hinauf geht, vorbei an der Täublalm zur Oberennsalm (km7). Dort, wo die Enns direkt hinter der Hütte entspringt, zweigt man links ab und folgt dann dem schmalen Steig (rechts halten), der mit blauen Punkten markiert ist. Man quert im Wald ziemlich auf einer Höhe die gesamte steile Bergflanke (z.T. recht rutschig und schmal), bevor es dann (sobald sich der Wald lichtet) etwas steiler rechts hinauf auf den Grasrücken geht. Von dort geht es links hinauf die letzten Meter bis zum Gipfel über den meist grasigen Bergrücken, zum Teil durch Latschen, das Gipfelkreuz bereits in Sicht! (km10)

Diese Flanke wird im Wald durchquert.

Diese Flanke wird im Wald durchquert.

Zum Teil ein bisschen rutschig...

Zum Teil ein bisschen rutschig…

Um 12 Uhr stehe ich endlich am Gipfel. Die Aussicht ist traumhaft – der Blick hinunter richtung Flachau, auf der einen Seite die Ennskraxen, auf der anderen Seite der Blick richtung Faulkogel, Mosermandl und co. Die einzige Tauernautobahn, die kurz darauf im Tauerntunnel verschwindet trübt das Bild ein bisschen.

Am Gipfel!

Am Gipfel!

360° view

360° view

Zurück geht’s (nach einer 1/2-stündigen Pause) auf dem selben Weg, wobei sich aber v.a. zum Schluss die Forststraße doch sehr ziehen kann! Um ca. 14.30Uhr bin ich froh wieder beim Auto zu sein, doch relativ k.o., aber glücklich diesen schönen Aussichtsberg erwandert zu haben. Das nächste Mal dann im Winter bei einer Skitour! :)P.S.: Für die Mountainbiker vl. ganz interessant: Leider ist kurz vor der Aigenhütte ein Schild angebracht, dass Radfahren nicht erlaubt ist. Laut ansässigen SennerInnen ist dieses Verbot aber nicht ganz nachvollziehbar (würde sich die Forststraße doch wirklcih gut zum biken eignen), es soll aber wahrscheinlich verhindern werden, dass Mountainbiker vor allem zur Jagdzeit (Dämmerung) auf der Straße unterwegs sind. Schade irgendwie!