Aufs und rund ums Solsteinhaus: #wasfür1naissetour

25.-26.5.2017

Zu Beginn dieses langen Wochenendes kam zu Jojo und mir nach Tirol Besuch aus der Heimat in Form von den Seisis (Tante, Onkel samt kl. Cousinchen und Cousins).

Dem Schnee kann man seit Mitte Mai täglich beim Schmelzen zusehen, auch viele Hütten haben bereits wieder ihre Türen geöffnet – so auch das Solsteinhaus (1806m). High Time die Bergsaison 2017 so richtig einzuläuten.

Am frühen Nachmittag ging’s von Hochzirl (hinterm Krankenhaus) gemütlich, aber vollbepackt (mit Kletterausrüstung x4) los richtung Solsteinhaus. Recht einfach geht’s zunächst der Forststraße entlang, danach dem gut angelegten Steig zum bald sichtbaren Solsteinhaus. Insgesamt 810hm.
Oben gibt’s zunächst Kaffee und Kuchen, dann wäre der Plan den Klettergarten unsicher zu machen, den wir aber irgendwie verfehlen und deshalb nur eine kurze Klettersession an der hauseignen Kletterwand einlegen.

Das Abendessen (Knödelvariationen) ist vorzüglich – so auch die gesamte restliche Bewirtung (Apfelstrudel, Kaiserschmarrn, Frühstücksbuffet,…). Nach einer Runde “Kuhhandel” haun wir uns dann auch schon bald in die Hapfn (tolle Lager!), da es am nächsten Tag früh raus und rauf gehn soll….

Der Wecker läutet bereits vor 4 Uhr – 10 Minuten später sind Hanna, Sami, Jojo, Eli und ich abgehbereit. Der Sonnenaufgang auf der Erlspitze (2341m). Bei der Hütte sind 1h Anstieg angeschrieben, wir lassen uns aber so früh am Morgen nicht stressen und brauchen ca. 1,5h. Obwohl’s zunächst sehr nebelig ist lassen wir uns nicht einschüchtern – und bald schon stehen wir über dem Wolkenmeer, umringt lauter Bergspitzen. Auf die Sekunde genau stehen wir mit der aufgehenden Sonne am Gipfel. Atemberaubend! So könnte jeder Tag starten!
Der Abstieg zur Hütte gestaltet sich dann relativ flott – der Vorfreude auf das Frühstück sei Dank! Das Frühstückbuffet lässt dann keine Wünsche übrig.


Frisch gestärkt machen wir uns als Gesamtgruppe dann wieder auf zum nächsten Gipfel, dem Großen Solstein (2541m). Ca. 2h dauert der gemütliche Anstieg, dann ist es schon wieder Zeit für eine kleine Gipfelrast. Den Kleinen Solstein lassen wir an diesem Tag links liegen da doch noch ein bisschen zu viel Schnee liegt.
Und dann, ja dann ging’s rasant zur Sache. Das gesamte Kar zur Neuen Magdeburgerhütte war noch durchzogen von lauter Schneefeldern, die wir uns natürlich nicht entgehen ließen: Anlauf genommen, auf den Hintern gesetzt, und runter ging’s mit einem Affenzahn. Juhuiii. Der Frühling in den Bergen kann schon was! 🙂

Bei der Neuen Magdeburger Hütte (1637m) gibts noch eine kurze Erfrischung, bevor wir dann durch den Wald, zum Teil der idyllisch, richtung Hochzirl weitermarschieren.

Am späteren Nachmittag kommen wir wieder beim Auto an – braun(rot)gebrannt, k.o., aber glücklich!

Schön war’s! Vor allem mit so einem netten Haufen schöner Menschen! 😉

 

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Brunnkogel: #spurenimaprilschnee

30.4.2016

Tagwache – 2.45Uhr. Dann geht’s per Auto Richtung Parkplatz Taferlklause (765m) wo ich um kurz nach 4 Uhr, mit Stirnlampe ausgerüstet, aufbreche. Heutiges Ziel – Brunnkogel (1708m).

Zunächst geht’s gemütlich entlang der Forststraße bergauf. Den Weg könnte man auch am Rand der Skipiste ein bisschen abkürzen, was ich im Dunkeln aber nicht erkennen kann. Bald schon erreiche ich dann aber das Brünndl (900m), wo der Normalweg nach rechts abzweigt.

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Abzweigung zum Normalweg.

Wer es aber ein bisschen anspruchsvoller bevorzugt, kann, wie ich, den unmarkierten Weg über den Franz-Scheckenberger-Steig, der über die Bischofmütze (nicht zu verwechseln mit der am Gosaukamm) führt, wählen, für den man geradeaus auf der Forststraße bleibt, die jedoch bald in einen gut erkennbaren Wanderweg mündet. Bald schon wird klar, dass doch noch einiges an Schnee vorhanden ist, doch zum Glück gibt es schon eine Spur durch den Schnee, durch die ich mich sehr gut orientieren kann. Ohne diese wär ich wohl wieder umgekehrt. Der Weg schlängelt sich kontinuierlich steigend bis zur Einstiegstafel des Steigs, den ich um kurz nach 5Uhr erreiche.

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Noch ganz schön dunkel am Anfang.

Ab dann geht es etwas steiler, jedoch nicht sonderlich ausgesetzt hinauf durch die Latschen (I-er Stellen). Ganz unerwartet taucht dann bald schon auf der linken Seite das Gipfelkreuz der Bischofsmütze (1446m) auf und auf die Sekunde pünktlich erreiche ich dann um ca. dreiviertel 6 Uhr den Bergrücken, gerade rechtzeitig um dem großen Feuerball am Horizont beim Aufgehen zuzusehen. Immer wieder imposant so ein Sonnenaufgang in den Bergen.

Nach einer kurzen Fotosession geht’s zunächst ein paar Meter wieder hinunter und dann durch eine Latschengasse hinauf. An Tagen wie diesem ganz schön mühsam, denn genau dort hat sich noch besonders viel Schnee angesammelt, wodurch ich immer wieder bis zur Hüfte im Schnee einbreche. Ein Kraftakt, sich so durch den Schnee zu kämpfen. Doch schon bald wird das Gelände wieder etwas felsiger, was das Vorankommen wieder deutlich erleichtert. Die Felsplatten sind außerdem aber sehr schroff und griffig, was auch die eine oder andere etwas “anspruchsvollere” II- Stelle recht easy überwindbar macht. Wichtig ist, dass man sich in der Rinne rechts vom Nordwestgrat (Kletterroute) nach oben fortbewegt (roter Punkt zur Orientierung). Sehr flott erreicht man dann den grasigen Ausläufer der Rinne und bald schon wird das Brunnkogel-Gipfelkreuz sichtbar, wo es fortan nur noch wenige Meter flach zum höchsten Punkt geht.

Um dreiviertel 7 Uhr stehe ich dann am Gipfel des Brunnkogels (1708m). Die Sonne heizt schon ordentlich herunter, das imposante Gipfelkreuz, die weite grasige Gipfelumgebung und die fulminante Aussicht laden zum Verweilen ein. Keine Menschenseele weit und breit. Du, allein mit der Natur. Das tut gut!

Den Abstieg wähle ich dann auf direktem (Normal)weg zurück zur Taferlklause, nicht aber ohne einen Abstecher über den Mathiaskogel zu machen, der quasi direkt am Weg liegt. Der führt mich über den Hochleckenkogel hinunter ins Kar. Spuren sind einige vorhanden, die ich aber bald schon verlasse, da sie vor allem im unteren Bereich schon etwas rutschig werden. Außerdem ist man flotter und macht es viel mehr Spaß wenn man über die Schneefelder hinunter hüpft/läuft/kugelt. Meine Schienbeine sind zwar nun dank des recht robusten Harschdeckels übersät mit blauen Flecken, aber das war es allemal wert! 🙂 Wenn ich mich aus meiner Kindheit richtig erinnere, befindet sich auch im Sommer anstatt der Schneefelder eine riesige Schotterriese, was den Abstieg um einiges erleichtert.

Zurück geht es dann entlang der Skipiste hinunter bis zum Skilift, der mir irgendwie bekannt vorkommt – habe ich doch hier vor gut 24 Jahren das Skifahren gelernt. Wie die Zeit verfliegt! 🙂
Entlang vom Taferlklausen-Weiher wandere ich gemütlich zurück zum Parkplatz, einen letzten, beeindruckenden Blick hinaufwerfend, wo ich um kurz vor 9Uhr wieder glücklich das Auto erreiche. Schön war’s und immer wieder wert für eine Sonnenaufgangstour ein bisserl früher aufzustehen! 🙂

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Ein letzter Blick zurück.

Kremsmauer: #SUNwhereartthou?!

27.09.2015

Wahl-Sonntag in OÖ. Ein nebeliger, grauer Sonntag. Erst am Abend zeigt er sich von seiner blauen Seite. So auch das Wahlergebnis. Unbefriedigend. Zumindest letzteres.

Doch hier geht’s um die Kremsmauer (1604m). Zig Male daran vorbeigefahren. Oft davon gehört. Noch nie oben gewesen. Das sollte sich ändern.

Nach dem Urnen-Gang ging’s los. Zum Parkplatz beim Krems-Ursprung (550m), wo wir um ca. 9Uhr in den Steig einstiegn, meine Mum umd ich. 3 1/2h sind angeschriebn, Trittsicherheit wird vorausgesetzt.

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Steil hinauf im Buchenwald.

Mit der Hoffnung der Sonne über der Wolkendecke einen Besuch abzustatten geht’s schnell recht steil ansteigend durch den z.T. sehr rutschigen Wald hinauf, bis zum idyllischen Wiesenfleckerl, dir Parnstaller Alm in ca. 1 1/4h. Dann folgt eine Querung, der Nebel immer dichter, bevor man über Versicherungen und teils recht ausgesetzten Passagen zum Törl (1457m) gelangt. Jeder Tritt muss bewusst gesetzt werden, die Gefahr auszurutschen ist bei diesen feuchten Bedingungen groß.

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#soanöwüsuppn

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Mama im Törl.

Wenn das Wetter passt kann man hier über den Grat die Überschreitung zum Gipfel (unmarkierter Steig für den man schwindelfrei sein sollte) wagen. An einem Tag wie diesen ist es wohl aber besser dem Normalweg weiter zu folgen, der zunächst wieder ca.100 Höhenmeter hinunter geht, dann auf den Weg von Steyrling herauf trifft, bevors noch einmal steiler über etwas steinschlag-gefährliches Gelände zur Kremsmauer-Pyramide geht.

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Aussichtssreich. NOT!

Anstatt von Sonne erwartet uns Nebel. Nur kurz halten wir uns auf, mit dem Wissen dass der Abstieg noch einmal unsre vollste Konzentration erfordern wird.

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Fest verankert.

Um ca. 15Uhr erreichen wir wieder das Auto. Glücklich, heil herunten angekommen zu sein. Etwas wehmütig, die Sonne nicht gefunden zu haben. Vorfreudig, bei besseren Bedingungen wieder herzukommen (für die Grat-Variante). Und doch zufrieden, den Herbsttag in der Natur verbracht zu haben.

Gut hat’s getan! Schön war’s!

P.S.: Und wer noch Zeit und Lust hat, zum Cafe Schwarz ist es nicht weit – ein Besuch lohnt sich immer, egal ob Frühstück, Eis, Kaffee oder Torte.

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Herbst, i mog di!

#GEWALTHATSCHER: Sengsengebirgsüberschreitung – Variante Runde

29.Mai 2015

Die Sengsengebirgsüberschreitung zählt bei uns in Oberösterreich sicherlich zu den “Klassikern” für Bergsteiger. Es wurde also höchste Zeit, dass auch ich mir diese Tour mal von der Nähe anschaue. Es gibt verschiedene Möglichkeiten diese Überschreitung anzugehen: entweder vom Pertlgraben in Klaus aus, oder so wie ich vom Spering-Parkplatz, oder von der anderen Seite in Windischgarsten beginnend; man kann den Höhenweg in 2 Tagen begehen und im Uwe-Anderle-Biwak übernachten, oder als 1-Tages-Überschreitung planen; und dann besteht die Möglichkeit auch noch zurück zum Ausgangspunkt zu wandern.
Ich entschied mich für die “Runden Variante bzw. die Sensengebirgsüberschreitung Deluxe” an einem Tag. Eine doch nicht zu unterschätzende Herausforderung, wie sich herausstellen sollte…

Start: 5.15 Uhr beim Parkplatz “Speringbauer/Schillereck” (530m) (Abfahrt St. Pankraz, rg. Bhf. Hintersoder/Flötzersteig, ca. 3km rg. Parkmöglichkeit im Wald)

Wegweiser beim Parkplatz.

Wegweiser beim Parkplatz.

…zunächst geht es noch ein paar Minuten einer Forststraße entlang, bevor dann die ersten gut 1000HM großteils im Wald recht flott ansteigend überwunden werden. Die Aussicht auf d. Kleinen Priel usw. wird besser und besser. Achtung: Beim Geigerbrunnen (820m) kann man das letzte Mal die Wasservorräte auffüllen!

7.05 Uhr: Kamm “Auf der Hutn”/ Sender (1485m)

Beim Sender.

Beim Sender.

…angekommen beim Sender besteht die Möglichkeit noch einen Abstecher auf den Spering zu wagen. Unbedingt aber mit den Zeit- und Kräfte-Ressourcen haushalten, denn der Weg wird noch lange!!! Meinen Rucksack lasse ich beim Wegweiser liegen, denn auf den ersten möglichen Gipfel des Tages kann ich unmöglich verzichten. Zunächst geht es kurz die Forststraße hinunter, und dann noch ca. 200HM zum Ostgipfel, bevor es dann dem Grat entlang zum Gipfelkreuz geht. Auch so früh am Morgen treffe ich hier bereits auf zwei gleichgesinnte Damen aus dem Mühlviertel- eine angenehme Überraschung! 🙂

7.40 Uhr: Gipfel Spering (1605m)

Der Spering vom Kamm aus.

Der Spering vom Kamm aus.

Gipfel Nr. 1 für heute

Gipfel Nr. 1 für heute

Blick auf die bevorstehende Wegstrecke (Schillereck, Hochsengs)

Blick auf die bevorstehende Wegstrecke (Schillereck, Hochsengs)

Auf der Forststraße zurück zum Sender.

Auf der Forststraße zurück zum Sender.

8.10 Uhr: Kamm “Auf der Hut”/Sender (1485m)

Die Morgensonne wärmt bereits :)

Immer der Morgensonne entgegen 🙂

…recht gemütlich gehts über knapp 300HM weiter zum zweiten Gipfel.

9.00 Uhr: Gipfel Schillereck (1748m)

Gipfel Nr. 2

Gipfel Nr. 2 “Schillereck”

Und schon geht's weiter den Grat entlang

Und schon geht’s weiter den Grat entlang

Ein Wegweiser zur groben Orientierung.

Ein Wegweiser zur groben Orientierung.

…und wieder werden zunächst einige Höhenmeter hinunter und danach gleich wieder hinauf zum nächsten Gipfel, immer durch Latschenwälder überwunden.

10.00 Uhr: Gipfel Hochsengs (1838m)
…Pause bis 10.15 Uhr

Gipfel Nr. 3

Gipfel Nr. 3 “Hochsengs”

…Am Gipfel treffe ich einen einheimischen Bergsteiger, der gerade über die Gipfel-Felsplatte heraufklettert. Nach einer kurzen Pause geht es über ein paar Seilversicherungen wieder sehr steil hinunter zum bereits in der Sonne glänzenden Biwak. Trittsicherheit ist unbedingt erforderlich. Nach 20Minuten ist das Biwak bereits erreicht.

10.35 Uhr: Uwe-Anderle-Biwak (1583m)

Uwe-Anderle-Biwak

Uwe-Anderle-Biwak

Blick zurück zum Hochsengs.

Blick zurück zum Hochsengs.

…wie soll ich sagen, ein Blick in das Biwak lädt leider nicht gerade zu einer Übernachtung ein (etwas “schmuddelig”), da würde ich wahrscheinlich eher eine Übernachtung unter freiem Himmel vorziehen. Die Bänke vor dem Biwak eignen sich bestens für eine Rast.
Nach ein paar Metern zweigt ein unmarkierter Weg hinunter rg. St. Pankraz ab. Der Höhenweg geht weiter in üblicher Manier 200HM hinauf (vorbei an der “Luckerten Mauer”, die ich leider komplett übersehen habe?!? – Fotomotiv!).

10.55 Uhr: Gipfel Gamskogel (1710m)

Am Gamskogel.

Am Gamskogel.

...immer den Grat entlang.

…immer den Grat entlang.

...imposant geht's links hinunter.

…imposant geht’s links hinunter.

Der bereits passierte Hochsengs wird immer kleiner.

Der bereits passierte Hochsengs wird immer kleiner.

…Den Gamskogel lassen wir gleich wieder hinter uns, denn der nächste Gipfel und eine Mittagsrast warten bereits. Etwas beschwerlich wird das ewige Auf- und Ab schon. Die Mittagssonne brennt herunter, von unten schallen Schieß-Übungen des Bundesheers, ein Hunger-Gefühl stellt sich bereits ein.

12.05 Uhr: Rohrauer Größtenberg (1810m)
…Jausenpause bis 12.35 Uhr

Gipfel Nr. 5 - Wohlverdiente Mittagspause.

Gipfel Nr. 5 – Wohlverdiente Mittagspause.

…endlich eine kleine Stärkung und Pause. Doch allzuviel Zeit lasse ich mir nicht, ein langer Weg liegt noch vor mir!
Dieser Abschnitt zieht sich in die Länge. Hinauf-hinunter. Die Höhenmeter summieren sich. Auch einige Altschneefelder sind zu bezwingen, was bergab zwar lustig ist, bergauf aber doch sehr mühsam sein kann!

14.00 Uhr: Weggabelung Bärenriedlau

Noch einige Altschnee-Felder zum Überqueren.

Noch einige Altschnee-Felder zum Überqueren.

Ein stolzer Blick zurück, und Glücksgefühle, da der letzte Gipfel nicht mehr weit ist.

Ein stolzer Blick zurück, und Glücksgefühle, da der letzte Gipfel nicht mehr weit ist.

…sobald man das Platteau erreicht hat, ist es nur noch ein Katzensprung auf den Gipfel des Hohen Nocks. Wer noch Zeit, Lust und Kraft hat, kann natürlich auch noch gerne den Seehagelkopf am Weg “mitnehmen”. Irgendwo am Weg überquert man auch noch unbemerkt den Schneeberg.


14.25 Uhr: Hoher Nock (1963m)

…Pause bis 14.45 Uhr

Gipfel Nr. 7 - Hoher Nock

Gipfel Nr. 7 – Hoher Nock

Wie gerne hätte auch ich jetzt meine

Wie gerne hätte auch ich jetzt meine “Flügel” dabei, noch dazu bei einer solch guten Thermik!

Wahnsinns Aussicht.

Wahnsinns Aussicht – das Tote Gebirge.

Endlich am vorläufigen

Endlich am vorläufigen “Ziel” – jetzt “nur noch” zurück zum Start.

Noch ein letzter Blick zurück.

Noch ein letzter Blick zurück.

…Am Gipfel wird natürlich das atemberaubende Panorama genossen, Fotos (und Gipfel-Selfies) geschossen, und einfach mal kurz innegehalten, denn der Blick auf den bereits zurückgelegten Weg den Grat entlang ist schon beachtlich. Im Hinterkopf ist aber natürlich der Gedanke an den Rückweg, der zwar mit weniger Höhenmetern auskommt, doch von der Länge her trotzdem noch einiges von einem abverlangt. Nach einer kurzen Pause geht es also gleich wieder weiter.

15.35 Uhr: Weggabelung unmarkierter Weg (ca. 1438m)

Beginn des unmarkierten Verbindungs-Weges.

Beginn des unmarkierten Verbindungs-Weges.

Ein bisschen wie im Märchen.

Ein bisschen wie im Märchenwald.

Ein Blick zurück zum Hohen Nöck

Ein Blick zurück zum Hohen Nock

…nach ca. 50min, kurz nachdem man den Wald erreicht, kommt man an einem Wegweiser vorbei, an dem ein schmaler Pfad abzweigt. Dieser führt meist unmarkiert, aber trotzdem gut erkennbar nördlich des Haglers vorbei, zunächst wieder einige Höhenmeter hinauf, und dann recht wildromantisch, ein bisschen wie im Märchenwald immer weiter nach Westen. Vereinzelt findet man auch Stoamandln, auf die man sich auch verlassen kann, wenn der Weg mal nicht eindeutig verlaufen sollte!!!
Wiederum nach ca. 50min erreicht man dann den markierten Weg, der rg. Bärenriedlau/St. Pankraz hinunter führt, doch auch hier bleibt der Weg ein einsamer Pfad in fast unberührter Natur. Traumhaft!

Und hier wird man auf die Forststraße

Und hier wird man auf die Forststraße “ausgespuckt”.

17.15 Uhr: Forststraße

…immer hinunter geht’s im Laufschritt, zu sehr sehne ich mich nach dem rettenden Auto, doch der Weg zieht sich noch. Die Füße brennen und nur zu gern würde ich mich in einem der natürlichen Tümpel des immer größer werdenden Baches abkühlen. Der Körper will nicht mehr so recht, doch der Kopf weiß, so weit kann es nicht mehr sein! Das Naturdenkmal “Teufelskirche” (ca. 15min vorm Parkplatz) ignoriere ich heute und werde ich ein anderes Mal einen Besuch abstatten. Nach der gefühlt 1001. Kurve ist dann endlich, endlich, endlich das Auto in Sicht! 

18.25 Uhr: Parkplatz “Speringbauer/Schillereck” (530m) 

Ein lang ersehnter Augenblick - das rettende Auto ist erreich! :)

Ein lang ersehnter Augenblick – das rettende Auto ist erreich! 🙂

Fazit: Ca. 13 Stunden nach meinem Aufbruch heute morgen kehre ich sehr erschöpft, aber dennoch glücklich und mit wunderschönen Eindrücken von diesem “Gewalthatscher” zurück. Wie soll ich sagen, diese “Deluxe-Variante” der Sengsengebirgsüberschreitung würde ich nur jenen empfehlen, die außerordentlich gut ausdauertrainiert sind, allen anderen würde ich raten die Tour als 2-Tages-Wanderung zu planen (wenn es die Runden-Variante sein soll). Die reine Überschreitung des Sengsengebirges ist aber in einem Tag auf jeden Fall schaffbar und natürlich ideal, wenn man zwei Autos zur Verfügung hat.
Eine wunderschöne Tour, die ich trotz der enormen Anstrengung in sehr guter Erinnerung behalten werde und jedem wärmstens empfehlen kann!

Insgesamt: ca. 35km, je ca. 2700HM hinauf/hinunter; ca. 12 Stunden reine Gehzeit

Touren-Beschreibung: http://www.alpenvereinaktiv.com/de/tour/sengsengebirge-ueberschreitung-variante-rundweg/12825652/#dm=0

GROSSGLOCKNER: “Seven Summits of the Alps” – Nr°3

4. – 5. September 2014

Als Österreicher/in ist es ja fast Pflicht mindestens 1x im Leben am höchsten Punkt unseres Landes zu stehen. Außerdem war es Zeit einen weiteren Gipfel der “7 summits of the alps” zu erobern (nach der Grauspitze und dem Gran Paradiso letztes Jahr). Also beschlossen mein kleiner Cousin Jojo und ich kurzfristig uns den Großglockner mal von oben anzuschauen.

Startpunkt war das Glocknerhaus, wo wir unser Auto parkten (Achtung: Maut f. Großglocknerstraße – 34Euro). Um kurz nach 13Uhr ging’s los richtung Salmhütte, zunächst runter zum Stausee, dann hinauf zur Stockeracharte  (ca. 1h), bevor es dann in schöner und angenehmer Höhenweg-Manier ziemlich in einer Höhe zur Salmhütte geht. (weitere ca. 1h)

Nach einer kurzen Trinkpause ging’s dann um 15.30Uhr weiter zur Adlersruhe. Der Weg führt vorbei an der verfallenen alten Salmhütte, über grobe Schotterfelder, hinauf zum Hohenwartkees, von dem aber nicht mehr viel übrig ist außer ein gut zu überquerendes Schneefeld, das kurz vor Beginn der Versicherungen etwas steiler wird. Alles aber ohne Steigeisen sicher zu begehen. Der steile, versicherte Aufschwung zur Hohenwartscharte erfordert Schwindelfreiheit, aber ist dank der guten Versicherungen (Haken, Hanfseile, Stifte) auch bei rutschigem Untergrund (Schneereste) ohne Probleme zu überwinden. Danach muss ein Schneefeld überquert werden (evtl. schneller und einfacher mit Steigeisen), bevor es entlang des breiten Kamms gemächlich zur Erzherzog-Johann-Hütte (3451m) geht.

Versicherungen zur Hohenwart-Scharte.

Versicherungen zur Hohenwartscharte.

Am Weg zur Adlersruhe.

Am Weg zur Adlersruhe.

Am nächsten Tag brachen gleich nach dem Frühstück um 6.30Uhr zum Gipfel auf. Leider war vom prognostizierten “Sonnenloch” an diesem nichts zu sehen… Auch ohne viel Sicht geht’s zuerst noch flach ansteigend am gut erkennbaren Steig über den Gletscher (Spaltengefahr sehr gering), bald aber ziemlich steil in Serpentinen zum Grat. Den Pickel (falls bis dahin überhaupt notwendig) sollte man dann eher gut verstauen, da er bei den weiteren Klettereien eher im Weg ist. Der Grat bis zum Kleinen Glockner ist mit Eisenstangen versehen (alle 3-5m), die zum Sichern verwendet werden können (nicht überall notwendig).

Der Grat mit Eisenstangen zur Sicherung.

Der Grat mit Eisenstangen zur Sicherung.

Vom Kleinen Glockner geht’s relativ steil hinunter (Stahlseil!) zum schmalen Schneegrat, bevor’s dann in einer kurzen, technisch nicht allzu schweren II-er Kletterei zum Gipfel des Großglockners (3798m) geht, wo wir kurz nach 7.30Uhr standen, überglücklich natürlich!

Ganz schön steil im Glocknerleitl.

Ganz schön steil im Glocknerleitl.

Geschafft! :)

Geschafft! 🙂

Volle Konzentration ist noch einmal beim Abstieg gefordert, v.a. weil auch so früh am Morgen schon viele Seilschaften unterwegs sind (meist mit Bergführer), was zu einer ganz schönen (und v.a.eiskalten) Warterei führen kann. Nach insgesamt 2h waren wir schon wieder bei der Adlersruhe und machten uns um 9Uhr schon wieder auf den Weg ins Tal (dieses Mal mit Steigeisen, beim Bergabgehen doch etwas angenehmer).

Warterei beim Abstieg...

Warterei beim Abstieg…

Nach ca. 3-stündiger Gehzeit waren wir dann auch schon wieder beim Parkplatz beim Glocknerhaus. Ein bisschen stolz endlich am Dach von Österreich gestanden zu sein, ging’s dann gemütlich ab nach Hause. Eins scheint aber klar: Wir kommen wieder!, das nächste Mal bei mehr Aussicht und über den Stüdlgrat! 🙂