Berufswunsch: #longdistancehiker

Die Chancen auf einen Job als Lehrerin im Herbst stehen schlecht. Wir sollen uns nach einem “Plan B” umsehen, sagen die vom Landesschulrat. Hab ich gemacht. Ich werde Longdistancehiker.

Ohne Scherz jetzt, das wär schon ein Traum – loswandern, nur mit dem Nötigsten am Rücken, soweit mich die Füße tragen. Egal wo, egal wie lang es dauert. Einfach wandern.

Irgendwann mach ich das. Spätestens in der Pension. 😉 Und dazwischen mach ich mich stückchenweise auf den Weg.

Weitwander-Pläne für den Sommer 2017:

PS.: Wer Lust hat zum Mitwandern auf der einen oder anderen Etappe  – einfach melden! 🙂

8.-21.Juli 2017: Tauernhöhenweg Continued

…nachdem wir (Mum und ich) bereits 2014 und 2015 Teile des Tauernhöhenwegs (Schladming – Sportgastein) absolviert haben, geht’s dieses Jahr weiter, am 9.7.2017 von der Hagener Hütte (Sportgastein) und dann soweit wir kommen, Richtung Krimml (über Sonnblick, Großglockner, Venediger). Can’t wait!

31.Juli – Anfang Sepetember 2017: Alpen-Teil-Längsüberschreitung

Nach einem kurzen England-Aufenthalt, geht’s dann Ende Juli von Innsbruck Richtung Zermatt – vorbei an der Wildspitze, Ortler, Piz Bernina, Maloja-Pass usw. Der Routenverlauf orientiert sich z.T. am roten Weg der Via Alpina, bzw. dem blauen Weg. Insgesamt 600km. Mal schaun wie weit ich komm… Im September stünde dann die eine oder andere Gipfeltour im Monte Rosa Gebiet oder der Mont Blanc mit Jojo, meinem “kl.” Cousin, am Programm. Bis dahin sind aber noch viele Schritte zu tun.

Am meisten Kopfzerbrechen bereitet mir zur Zeit noch die Ausrüstung. Ich versuch zwar so “light” wie möglich zu packen, aber für die beste ultralighteste Ausrüstung fehlt mir grad einfach (noch) das nötige Kleingeld, und v.a. möcht ich für den einen oder anderen Gletscher (spätestens dann im September) auch gerüstet sein – sprich Pickel und Steigeisen sind sowieso on Board… Oh well, wird scho iwie werden.

 

Traumwege (für die Pension):

Te Araroa Trail – New Zealand – 3030km
…Milford Track (54km)
…Routeborn Track (32km)
…Heaphy Track (74km)

Pacific Crest Trail – USA – 4279km
…sehenswertes Video dazu:

 

Great Himalaya Trail – Nepal – 1700km

Wales Coast Path – GB – 1200km

Chinesische Mauer – China – 8000km

Alpen-Längsüberschreitung – Österreich, Italien, Schweiz, Frankreich – 2000km

Kungsleden – Schweden – 180km

Hiking through Iceland (Laugavegur) – Island – (54km)
…auch ein super Video von Klara dazu:

The Skye Trail – Scotland – 128km

Haute Route – Zermatt/Charmonix – 10days

Tour du Mont Blanc – Frankreich –

GR20 – Korsika – 112miles

 

Unterwegs im Toten Gebirge: #nevertoooldforfirsttimes

2.-3.Juni 2017

Am Freitag ging’s für mich gleich richtung OÖ wo mich Mama am Hbf Wels abholte. Weiter gings mit dem Auto richtung Almtal, mit einem kurzen Zwischenstopp zwecks Jausen-Einkauf.

Um ca. 16.30Uhr machten wir uns dann vom Parkplatz beim Almtalerhaus (714m) auf den Weg richtung Welserhütte (1726m), unserem Schlafplatz für heute. Ca. 2,5-3h muss man für die Strecke ungefähr rechnen. Obwohl man die Hütte bei den Grundmauern bereits sehen kann, ziehen sich die restlichen ca.800hm noch ordentlich, v.a. wenn man ab dem Geröll-Feld bereits Leo (den Hüttenwirt) mit dem Ferngucker erkennen kann, der somit ganz genau über die körperliche Verfassung seiner zukünftigen Gäste Bescheid weiß… *schnauf* Der Empfang auf der Hütte ist dennoch nicht weniger herzlich. Da es noch Anfang der Saison ist sind erst wenige Übernachtungsgäste da, um genau zu sein an diesem Abend ausser uns nur eine Gruppe aus Tschechien, die aber sogar noch später als wir ankommen. Silvia und Leo nehmen sich Zeit für ein kurzes Plauscherl und tischen netterweise auch so spät noch feinstes Gemüsegröstl, Kotlette und Kaiserschmarrn auf. Und das alles bei Sicht auf einen wunderschönen Sonnenuntergang übern Almtal. Traumhaft. Nach ein paar hilfreichen Tipps für unser morgiges Vorhaben gehts für uns ins Bett – draussen graupelt es unerwartet, aber solangs morgen wieder besser wird….

Frühstüstück gäbs ab 6.30Uhr. Wir machen uns aber bereits kurz nach 6 Uhr auf zum Einstieg zum Tassiloklettersteig – gut markiert! Anspannung liegt in der Luft. Mama wagt sich als Neo-60erin an ihren ersten Klettersteig. Der Tassiloklettersteig ist zwar nie schwerer als C, doch v.a. die Einstiegspassage ist nicht die Einfachste und um diese Jahreszeit noch ganz schön nass und rutschig. Mama plagt sich. V.a. ihre ganz normalen Wanderschuhe bieten auf diesem Untergrund kaum Halt. Zurückgehen? Aufgeben? Nach den ersten Metern bestehe ich auf einen Schuhtausch – und siehe da, es läuft gleich viel besser! An manchen Stellen ist noch ein bisschen Mut gefragt, aber die Kraft kann man bei Gehstücken (A/B) immer wieder gut sammeln. Ohne große Probleme erreichen wir nach ca. 2h das Almtalerköpfl und von dort in ca. 1h unschwer den Schermberg Gipfel (2396m). Dort oben treffen wir noch auf die letzten Tourengeher der Saison und sehen ihnen neidisch bei ihrer Firnabfahrt zu. 

Nach einer ausgiebigen Frühstückspause gehts auch für uns hinunter – dank der aufgefirnten Schneedecke aber kein Problem und richtig spaßig! Zur Not nehmen wir uns auch noch zwei Haselnuss-Steckern (Überbleibsel vom Schermberglauf mit). Da es noch nicht so spät ist und das Wetter noch hält umrunden wir den Sauzahn auf der linken Seite und stoßen dann zum Normalweg rg. Fleischbanksattel, wo wir unsre Rucksäcke deponieren und dann die letzte Stunde zum Großen Priel (2515m) in Angriff nehmen. Ganz schön viele Leute tummeln sich hier heroben, die meisten steigen aber vom Prielschutzhaus auf, da die Südseite schon bedeutend schneefreier ist. Immer wieder imposant hier heroben, am Dach des Toten Gebirges. A special place.

Hinunter geht’s über zahlreiche Schneefelder recht rasant und z.T. ganz schön steil. Mit unsren Haselstöcken aber null problemo. Bald schon sind wir wieder auf der Welserhütte, wo wir aber nur kurz Pause machen und bald zum restlichen Abstieg aufbrechen. Kurz vorm Erreichen des Talbodens fängt es ordentlich zu regnen und gewittern an. Während wir völlig durchnässt im Regen am endloserscheinenden Weg zum Almtalerhaus unterwegs sind (zaach!), scheint oben schon wieder die Sonne. Pünktlich zur Ankunft beim Auto setzt sich aber auch im Tal wieder die Sonne durch – das obligatorische Bad in der eiskalten Alm lasse ich mir nicht nehmen! Müde, glücklich, zufrieden und auch ein bisschen stolz (1. Klettersteig mit 60 is ja schon gar nit so schlecht!) starten wir in das noch junge verlängerte Pfingstwochenende. Können schon auch was, die Berge in der Heimat! 🙂 

Eins is klar: I’ll be back! (v.a. der Welser Weg und das Schlossgespenst auf den Schermberg habens mir angetan…. #newprojects)

Aufs und rund ums Solsteinhaus: #wasfür1naissetour

25.-26.5.2017

Zu Beginn dieses langen Wochenendes kam zu Jojo und mir nach Tirol Besuch aus der Heimat in Form von den Seisis (Tante, Onkel samt kl. Cousinchen und Cousins).

Dem Schnee kann man seit Mitte Mai täglich beim Schmelzen zusehen, auch viele Hütten haben bereits wieder ihre Türen geöffnet – so auch das Solsteinhaus (1806m). High Time die Bergsaison 2017 so richtig einzuläuten.

Am frühen Nachmittag ging’s von Hochzirl (hinterm Krankenhaus) gemütlich, aber vollbepackt (mit Kletterausrüstung x4) los richtung Solsteinhaus. Recht einfach geht’s zunächst der Forststraße entlang, danach dem gut angelegten Steig zum bald sichtbaren Solsteinhaus. Insgesamt 810hm.
Oben gibt’s zunächst Kaffee und Kuchen, dann wäre der Plan den Klettergarten unsicher zu machen, den wir aber irgendwie verfehlen und deshalb nur eine kurze Klettersession an der hauseignen Kletterwand einlegen.

Das Abendessen (Knödelvariationen) ist vorzüglich – so auch die gesamte restliche Bewirtung (Apfelstrudel, Kaiserschmarrn, Frühstücksbuffet,…). Nach einer Runde “Kuhhandel” haun wir uns dann auch schon bald in die Hapfn (tolle Lager!), da es am nächsten Tag früh raus und rauf gehn soll….

Der Wecker läutet bereits vor 4 Uhr – 10 Minuten später sind Hanna, Sami, Jojo, Eli und ich abgehbereit. Der Sonnenaufgang auf der Erlspitze (2341m). Bei der Hütte sind 1h Anstieg angeschrieben, wir lassen uns aber so früh am Morgen nicht stressen und brauchen ca. 1,5h. Obwohl’s zunächst sehr nebelig ist lassen wir uns nicht einschüchtern – und bald schon stehen wir über dem Wolkenmeer, umringt lauter Bergspitzen. Auf die Sekunde genau stehen wir mit der aufgehenden Sonne am Gipfel. Atemberaubend! So könnte jeder Tag starten!
Der Abstieg zur Hütte gestaltet sich dann relativ flott – der Vorfreude auf das Frühstück sei Dank! Das Frühstückbuffet lässt dann keine Wünsche übrig.


Frisch gestärkt machen wir uns als Gesamtgruppe dann wieder auf zum nächsten Gipfel, dem Großen Solstein (2541m). Ca. 2h dauert der gemütliche Anstieg, dann ist es schon wieder Zeit für eine kleine Gipfelrast. Den Kleinen Solstein lassen wir an diesem Tag links liegen da doch noch ein bisschen zu viel Schnee liegt.
Und dann, ja dann ging’s rasant zur Sache. Das gesamte Kar zur Neuen Magdeburgerhütte war noch durchzogen von lauter Schneefeldern, die wir uns natürlich nicht entgehen ließen: Anlauf genommen, auf den Hintern gesetzt, und runter ging’s mit einem Affenzahn. Juhuiii. Der Frühling in den Bergen kann schon was! 🙂

Bei der Neuen Magdeburger Hütte (1637m) gibts noch eine kurze Erfrischung, bevor wir dann durch den Wald, zum Teil der idyllisch, richtung Hochzirl weitermarschieren.

Am späteren Nachmittag kommen wir wieder beim Auto an – braun(rot)gebrannt, k.o., aber glücklich!

Schön war’s! Vor allem mit so einem netten Haufen schöner Menschen! 😉

 

Karwendelmarsch: #timeforanother GEWALTHATSCHER

9.12.2016

Relativ spontan nahm ich an diesem “Zwickeltag” den ersten Zug von IBK nach Scharnitz um von dort das Karwendel zu durchqueren.

Um halb 8 Uhr ging’s in Scharnitz los.
52km & 2281HM standen vor mir – zu viel Zeit durfte ich mir also nicht lassen um noch am selben Tag am Achensee in Pertisau anzukommen. Die Strategie: Gelaufen wird im flachen Gelände und bergab; Bergauf wird flott gegangen.

Im Laufschritt geht’s auf der Forststraße hinein ins Karwendeltal rg Karwendelhaus. Kalt isses. Eisblumen wohin das Auge reicht. Gefrorene Wasserfälle. Sogar meine Trinkblase ist zugefroren. Bald ist das erste Zwischenziel, das Karwendelhaus (km18) in Sicht – die Höhenmeter hinauf ziehen sich aber noch ganz schön ordentlich.

Am Sattel die ersten Sonnenstrahlen. Zügig läuft es sich hinunter zum Kl. Ahornboden (km24) bevor sich der Aufstieg zur Falkenhütte (km30) wieder eher schleppend gestaltet. Meine Kraftreserven lassen zu wünschen übrig – vielleicht hätte ich doch nicht aufs Frühstück verzichten sollen. Der Gedanke an warme Suppe, die beim “echten Karwendelmarsch” im August an die Teilnehmer verteilt wird, macht die Sache nicht einfacher. Stattdessen nage ich an einem Apfel und genehmige mir einen Bissen vom Müsliriegel. Selber schuld. Die Energie kommt trotzdem kurzzeitig wieder zurück.

Im Schatten der imposanten Laliderwände geht’s nach einem kurzen Downhill noch einmal schnell und schmerzlos hinauf auf einen Sattel, von wo aus das nächste Etappenziel, das idyllisch gelegene Almdorf Eng (km35), schon bald sichtbar wird.

Dort angekommen, winkt schon der nächste Anstieg – der längste von allen, dafür aber auch der letzte für heute. Vorbei an der Binsalm (km38) müssen insgesamt fast 700hm hinauf zum Gramaisattel (1902m) z.T. recht steil überwunden werden. Die letzten Reste vom Müsliriegel müssen herhalten. Ab dann geht’s nur noch bergab (#odersoähnlich).

Rasant schlängelt sich der Singeltrail hinunter, vorbei am Gramai Hochleger (km41,5) bis zum Talboden, wo die herrschaftliche Gramai Alm (km44,5) die letzten 8,5km einläutet. Recht flach geht’s talauswärts über Wiesen- und Schotterwege rg Pertisau, dem Achensee entgegen. Ab der Falzturnalm (km48) ist man dann auf der asphaltierten Straße unterwegs. Ganz leichtfüßig läuft es sich nicht mehr, aber der Gedanke an das Ziel, für mich heute die Heimfahrt zurück nach IBK und ein warmes Essen, beflügelt dann doch noch ein bisschen.

Nach insgesamt 8,5 Stunden hupfe ich halb erfroren, fix und foxi, hungrig und trotzdem unheimlich glücklich und ein bisschen stolz in den Bus und mache mich auf den Heimweg. Den Achensee erblicke ich heute nur aus dem Bus. Doch der Gedanke an den Zieleinlauf beim “echten Karwendelmarsch” im August und ein erfrischendes Bad im Achensee danach erfrischt mich gleich wieder ein bisschen.

Die Streckenbesichtigung ist geglückt. Das Karwendel enttäuscht nie. Was für eine schöne Strecke. Ein bisschen (viel) trainieren muss ich noch, vor allem an meinen “Bergauf-Qualitäten” muss ich noch arbeiten, aber gerne versuche ich mich am Karwendelmarsch dann im August 2017 noch einmal! Freu mich schon.

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Links: Streckenbeschreibung, Karwendelmarsch (Anmeldung bereits offen!)

Karwendel Höhenweg West – Gratvariante: #gamsmodusON

28.10.2016: Reith – Nördlingerhütte – Solsteinhaus

Voller Vorfreude auf das verlängerte Wochenende starten wir, Jojo und ich, am Freitag nach getaner Arbeit, um 13:45 Uhr vom Bahnhof in Reith. Direkt im Ort zweigt der Weg rg Nördlingerhütte ab und geht sogleich recht steil, aber wunderschön durch den herbstlichen Lärchenwald hinauf. Sobald sich die Bäume lichten eröffnet sich ein sagenhafter Ausblick auf die umliegende Berglandschaft, bis hin zur Zugspitze. Ein Traum. Nach ca. 2,5h und 1130HM erreichen wir die Nördlingerhütte (2238m). Auf den Sprung auf die Reitherspitze verzichten wir heute, liegt doch noch ein ganz schönes Stückerl Weg vor uns.

Nach einer kurzen Pause geht’s weiter rg unserem heutigen Ziel – dem Solsteinhaus. Zunächst hinunter zum Ursprung-Sattel, dann wählen wir die etwas anspruchsvollere und längere Variante über den Freiungen Höhenweg, der immer wieder etwas ausgesetzt, aber versichert im ständigen Auf und Ab rg Osten verläuft – vorbei an den Freiungstürmen, der Kuhljochspitze und zuletzt der Erlspitze. Für all diese Gipfel ist heute keine Zeit, sind wir doch ein bisschen in “Zeitnot” angesichts der untergehenden Sonne – was sich als etwas schwierig herausstellt, die Lichtverhältnisse der herbstlichen Sonnenuntergänge sind einfach unbeschreiblich schön – da muss man manchmal einfach anhalten – innehalten – aufatmen – auftanken. Die letzte Stunde, ca. ab der Kuhljochscharte, absolvieren wir dann im recht unschweren Gelände im Dunkeln, was aber dank unserer Stirnlampen meist ganz gut funktioniert.

Um ca. 19:45Uhr erreichen wir dann endlich das (nicht mehr bewirtschaftete) Solsteinhaus (1805m) – dessen Winterraum (10Euro/ Platz für 4-6P.) aber geöffnet ist. (Leider kein Wasser!) Nach einer Jause und dem kläglich scheiternden Versuch Feuer zu machen hupfen wir gleich in unsere “warmen” Schlafsäcke – den Wecker gestellt auf 4:45Uhr!

29.10.2016: Solsteinhaus – Gr. Solstein – Kl. Solstein – Hohe Warte – Brandjochspitze – Seegrube – Hafelekar – Götheweg – Pfeishütte

Zunächst einmal Kudos an martin-outdoor.de, der uns mit seinem Bericht der Gratüberschreitung vom Gr. Solstein bis zur Vorderen Brandjochspitze die Vorbereitungen der Tour sehr erleichterte und einen recht zuverlässigen und anschaulichen Bericht dieser Tour online gestellt hat!!! Zu erwähnen sei auch spitzentreffen.at, die einen Teil dieser Tour von der anderen Richtung absolviert haben. Danke für eure Berichte!

Um ca. 5:15Uhr starten wir noch im Dunkeln recht gemütlich vom Solsteinhaus hinauf zum Großen Solstein (2540m), der aber eigentlich der Kleinere der Solsteine ist. Nach ca. 1,5h erreichen wir den ersten Gipfel, der auch von seiner unscheinbaren Form im Schatten seines “kleineren” Bruders steht – auch in der Dämmerung erscheint der Kl. Solstein sehr imposant. Nach einer kurzen Snack-and-Break-Pause machen wir uns bald auf den Weiterweg zuerst markiert ein paar Höhenmeter hinunter, dann weiter zum zweiten Gipfel für heute, dem Kl. Solstein (2633m), den wir pünktlich zum Tagesanbruch um kurz vor 8Uhr erreichen (ca. 1h).

Ab dann geht’s unmarkiert, aber relativ eindeutig entlang des Grats weiter rg Osten. Ein paar Mal muss der Grat wegen relativ steiler Abbrüche etwas südlich umgangen werden, was aber auch immer recht eindeutig ist. Beeindruckende Tiefblicke sind garantiert, wenn man auch wegen des oft sehr brüchigen Gesteins (das im West-Ost-Verlauf des Grats generell immer brüchiger wird!) sehr aufpassen muss welchen Griffen/Tritten man wirklich vertrauen kann – nicht selten bricht ein völlig fest erscheinender Fels plötzlich weg. Mit beeindruckenden Tiefblicken geht es luftig dahin (meist I – II, mit der einen oder andere III-er Stelle), besonders beeindruckend der Reitergrat – ein sehr dünner Gratabschnitt, der nomen-est-omen am besten wohl in einer Art Sitzposition überwunden wird. Ab der Scharte geht es wieder am am markierten Weg hinauf zur Hohen Warte (2597m), die wir nach ca. 1h erreichen.

Wiederum nach einer kleiner zweiten oder dritten (? – habe die Übersicht verloren^^) Frühstückspause stürzen wir uns noch einmal ins Grat-Abenteuer, die Brandjochspitzen erscheinen schon fast greifbar. Dieser letzte Abschnitt erfordert aber noch einmal vollste Konzentration, denn wie bereits erwähnt wird das Gestein leider immer brüchiger und auch der Schwierigkeitsgrat bleibt mit III erhalten. Ca. in der Mitte des Grats muss ein markanter Zacken wiederum südlich umgangen/klettert werden – danach aber am besten gleich wieder auf den Grat hinauf! Eine letzte Schlüsselstelle kurz vor dem Gipfel der Hinteren Brandjochspitze (2599m) erfordert noch einmal etwas Mut und Klettergeschick, mit ausreichend Konzentration dann aber doch gut zu meistern! Wiederum knapp 1h.

Zur Vorderen Bandjochspitze (2559m – mit Gipfelkreuz) ist es dann wirklich nur noch ein “Katzenhupfer” von ca. 20min – wiederum ein bisserl ein brüchiger. Das schrofige Gelände ist durchsetzt mit lauter Geröll und daher v.a. im Abstieg nicht ganz so angenehm. Super glücklich erreichen wir um ca. 10:45 Uhr den letzten Gipfel des Grates. Der Blick zurück erfüllt uns dann fast ein bisserl mit Stolz – schaut ganz schön imposant aus, dieser Grat. Resüme: luftige, einsame (mit Ausnahme von Steinbock-Sichtung), etwas brüchige, aber wunderschöne Grat-Kraxelei mit ab-und-zu-ein-bisschen Nevenkitzelpotential. Prädikat: wertvoll!

Die Seegrube bereits in Sichtweite und mit dem damit verbundenen “Gipfel”Radler im Kopf geht’s in ca. 70min zunächst hinunter (vorbei an der Frau Hitt – der wir aber auch mit Sicherheit nochmals einen Besuch abstatten) und dann in super Höhenwegmanier rüber zur Bergstation (1905m). Dort wartet schon ein Studienkollege von Jojo, der uns am Götheweg begleiten wird. Pünktlich zur Mittagszeit stärken wir uns aber mal kulinarisch, umringt von lauter Trailrunnern, Mountainbikern und Touris – komplettes Kontrastprogramm zu den Stunden davor 😉

In ca.45 Minuten keuchen wir dann in der Mittagshitze hinauf zum Hafelekar (2269m) und zweigen sogleich rg Osten auf den Götheweg ab, auf dem ich ja bereits Mal mit meinen Trailrunningschuhen unterwegs war.

Innerhalb ca. 1h erreicht man (ohne Gipfel) auf wunderschönen Wegen die Mandlscharte. Hier trennten sich dann unsere Wege – während Jojo und Mani noch einen Abstecher auf die Rumerspitze über den Westgrat machten und dann über die Arzlerriese runter nach IBK rutschten, machte ich mich auf die Suche nach Wasser, was ich zum Glück bei der Pfeishütte (1922m), meinem heutigen Ziel, fand- weiter ca. 30min! Dort im Notlager (5 Euro, ca. 6P.) wurde es dann ganz schön kuschelig, an einem solch schönen Wochenende hatten einige die Idee in den Bergen zu übernachten. Zum Glück war ich an diesem Tag also schon relativ früh hier und konnte somit den restlichen NM/Abend ein bisschen zum Entspannen nutzen.

 

30.10.2016: Pfeishütte – Stempeljoch – Lafatscher Joch – Halleranger Haus – Scharnitz

Leider machte mir mein Kopf (wetterfühlig?!) einen kleinen Strich durch die weitere Tourenplanung, sodass ich relativ bald entschied doch schon heute ins Tal abzusteigen. Zunächst ging’s aber wiederum in der Dunklen um kurz nach 5Uhr bei sternenklarem Himmel in ca. 45Minunten hinauf zum Stempeljoch (2215m). Hier könnte man ein paar Gipfeln (Stempeljochspitze, Pfeiser “mitnehmen”, was ich aber angesichts der Dunklen sein ließ. Ganz schön steil geht’s dann die ersten Höhenmeter hinunter rg. Haller Tal, bevor ich mich links hielt, um auf dem Wilden Bande Steig hinüber auf’s Lafatscher Joch (2085m) zu queren. Dort angekommen überrschte mich bereits die aufgehende Sonne, was mich etwas verwunderte, hatte ich die Zeitumstellung völlig “verschlafen” (im wahrsten Sinne des Wortes). Somit beschloss ich kurzum den Aufstieg zur Speckkarspitze bleiben zu lassen (der wäre im Norden gewesen) und stattdessen gleich zum Hallerangerhaus (1768m) abzusteigen (P.S.: Ein Kletter-Paradies dort!) Nach ein paar ausgedehnten Fotopausen und einer kl. Frühstücksjause ging’s fortan auf einer (anfangs zwar einsamen) Forststraße rg. Scharnitz. Angeschrieben sind für die ca. 20km 5h, was ausreichend ist, die Strecke ziiiiiiieht sich aber trotzdem, v.a. wenn so manche Mountainbiker wie im Flug bei dir vorbei die Straße runterdüsen – da sehnt man sich auch nach einem fahrbaren Untersatz. Einziger Lichtblick ist die doch recht schöne Karwendel-Bergwelt rechts und links (soooo viele Touren die ich in zukunft noch auschecken muss), die noch recht junge Isar mit unzähligen Steinmanderl am Bachufer und die Möglichkeit die brennenden Haxen im Zug oder dann Zuhause endlich hochzulagern! 😉  V.a. die letzten km gestalten sich für mich noch mal als ein Wettrennen gegen die Uhr – denn um 13:03 fährt der nächste Zug rg IBK, danach müsste ich 1,5h warten. Also, noch einmal die letzten Kräfte mobilisiert und um punkt 13Uhr erreiche ich gerade rechtzeitig den Bahnhof.

So schön und ereignisreich die letzten 48 Stunden auch waren, umso glücklicher bin ich auch jetzt wieder im Tal angekommen zu sein und mich nun von den Strapazen ein wenig zu erholen. All dies aber mit unvergesslichen Eindrücken einer wunderschönen Tour im Karwendel, die mit Sicherheit nicht die letzte dort gewesen sein wird!

 

 

Pesenbachtal: #auftankenimGrünen

10.5.2016

Mit noch etwas müden Beinen beschlossen wir (Milou und ich) es an diesem schönen Tag etwas gemütlicher anzugehen und dem Pesenbachtal wieder mal einen Besuch abzustatten. Das letzte Mal war ich hier zum Trailrunning. Ganz gemütlich, mit zahlreichen Fotopausen wanderten wir die übliche Kerzensteinrunde. 1,5h sind pro Weg beanschlagt (was aber ausreichend sein sollte für die 3,5km). Das Pesenbachtal mit seinem satten Grün und wunderschönen, ruhigen Fleckchen ist wohl der perfekte Platz für eine Regenerations-Wanderung. Schön war’s! 🙂

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Johannesweg: #pilgernfüranfä…ähm …fortgeschrittene

84km – 2 Tage – wunderschönes Mühlviertel – saftige Wiesen – sanfte Hügel – mystische Wälder – imposante Granitriesen – meandrige Flussläufe – freundliche Leute – herrliches Panorama – marode Fiass.

Verwende die oben genannten Reizwörter um eine spannende Erlebniserzählung zu gestalten, ODER ABER, du begibst dich, wie wir, einfach für ein paar Tage auf den Johannesweg im Mühlviertel – dort findest du Inspiration en masse!

5.-6.Mai 2016

Da in den höheren Gebirgsgegenden noch ein bisschen zu viel Schnee liegt, hat es uns dieses Mal in den nördlichen Teil Oberösterreichs verschlagen, ins wunderschöne Mühlviertel. Dort besteht seit einigen Jahren der Johannesweg, der sich auf 84km Länge, von Pierbach (494m) ausgehend, in Form einer Lilie durch die hügelige Landschaft zieht. Der höchste Punkt, der Kammererberg befindet sich zwar nur auf 980m, doch insgesamt kommt man durch das ewige Auf- und Ab auf ca. 3200 Höhenmeter hinauf.

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Karten gibt’s bei jedem Wirt der Region um 2,-Euro käuflich zu erwerben.

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Ein ständiges Auf- und Ab.

Empfohlen wird, die Tour auf 3-4 Tagesetappen aufzuteilen (hier geht’s zu den offiziellen Tourenvorschlägen). Da ich aber bekanntlich Herausforderungen liebe, hat sich auch meine Mama, mit der ich unterwegs war, zu dem Vorschlag hinreissen lassen, den Johannesweg in 2 Tagen zu gehen. Im Nachhinein zwar ein durchaus machbares, wenn auch anstrengendes Unterfangen. Wer jedoch ein bisschen mehr Zeit zum Verweilen und Genießen haben möchte, sollte sich wirklich die empfohlenen 3-4 Tage Zeit nehmen.

Tag 1: Gestartet sind wir um 6 Uhr in Pierbach bei leichtem Nieselregen, angekommen um kurz nach 16 Uhr in Silberberg bei abendlichem Sonnenschein (kurz nach dem Kammererberg). Dazwischen ca. 45km mit ruhigen Flusstälern, der Ruine Prandegg, zahlreichen beeindruckenden Aussichtsfelsen mit historischen Hintergründen, verschlafenen Ortschaften, netten Begegnungen, etc. Insgesamt eine recht kurzweilige Strecke, dank des ewigen Auf- und Abs, den vielen Attraktionen und der sich ständig verändernden landschaftlichen Umgebung. Nach etwas mehr als 10h waren wir dann doch froh unser Zimmer im Biohof Reithmayr beziehen zu können, eine wunderschön gelegene und recht unkomplizierte Unterkunft. Zum Essen gibt’s die nächsten Möglichkeiten in Kaltenberg (5km bzw. 1h), und mit ein bisschen Glück kann man mit Alois (dem Biobauern) eine Strecke mitfahren. Das Zurückwandern nach dem Essen hat uns beiden dann ganz gut getan 🙂

Tag 2: Pünktlich zum Sonnenaufgang brachen wir wieder um ca. 6 Uhr bei wolkenlosem Himmel von Silberberg auf, nicht mehr ganz so frisch wie am Vortag (v.a. meine Füße und mein li Knie zwicken schon ein bisschen), aber doch vorfreudig und gespannt auf die noch verbleibenden 39km. Die morgentliche Ruhe und angenehme Sonneneinstrahlung sind vor allem im ersten Streckenabschnitt einfach wunderbar. Frühstück gab’s dann nach ca. 2h in Unterweißenbach beim Spar. Trotz der nicht mehr allzuvielen Höhenmeter zieht sich der Weg vor allem um die Mittagszeit abschnittsweise schon ein bisschen. Ab der letzten “Attraktion”, dem Gipfelkreuz, geht es viel bergab, zunächst nach Königswiesen, dann weiter zum kleinen Ort Mötlas. Die nächsten 5km sind wohl die “zachsten” des gesamten Weges – auf der Straße geht es stetig bergab (zu diesem Zeitpunkt ist mir jeder Meter bergauf bereits um einiges lieber als hinunter!) bis zum Steig hinauf zur Ruine Ruttenstein. Von dort hat man noch eine letzte Möglichkeit den Blick zurückschweifen zu lassen, über die ganzen Hügel, die man schon hinter sich gebracht hat. In ca. 1h15min gelangt man dann zurück zum Ausgangspunkt, nach Pierbach, wo wir um ca. 17Uhr ankommen. Glücklich, aber schon seeeehr k.o.!

P.S.: Wer eine kleine Motivation braucht, bei jeder der zwölf “Attraktionen” am Weg kann man einen Stempel ergattern, bzw. sich ganz einfach auf der Johannesweg-App (die übrigens insgesamt ganz praktisch ist!) einloggen. Nach 8 Stempeln gibt’s bei einem der Wirte der Region die Johannesweg-Wandernadel für 2,-Euro! 😉