Watzmann-Ostwand: #ostalpenklassiker

29.-30. August 2017

“Wann er donnert, Gott behüt,
der Berg, der kennt ka Einseg’n nit.
Watzmann, Watzmann, Schicksalsberg,
du bist so groß und i nur a Zwerg.”

…sang Wolfgang Ambros im Kultmusical “Der Watzmann ruft”. Dass der König Watzmann “groß und mächtig” ist wussten wir spätestens als wir am Vorabend unserer Tour am Fuße der Ostwand standen. Das kommt man sich wirklich etwas winzig vor im Vergleich, wenn sich da 2000 Meter vor einem auftürmen. Die Frage “Auffi oder nit auffi?” stellt sich uns jedoch nicht. Das Vorhaben steht: Die Durchsteigung der Watzmann Ostwand über den Berchtesgadener Weg.

Am 29.8. machten wir (Jojo und ich) uns mit den Öffis auf den Weg von Innsbruck zum Königssee, um gerade noch eines der letzten Boot rg St. Bartholomä (17.15Uhr, 8 Euro) zu erwischen. Am Königssee herrscht reges touristisches Treiben. Schnell weg. Am Boot gibts Infos und das obligatorische Trompeten-Konzert an der Echowand. Schon toll. Nach einer halben Stunde erreichen wir St. Bartholomä. Die Sonne liefert sich mit den umliegenden Bergen ein eindrucksvolles Licht/Schatten-Spiel. Hier könnte man im Ostwand-Lager (11 Euro) übernachten, wir haben aber Zelt, Schlafsack & Isomattte dabei und gehen noch ca. 45min weiter bis zur Eiskapelle am Talende um dort unser Lager aufzuschlagen (MERKE: das nächste Mal lieber 11€ zahlen und dafür sich am nächsten Tag mit einem viel zu schweren Rucksack abmühen müssen…..!!!!). Nach einer kurzen Fotosession in der imposanten Eiskapelle (niedrigstes Schneefeld der Alpen) und schneller Jause gehts ab in die Schlafsäcke. Eigentlich nicht unbequem. Aber schlafen – Fehlanzeige. Wenn wir gesamt auf 2-3 Stunden kommen ist das viel…

Am Morgen des 30.8. tauchen schon gegen 5 Uhr die ersten Stirnlampen am Weg von St. Bartholomä auf. Zeit auch für uns aus den Federn zu hüpfen, das Zelt abzubauen den viiiiiel zu schweren Rucksack zu schultern…. Um kurz vor halb 6 gehts gemütlich links von der Eiskapelle durch die Latschen nach oben bis in eine Rinne. Dort darf man den Ausstieg (kl. grüner Punkt) nach rechts oben auf das Grasband nicht übersehen. Der Weiterweg ins Schuttkar getaltet sich logisch, wenn auch z.T. rutschig. Dort treffen wir auf die erste Seilschaft mit Bergführer. Die lassen wir gleich mal vor um uns zunächst die Wegfindung zu ersparen. Das erste Mal richtig kraxeln ist dann bei der Wasserfallwand gefragt. Die erste 3er Stelle. Griffiger Fels. Wir klettern ohne Seil rauf (wie auch den Rest der Wand). Fallen sollte man nicht. Aber wir fühlen uns wohl. Macht Spaß. Und schnell hat man wieder 2er-Gelände unter den Füßen. Aufpassen muss man aber mit losen Steinen in der gesamten Wand. Nicht selten hört man von oben ein lautes “Steeeein!”. Nach der Wasserfallwand (beim Ringhaken) nach rechts und dann relativ schnell (haben wir gleich mal übersehen) in eine kaminartige Rampe. Die Sonne brennt schon ziemlich runter und wir machen im Schatten eine ausgiebige Frühstückspause. Ist schon ziemlich kräftezehrend ständig im anspruchsvollen Gelände permanent nach oben zu gehen/kraxeln. (Aja, und hab ich schon den viiiiel zu schweren Rucksack erwähnt….?!! 😉 Danach geht’s relativ eindeutig, manchmal ein bisschen ausgesetzer, zum Brotzeitplatzerl. Auf die Pause hier verzichten wir aber. Rechts der Gipfelschlucht geht’s rechtshaltend nach oben. Manchmal gibts grüne Punkte zur Orientierung. Der Weg bis zum Biwak zieht sich ein bisschen, v.a. weil ich kräftemäßig echt schon k.o. bin. Es geht nur schleppend voran, zum Leidwesen von Jojo, der ohne mich um einiges schneller vorwärts kommen würde. Aber beim Biwak gönnen wir uns im Schatten noch einmal eine ausgiebige Pause, bevors dann die letzten paar hundert Meter noch einmal ein bisschen anspruchsvoller zur Südspitze geht. Zunächst hinauf zu einer Rampe, dort links und dann nicht die Steilstufe (Haken, Punkt) nach rechts verpassen. In den Ausstiegskaminen kann man eigentlich nicht aus. Konzentriert nach oben. Ein paar letzte Kräfte sollte man sich für die Schlüsselstelle (8m-Schlusswand, 3+) nach dem Sattel noch aufheben, dann hat man’s so gut wie geschafft. Gut so! Nach 2000 Höhenmetern permanent konzentriertes Kraxeln und Gehen bin ich schon ziemlich fertig, nicht wegen der Schwierigkeit, sondern v.a. der Länge (insgesamt waren wir doch fast 7h in der Wand, samt zahlreicher Pausen). (MERKE:Das nächste Mal uuunbedingt mit leichtem Gepäck!!!) Wasser haben wir leider nur noch 1/4 Liter, mit dem müssen wir haushalten – bis zur nächsten Hütte (egal in welche Richtung) ist es noch a Stückerl. Während der langen Gipfelrast schmieden wir Pläne für den Abstieg. Wimbachgrieshütte vs. Watzmannüberschreitung zum Watzmannhaus. Wenn wir schon mal hier sind entscheiden wir uns für zweiteres. 

Topo Berchtesgadener Weg

Die Überschreitung von der Südspitze (2712m) zur Mittelspitze (2713m) und weiter zum Hocheck (2651m) ist gut versichert. Halbwegs schwindelfrei und trittsicher sollte man schon sein, aber wir kommen flott voran. 1h bis zur Mittelspitze, 20min zum Hocheck, 50min zum Watzmannhaus (1915m). Dort gibts mal ein paar Liter zu Trinken (Achtung, Wasser gibts dort auch nur begrenzt…) und ein Zirberl um unsre aufgewühlten Mägen wider ein bisschen einzurenken.


Topo Watzmannüberschreitung

Die nächste Bushaltestelle ist entweder am Königsee oder bei der Wimbachbrücke. Der Wanderweg zu Zweiterem ist genau richtig um die Füsse ohne viel denken einfach “laufen” zu lassen. In gut 2h erreichen wir dann endlich den Talboden. Müde. Hungrig. Und vor allem überglücklich. Nach einen Sprung in den Wimbach sind wir wieder ein bisschen erfrischt und ready für die Heimfahrt. Wieder Öffis. Mega umständlich. Lange. Aber das ist eine andere Geschichte… 😉

Was für ein Erlebnis! Die Strapazen waren’s auf jeden Fall wert. Dankbar, dass alles gut gegangen ist, werfen wir einen Blick zurück auf den “Schicksalsberg”, der diesen Namen nicht wirklich verdient hat. Klar, man muss aufpassen – sich nicht zu versteigen, keine Steine loszutreten, mit den Kräften hauszuhalten, das Wetter im Auge zu haben,… Aber für diejenigen, die sich konditionell, kräftemässig und klettertechnisch dieser Tour gewachsen sehen, wird dieser “Klassiker” sicher nicht enttäuschen. 

HAPPY. THANK YOU. MORE PLEASE.

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Ummi übers Tote Gebirge: #längsüberschreitung

Vor 2 Jahren nahm ich diese Tour bereits schon mal in Angriff, hab mich aber dann im Dunkeln am Weg rauf zum Prielschutzhaus verlaufen (ja, das geht). Dieses Mal sollte die Aktion erfolgreicher verlaufen.

Den gesamten Touren-Track gibts hier: Totesgebirge-Längsüberschreitung

Insgesamt waren’s: 81km – 6333hm rauf – 6471hm runter

13.8.2017: Tag 1/Anreise

Von Spital am Pyhrn (658m)/ Parkplatz der Wurzeralmstandseilbahn gehts am späten NM los. Hier hat man die Möglichkeit entweder mit der Bahn hochzufahren, den Wanderweg über die Piste zu nehmen, oder etwas einsamer, dafür umso schöner und abenteuerlicher, wenn auch bissi gatschiger über die “Hölle” zu gehen. Letzers war unsere Wahl. Auch wenn die Brennessel-Stiche noch Tage danach juckten, ist es dieser Ausflug in eine schaurig-schöne Steinlandschaft mit unterirdischen Bacherl und alten Steinzeichnungen allemal wert.

Und plötzlich steht man am Teichl-Boden. Traumhaft. Der Stubwieswipfel türmt sich zur rechten Seite auf. Immer wieder ein Muss – ein Abstecher da rauf!

Wieder herunten auf der Forststrasse gehts im Laufschritt sie letzten “Meter” zur Dümlerhütte (1495m). Nettes Team. Gutes Essen. Super Lager. Läuft.

Talstation – 2h – Teichlboden – 45min – Stubwieswipfl – 45min -Dümlerhütte


14.8 2017: Tag 2/ Ganz a schöna Gewalthatscher

Noch im Dunkeln breche ich auf. Es gilt am heutigen Tag keine Zeit zu verlieren. Einige Kilometer mit nicht wenigen Höhenmetern stehn am Program. Der sternenklare Nachthimmel verspricht Gutes! Kurz nach Sonnenaufgang steh ich allein am Warscheneck (2389m). In solchen Momenten weiß man warum man sich die “Quälerei” immer wieder antut. Von hier sehe ich den langen Bergrücken den ich heute zunächst entlang muss, im Hintergrund das Tagesziel am Fuße der markanten Spitzmauer. Bissi mulmig wird mir bei dem Anblick schon. Die Zeitangaben auf den Wegweisern ignoriere ich. Hilft ja eh net. Also nix wie los… In der angenehmen Morgensonne geht’s durch malerisches Gebiet zuerst bissi geröllig runter, dann wieder hinauf zur Elmscharte und von nun an quasi im Laufschritt über Schrocken (2380m), Kreuzspitze, Hochmölbling (2341m), Mittermölbling bis zum Kleinmölbling (2160m). Ein Paradies für Trailläufer. Die Aussicht ein Traum übers Stodertal hinüber zu den kalkigen Spitzen. Hier könnt ich immer und immer wieder laufen. Aber heute muss ich weiter – hinunter zur Hochmölblinghütte (hier könnte man auch übernachten), wieder bissi rauf, runter zum Grimmingboden (Wasser!) und vorbei an der idyllischen Graßeckalm (hier gibt’s immer frisch gekühlte Getränke zu kaufen!), rauf zur Türkenkarscharte. Wer noch Zeit und Energie hat (Fehlanzeige bei mir!) könnte noch die 300HM aufs Hirscheck raufhupfn. Ich schnappe mir stattdessen einen Stock und kämpfe mich durch die Kuhherden. Der Ausblick von der Bärenalm ist wie immer ein Traum (und wie jedes Mal schwöre ich mir irgendwann so ne Hütte zu besitzen… wenn ich mal reich bin). Der Weg hinunter zum Talboden zieht sich dann doch noch ein bisschen, v.a. bei der Hitze, aber die Aussicht auf ein kühles Bad in der Steyr motiviert mich. Unten angekommen folge ich ca. 1km dem ausgeschilderten Laufweg auf der Hauptstrasse talauswärts und begebe mich dann wieder auf Nabenstrassen rg Polsterlucke (FKK Badestopp inklusive!).
Einmal noch die Trinkblase mit kaltem, klaren Wasser aufgefüllt, nehme ich die letzten Höhenmeter für heute in Angriff. Viel im Wald (super bei dem Wetter), vorbei am Wasserfall führt der schön angelegte Steig stetig bergauf. Ich bin aber bereits am Ende meiner Kräfte heute. Laaangsam quäle ich mich bergauf bis ich endlich das Prielschutzhaus (1420m) sehe. Hunger. Durst. Schlafen. Aussicht. Tourenplanung. Auf alles gibts dort oben eine Antwort. Sehr fein. Ich bin nur noch ünerglücklich und lasse den restlichen NM (es ist dann doch erst 16Uhr) mit einem breiten Grinser meine Seele und beanspruchten Gebeine in der Sonnenliege auf der Terasse baumeln.

Dümlerhütte – 2h – Warscheneck – 2h – Schrocken – 45min – Hochmölbling – 1h – Hochmölblinghütte – 1h20min – Türkenkarscharte – 1,5h – Hinterstoder Tal – 45min – Polsterlucke – 2h – Prielschutzhaus


15.8.2017: Tag 3/ Deswegen heißt es also “TOTES Gebirge”

Wieder läutet der Wecker früh. Zum einen kann ich von Sonnenaufgängen in den Bergen einfach nit genug bekommen. Zum anderen möchte ich vor allen Anderen zum Stodertaler Klettersteig auf die Spitzmauer (2442m) kommen (Steinschlag und so). Ich will hier keinenfalls Werbung für das Klettersteiggehen ohne passende Ausrüstung machen(!), aber manchmal ist man halt ein bissi unvernünftig und im Fall des Stodertaler-Klettersteigs wirklich nicht soooo wild (nur A/B; seeehr kurz; und eben Versuch der Vermeidung v. Steinschlag durch frühes Gehen – wobei man sich auf die Gamsn heutzutage auch nimmer 100%ig verlassen kann…). Noch vor Sonnenaufgang gelange ich durch die Klinserschlucht links hinauf zum Klettersteig.

2017-08-14-18-58-13-

Stodertaler Klettersteig TOPO

Der Klettersteig is super angelegt, super für Anfänger und kurz (schnell: 20min). Vom Ausstieg geht’s dann nocheinmal gut 20min zum Gipfel. Die Spitzen ringsherum sind schon ins zarte morgendliche Rosa getaucht. Ein Traum. Die Gipfelfrühstückspause habe ich nötig, bevor ich mich über den etwas längeren Normalweg um den Weitgrubenkopf herum auf den Weiterweg mache. Die kürzere Variante ist sicherlich der Abstieg wieder über den Klettersteig (was vom Hüttenwirt auch empfohlen wird). Wieder am Hauptweg gehts relativ zügif hinaud zim Temlbergsattel und so nah am Temlberg (2331m) kann ich natürlich nicht widerstehen da noch eine Sprung raufzumachen.

Und dann versteh ich wie das Tote Gebirge zu seinem Namen kommt. Der Weiterweg verlauft quasi durchs Herz dea Toten Gebirges. Eine kalkige Steinwüste. Die Sonne brennt. Dolinen. Kein Wasser. Vereinzelt die ersten Weitwanderer. Wenig Pflanzen. Trotzdem imposant. Der Weg zum Rotkogelsattel zieht sich zum Schluss ein wenig. Von dort gehzs aber nur mehr runter zur Pühringerhütte (1638m). Wer hier übernachtet sollte sich unbedingt das Rotgschirr und den “Öm” (=Elm) von oben ansehen, bzw. eine ausgibige Badesession am See bei der Hütte einlegen. Ich nehme mir für all das heute doch keine Zeit und beschließe noch zur nächsten Hütte weiterzugehen.

Die Sonne heizt ordentlich runter um die Mittagszeit. V.a. die Höhenmeter nach der Elmagrube ziiiehen sich. Am Sattel spaltet sich der Weg, ich nehme den linken. Hätte auch rechts um das Wildgössl (2062m) herum gehen können merke ich später. Oh well. Zu spät. Wieder eim Gipfel mehr. Yeehaaa. Auf der Gipfelwiese genieße ich den Ausblick auf den Dachstein, der immer näher kommt, und die hügeligen, schon wieder bewachseneren Ausläufer des Toten Gebirges. Schon schön, auch wenn die Bergerl nimmer ganz so hoch hervorragen. Beim Hinuntergehen versteige ich mich wieder mal (auf Markierungen verlassen anstelle von Steigspuren ist doch immer noch gscheiter), finde aber wieder zurück auf den eigentlichen Weg und befinde mich bald schon im Landeanflug auf das Appelhaus (1638m). Den Redenden Stein lasse ich heute Redenden Stein sein und folge den Klängen der Volksmusik (und des im 10min-Takt-aufkreuzenden-Hubschraubers). Auf der Hütte ist diese WE 90Jahr- Feier oder so. G’steckt voi. Und Heli-Taxi ausn Tal. Na servas. Meine Beine haben genug für heute. Mein Kopf auch (bissi viel Sonne vl). Mein Budget reicht gerade noch für 1x Übernachtung, 1x Hollersaft und 1x Nudeln. Genug.

Prielschutzhaus – 2h – Spitzmauer – 1,5h -Temlbergsattel – 30min – Temlberg – 2h – Pühringerhütte -1,5h – Wildgössl – 1,5h – Albert-Appel-Haus.


16.8.2017: Tag 4/ Owi ins Tal

Manchmal lohnt sich das frühe Aufstehen, manchmal nicht. Letzters war wohl an diesem Tag der Fall. Zwar noch im Trockenen, aber nicht mehr wolkenlos mache ich mich auf rg Wildensee. Muss es da an einem warmen Sommertag schön sein. Die Morgendämmerung lässt nur kurzzeitig einen Blick auf die Landschaft zu. Dann verschwindet aller ringsherum im Nebel. Es beginnt zu tröpfeln. Kurzum ändere ich meinen eigentlichen Plan (Übergang zur Ischler Hütte und von dort runter ins Tal) und beschließe diese Etappe sein zu lassen und bereits jetzt ins Tal abzusteigen. Vorbei an der Rinnerhütte (1473m) sieht man schon bald den Offensee. Der steile Weg dort hinunter geht aber noch ganz schön in die Knie. Umso happier bin ich das Ende des linken Seeufers zu erreichen. Ein letzter Blick zurück und ab auf sie Hauptstrasse rg. Ebensee (ca. 13km). Irgendjemand wird mich schon mitnehmen… ( gar nit so einfach so früh am Morgen…). Und dann beginnt es zu schütten. Tutschnass kämpfe ich gegen die Regentropfen an. Nach einer halben Stunde das erste Auto. Ignoriert mich. Na super! Nach einer Zeit das Zweite. Ein Kraftwerksmitarbeiter. Erbarmt sich und fahrt mich bis zum Bahnhof. Es gibt ja doch noch nette Leute. 🙂

Schnell noch ins halbwegs trockene Gewand gehüpft, dann geht’s mitn Zug rg Wels.

So schnell kanns manchmal gehen, und man ist ganz unerwartet wieder back in der Zivilisation. Eins is aber sicher – diese letzte Etappe der Totengebirgslängsüberschreitung (Was für 1 Wort. Vong der Länge her) hole ich bald mal nach – soll nämli noch ziemlich schön sein.

Appelhaus – 2,5h – Offensee – 30min – Parkplatz/Hauptstrasse

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Innsbrucker Klettersteig: #spontanetouraufdienordkette

1.11.2016

Erst am frühen NM beschloss ich ganz spontan, nach einem abermaligen erfreulichen Blick aus dem Fenster und einen weniger hoffnungsvollen auf die für die nächsten Tage nicht so viel Erfreuliches versprechende Wetter-App, noch einen Sprung auf den Nordketten-Grat zu wagen. Den Abschnitt zwischen Hafelekar und Frau Hitt Sattel, über den der Innsbrucker Klettersteig verläuft, “geht mir nämlich u.a. noch ab”.

Als Neon-Freizeitticket-Besitzerin bewältigte ich die ersten paar Höhenmeter wie im Flug – ganz gemütlich in der Gondel. Direkt von der Stadt innerhalb von wenigen Minuten auf über 2000m. Toll! Und doch schleicht sich ein bisschen das schlechte Gewissen ein: Macht uns das Freizeitticket (nicht nur arm sondern auch) faul?!

Von der Bergstation innerhalb von wenigen Minuten zum Einstieg. Um 14Uhr  geht’s los. Den ersten Gipfel, die Seegrubenspitze (2350m) erreiche ich innerhalb von 10min. Nach weiteren 10Min stehe ich auf der Östlichen Kamin Spitze (2435m). Nach insgesamt 1h erreiche ich den Kemacher (2480m).

In 20min geht’s easy hinunter auf den Langen Sattel und in weiteren 10min in Serpentinen wieder hinauf zur Östlichen Sattelspitze (2269m). Dann startet der 2. und etwas schwierigere Teil zunächst hinüber zur Westlichen Sattelspitze und dann die letzten Meter (C/D) leicht überhängend hinunter zur berühmt berüchtigten Frau Hitt. Insgesamt ca. 30min.

Flott (30min) geht’s am Schmiedhuber-Steig wieder hinüber zur Seegrube wo ich noch locker vor der letzten Gondel um 17.30Uhr ankomme.

Resüme: Pipifeiner, leicht zu absolvierender (1. Teil v.a. A/B; 2. Teil kurz etwas anspruchsvoller mit C/D) Klettersteig. Helm nicht vergessen! Klettersteigset – ja auch, aber geht auch ohne. Gut sogar, was aber NICHT als Empfehlung gedacht ist! Beschleunigt die Sache aber halt auch deutlich. 2,5h herumturnen im besten Playground quasi vor der Haustür – was will ma mehr!

Dachstein Superferrata: #dreiaufeinenstreich

16.09.2015

Anfang Juli hätten wir ja dieses Jahr schon einmal einen Versuch gestartet – für die Superferrata auf den Hohen Dachstein (2995m), bestehend aus Anna-Klettersteig, Johann-Klettersteig und Schulteranstieg. Leider mussten wir damals wetterbedingt nach dem ersten Teil abbrechen (Link zum Bericht gibt’s hier: Anna-Klettersteig).

Vergangenen Mittwoch war es dann aber endlich soweit – die “Mission Dachstein” konnte erfolgreich absolviert werden, ein lang ersehnter Punkt auf meiner Bucketlist konnte abgehakt werden!

Kurz vor 7 Uhr ging es vom Parkplatz an der Talstation der Dachsteinbahn los. 20 Minuten später erreichten wir die Südwandhütte, um 7.40 Uhr konnten wir dann bereits in den Anna-Klettersteig einsteigen. Ca. 50 Minuten später waren wir dann auf den “Gipfel” des Mitterstein (2097m), hier machen wir mal eine ca. 20minütige Pause, zweites Frühstück sozusagen.

Bildschirmfoto 2015-09-18 um 10.36.59

Beim ca. 20minütigen Zustieg zum Johann-Klettersteig können wir 2 Gruppen überholen, wodurch wir dann alleine am Einstieg stehen und nach einer Verschaufpause zum Kraft-Sammeln um ca. 9.15Uhr die überhängende Schlüsselstelle (E) in Angriff nehmen können. Sagen wir so, gaaanz einfach ist sie nicht (v.a. auch weil ein bisschen nass), größere Personen haben sicherlich einen leichten Vorteil, aber insgesamt kommt man dann doch recht problemlos über das erste Stück. Gut ist es aber schon, dass die Stelle nur ganz kurz überhängend ist, weil sie schon “gonz sche eini geht”. Der restliche Johann ist ein einziges Vergnügen – luftig, super Aussicht, tolle Routenführung (z.B. “Adlerhorst”), immer wieder Stellen zum rasten (wenn man will),… einfach ein Klettersteig der Spaß macht. Wir haben das Glück, dass wir den gesamten Klettersteig keine anderen Kletterer treffen, und können deshalb mit ein paar Foto-Pausen zügig in etwas mehr als 2h durchsteigen und erreichen die Dachsteinwarte somit bereits um kurz vor halb 12 Uhr.

Bildschirmfoto 2015-09-18 um 10.21.58

Da wir sehen, dass am Schulteranstieg (zur Zeit der einzig begehbare Anstieg von dieser Seite, da der Randkluftsteig gesperrt ist) bereits einige Leute unterwegs sind, beschließen wir die Mittagspause auf später zu verschieben und relativ schnell den dritten Teil der Superferrata anzugehen. Ab und zu ist es notwendig entgegenkommenden oder langsameren Gruppen auszuweichen, die Wartezeiten halten sich aber an diesem Tag zum Glück in Grenzen, weswegen wir in nur ca. 1h den Gipfel erreichen. Der Schulteranstieg ist sehr gut versichert und nie schwieriger als B, wodurch wir teils auf unser Klettersteigset verzichten. Einzig die ersten Meter sind etwas “knackig”, weil sehr abgetreten und rutschig. Um ca. halb 1 Uhr stehen wir – etwas weniger als 6h nachdem wir aufgebrochen sind. Ein schönes Gefühl! Am Gipfel weht ein ganz schöner Wind – nach ein paar Fotos geht’s relativ bald wieder zurück. Auch der Abstieg gelingt flott (3/4h), v.a. wahrscheinlich, weil wir schon ziemlich hungrig sind und die Pause in der warmen Dachsteinwarte lockt! 🙂

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Nach einer ausgiebigen Mittagspause geht’s dann in ca. 20 Minuten über den viel-frequentierten und oft gatschigen “Spazierweg” am Gletscher recht unbeeindruckend zur Bergstation der Dachsteinbahn, die wir um kurz nach 15 Uhr erreichen. Die Talfahrt (21,50Euro) leisten wir uns nicht, und steigen deshalb über den Klettersteig (B-C; rot-weiß-rot markiert, aber keine Wegweiser!) von der Hunerkogel-Bergstation zur Hunerscharte ab, und von dort auf dem Hunerschartensteig (A-B) richtung Südwandhütte ab.

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Das Klettersteigset lassen wir aber sein, mit genügend Aufmerksamkeit ist der gut versicherte Steig auch ohne Set gut zu meistern. Vorbei am Skywalk-Einstieg (der muss ein anderes Mal dran glauben) geht es hinunter, die Dachstein-Gondel fährt unzählige Male über unseren Köpfen auf und ab, doch obwohl wir schon müde sind, bereuen wir unsere Entscheidung zu Fuß hinunter zu gehen nicht, hätten wir sonst z.B. die Gams-Herde (!) nicht aus unmittelbarer Nähe beobachten können und auch auf die Trailrunning-Sequenz die letzten Meter von der Südwandhütte hinunter hätten wir verzichten müssen.

Um ca. 17 Uhr erreichen wir müde aber zurfrieden wieder das Auto. What a day! 🙂

Not for losers: LOSER-UMRUNDUNG!

18. August 2013

Die Loser-Runde am Papier.

Die Loser-Runde am Papier.

Heute stand ein “Damen-Wandertag” am Programm.
Um ca. 7.30 Uhr starteten wir (meine Godn/Tante Christa, meine Mum & ich) unsere Tour vom Parkplatz bei der Blaa-Alm (Altaussee). Ziel war an diesem Tag die Besteigung und Umrundung des Losers.
Entlang der “Via Alpina” gings zunächst Richtung Loserhütte (die wir aber rechts liegen ließen). Kurz nach der letzten Kehre der Loser-Panoramastraße trennten sich unsere Wege:

Loser-Klettersteig-Topo

Loser-Klettersteig-Topo

Die zwei “älteren Damen” wählten den Normalweg auf den Loser, während ich den Loser Panorama-/Sisi-Klettersteig anpeilte. Von herunten war zu erkennen, dass bereits viele in der Wand unterwegs waren und auch beim Einstieg tummelten sich einige “Seilschaften”. Zum Glück konnte ich noch vor den Gruppen in die Wand einsteigen, sodass ich dann den gesamten Klettersteig – bis auf ein kurzes Überholmanöver (kurz vorm Rastplatz P3) – recht zügig durchsteigen konnte.
Ein paar wenige “haarige” Stellen sind zwar schon dabei (wo man dann zumindest froh ist die Arme wieder ein bisschen ausschütteln zu können), aber insgesamt ist der Loser Panorama-Klettersteig vollstens zu empfehlen. Schön fordernd, aber mit einer herrlich luftigen Aussicht auf Dachstein, Altaussee,… Leider habe ich nicht genau auf die Uhr geschaut, aber etwas unter 1h war ich wohl unterwegs.

Panorama vom Gipfel

Panorama vom Gipfel

Gipfelrast

Gipfelrast

 

Am Losergipfel traf ich dann wieder auf die 2 Schwestern und nach einer ausgiebigen Gipfeljause ging’s dann bald auch schon wieder weiter über’n Hochanger (super Startplatz für Paragleiter – bei der herrlichen Thermik an diesem Tag waren auch viele in der Luft unterwegs!), in Richtung Loserfenster – wo wir natürlich wie alle anderen “Touris” für Fotos posierten! 🙂

Schau moi wie's do owi geht!

Schau moi wie’s do owi geht!

"Godnfoto" mit Blick durchs Fenster
“Godnfoto” mit Blick durchs Fenster

Vorbei am Augstsee war – meiner Tourenplanung nach – der Gschwandtsattel (gleich unterhalb des Bräuningzinkens) das nächste Etappenziel, von wo aus ich dann in der Direttissima zur Gschwandtalm absteigen wollte.

 

Der Normalweg zum Sattel kam uns ein bisschen lang vor, deshalb wählten wir die etwas wildere, unmarkierte Variante über ein Wiesenband unterhalb des Atterkogels und Greimut-Gipfels.

Die "wilde Variante" über das Wiesenband...

Die “wilde Variante” über das Wiesenband…

 

Hier hatten wir doppelt Glück: Zum einen traf ich bei meiner “Spurarbeit” Gott-sei-Dank nicht auf Schlangen; und zweitens glaube ich, war es meiner Tante glücklicher Weise nicht ganz bewusst, dass es bei einem Ausrutscher auf der Wiese hinter der Kuppe doch einige Meter senkrecht nach unten ginge…!

 

Und dann trafen wir auf die alte Frau Eybl…….. 😦

Eh eine nette alte Dame und vor allem recht rüstig für ihr Alter, aber leider verschreckte sie meine Tante ein bisschen. Sie war nämlich über den “direkten Weg” von der Gschandtalm durch die Rinne aufgestiegen und meinte schon, dass das nicht ganz ohne wäre… Daraufhin war die liebe Tante Christa nicht mehr durch die (durchaus machbare) Rinne zu bewegen und wir mussten wieder zurück um den gesamten Bräuningzinken-Rücken herum. Im Nachhinein eh gar nicht so schlimm, obwohl ich natürlich schon gerne die “kürzere” Variante ausprobiert hätte.

Durch diese Routenveränderung kamen wir zumindest in den Genuss von Heidelbeeren, an denen wir natürlich nicht einfach vorbeigehen konnten.

Blueberry-Monster

Blueberry-Monster

mmmmmh

yummy yummy yummy

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Weg schlängelt sich nach dem Schwarzmoos Sattel durch ein weitläufiges Latschen- und Kalkformations-Platteau. Die Augen muss man dabei ganz schön offen halten, da der Steig nur durch kleine blaue Punkte und “Stoamandln” gekennzeichnet ist.
Vorbei an der Gschwandtalalm (nicht bewirtschaftet), trifft der Weg dann einigermaßen schnell wieder auf den Weg zurük zur Blaa-Alm, die wir ca. um 16.30 Uhr erreichten.

Obwohl wir schon recht hungrig waren (und die Speisen auf der Blaa-Alm wirklich gut aussahen), konnte ich meine Begleiterinnen dann doch noch irgendwie davon “überzeugen”, uns zuerst im Altaussee abzukühlen und erst danach nach etwas Essbarem zu suchen. Durch einen Insider-Tipp wurden wir auf das kleine, aber sehr feine Restaurant “Kantine 191” direkt in Altaussee aufmerksam gemacht… Ich kann nur sagen: Hauben-Küche vom Feinsten – zwar nicht ganz billig, aber auf jeden Fall einen Besuch wert!!! Ein krönender, kulinarischer Abschluss einer wunderschönen Tour!

Ein gelungener Tag!

Ein gelungener Tag!